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·18 June 2026
"Für mich kein Rückschritt": Mota erklärt Wechsel zum Waldhof

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·18 June 2026

Mit Rui Mota hat Waldhof Mannheim am Donnerstag seinen neuen Cheftrainer vorgestellt – und damit durchaus für eine Überraschung gesorgt, schließlich ist der 47-Jährige in Deutschland und der 3. Liga noch ein unbeschriebenes Blatt. Bei seiner ersten Pressekonferenz machte der Portugiese deutlich, welche Vorstellungen er vom Fußball hat – und welche Ziele er verfolgt. Gleichzeitig kündigte Sportchef Gerhard Zuber an, dass die Kaderplanung nun deutlich an Fahrt aufnehmen werde.
Die Trainersuche habe sich in einem "harten und langen Auswahlprozess" bewusst über mehrere Wochen hingezogen, erklärte Zuber. Der SV Waldhof habe sich Zeit genommen, um die bestmögliche Lösung zu finden. Am Ende habe Mota die wichtigsten Auswahlkriterien erfüllt. "Rui war der Trainer, der die größte Qualität mitbringt, den Verein weiterzuentwickeln", sagte der Sportchef und betonte, dass der 47-Jährige von Beginn an die Wunschlösung gewesen sei. Zumal der Portugiese genau für die Eigenschaften stehe, die Mannheim gesucht habe – nämlich Iintensiven und offensiven Fußball. Darüber hinaus verwies Zuber auf die Erfolge, die Mota bei seinen bisherigen Stationen vorweisen konnte.
Den ersten Kontakt gab es bereits im Januar, als es für Luc Holtz die erste Anfrage vom FC Metz gab. "Lustigerweise kennen wir uns aber schon länger", berichtete Zuber und erinnerte sich an ein Aufeinandertreffen im Jahr 2014, als Mota mit Sporting Lissabon in der Champions League beim FC Schalke 04, bei dem Zuber als Sportdirektor arbeitete, zu Gast war. Der Kontakt sei seitdem nie ganz abgerissen und im Januar wieder intensiviert worden. Seitdem habe Mota sämtliche Spiele der Buwe verfolgt und sich intensiv mit der Mannschaft auseinandergesetzt, wie er berichtete. Den deutschen Fußball beobachte er ohnehin schon seit längerer Zeit.
Seine Entscheidung für den Waldhof begründet Mota damit, dass ihm die Verantwortlichen "ein sehr ehrgeiziges Projekt" präsentiert hätten. Dabei dürfte es um den Aufstieg in die 2. Liga gegangen sein, den die Mannheimer schon seit einiger Zeit anpeilen und zumindest mittelfristig auch schaffen wollen. "Ich bin ein Coach, der es mag, Projekte zu haben", sagte der Portugiese. Ein Wechsel in die 3. Liga sei für ihn dabei keineswegs ein Rückschritt, sondern "ein Schritt nach vorne", nachdem er zuletzt immer in den höchsten Ligen verschiedener Länder gearbeitet hatte. Vielmehr habe er schon lange den Wunsch gehabt, in Deutschland als Trainer zu arbeiten. Die 3. Liga bezeichnete er als sehr starken Wettbewerb, dessen Niveau sich durchaus mit anderen Ligen vergleichen lasse, in denen er bereits tätig gewesen sei.
Auch die Sprachbarriere sieht Mota nicht als Problem. Zwar spricht der Portugiese bislang noch kein Deutsch, arbeitet nach eigenen Angaben aber bereits daran. Nach Stationen in mittlerweile elf Ländern sei er den Umgang mit unterschiedlichen Kulturen und Sprachen gewohnt. Englisch spreche er fließend, hinzu kommen weitere Fremdsprachen wie Französisch – und natürlich die Fußballsprache. Einen Dolmetscher sieht er daher nicht als notwendig an, zumal dadurch Emotionen verloren gehen würden. Stattdessen betrachtet er das Erlernen seiner mittlerweile sechsten Sprache als neue Herausforderung.
Sportlich setzt Mota auf einen offensiven Ansatz. "Ich bin ein Trainer, der gerne die Kontrolle über das Spiel hat", erklärte der neue Waldhof-Coach. Seine Mannschaften sollen mutig auftreten, den Weg nach vorne suchen und gleichzeitig gegen den Ball aggressiv arbeiten. "Ich mag ein Team, das wirklich hart arbeitet und alles gibt", sagte Mota. Grundsätzlich gehe er in jedes Spiel mit dem Anspruch, zu gewinnen. Besonders gespannt blickt der Portugiese auf das Pokalderby gegen den 1. FC Kaiserslautern Mitte August. Mota weiß um die Bedeutung des Duells für Verein, Fans und Region. "Ich denke, dass es der beste Pokalauftakt ist, den wir haben könnten."
Bis dahin wartet allerdings noch viel Arbeit. Der Trainingsauftakt ist für den 28. Juni angesetzt. Parallel treiben die Verantwortlichen die Kaderplanung voran. Laut Zuber habe die bislang offene Trainerfrage zahlreiche Personalentscheidungen verzögert. "Es ist immer schwierig, Spieler zu verpflichten, ohne einen Trainer zu haben", erklärte der Sportchef. Viele Kandidaten hätten sich zuletzt in einer Warteschleife befunden – darunter wohl auch Claudio Kammerknecht. Mit der Verpflichtung Motas dürfte die Planung nun deutlich an Fahrt aufnehmen. Gesucht wird nach Angaben Zubers in nahezu allen Mannschaftsteilen – von der Defensive über das Mittelfeldzentrum bis hin zur Offensive. Auch Mota wird in die Gespräche involviert sein.







































