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·30 July 2026

Howe hört auf: Newcastle will Jaissle aus Saudi-Arabien

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Isak für 125 Millionen Pfund, Tonali für 100, Gordon für 69,3. Eddie Howe hat zwei Sommer lang zugesehen, wie Newcastle United seine besten Spieler verkauft. An diesem Donnerstag hat er hingeworfen – 22 Tage vor dem ersten Premier-League-Spieltag.

Kein Rücktritt unter Druck, sondern eine Kehrtwende

Nach Berichten von The Athletic und Fabrizio Romano verlässt der 48-Jährige den Klub mit sofortiger Wirkung. Wichtig für die Einordnung: Es ist seine Entscheidung, nicht die des Verbands oder der Eigentümer. Howe hat dem Board mitgeteilt, dass er eine Pause vom Fußball braucht. Die Trennung gilt als einvernehmlich, die Klubführung war offenbar vorbereitet.


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Und sie fiel nicht heute. TEAMtalk-Korrespondent Graeme Bailey berichtet, Howe habe sich vor Wochen entschieden. Das ist die eigentliche Pointe, denn nach Saisonende hatte er zunächst weitermachen wollen – bei den Abschlussgesprächen in Matfen Hall bekam er die volle Rückendeckung der PIF-Vertreter. David Ornstein spricht von einer Kehrtwende. Zwischen Rückendeckung und Rückzug lagen ein Transferfenster und drei prominente Abgänge.

Der Grund steht in der Verkaufsliste

Bailey formuliert es fast wörtlich so: Howe habe Gordon und Tonali gehen sehen, nachdem im Vorjahr schon Isak weg war, und rechne mit weiteren Abgängen. Zu einem Umbau dieser Größenordnung habe er nicht mehr bereitstehen wollen. Die Zuneigung zum Klub und zu den Fans, betont Bailey, sei davon unberührt.

Wer die Spalte „Ablöse“ zusammenrechnet, versteht die Entscheidung ohne weitere Erklärung: rund 294 Millionen Pfund Verkaufserlös in zwei Sommern, dazu ein Kapitän, der weg will. Auf der Gegenseite stehen laut englischen Berichten vor allem junge europäische Talente. Das ist eine Strategie – nur keine, für die man einen Trainer holt, der Titel gewonnen hat.

Fünf Jahre, ein Titel, zwei Champions-League-Teilnahmen

Howes Bilanz seit November 2021 ist die beste eines Newcastle-Trainers seit Jahrzehnten. Er holte den Klub aus dem Abstiegskampf, führte ihn zweimal in die Champions League und beendete 2025 mit dem Gewinn des Carabao Cup eine Titeldürre, die englische Medien überwiegend mit 70 Jahren angeben.

Die vergangene Saison lieferte die Kehrseite. In der Premier League fand die Mannschaft keine Konstanz, in beiden Pokalwettbewerben war früh Schluss, in der Champions League folgte das Aus nach 3:8 im Gesamtergebnis gegen den FC Barcelona. Und die Vorbereitung? Am Mittwochabend verlor Newcastle ein Testspiel beim Zweitligisten Bristol City mit 1:4. Ein Trainer, der ohnehin innerlich fertig war, braucht nach so einem Abend keinen zweiten Impuls mehr.

Jaissle: 38, Salzburg-Schule – und im PIF-System bekannt

Romano nennt Matthias Jaissle den Topkandidaten und spricht von fortgeschrittenen Gesprächen. Der 38-Jährige trainiert derzeit Al Ahli in der Saudi Pro League, seine Vita führt über Brøndby, wo er 2017 als Assistent einstieg, und über RB Salzburg, dessen U18 er betreute, ehe er im Juli 2021 die Profis von Jesse Marsch übernahm. Als Spieler verbrachte er den Großteil seiner Laufbahn in Hoffenheim.

Der interessanteste Punkt seiner Kandidatur steht allerdings nicht im Trainerlebenslauf. Al Ahli gehört, wie Newcastle, mehrheitlich dem saudischen Public Investment Fund. Der wahrscheinliche neue Cheftrainer wechselt also innerhalb desselben Eigentümersystems – von einem PIF-Klub zum anderen. Das ist regelkonform und im Multi-Club-Zeitalter längst Normalität. Es beantwortet aber auch die Frage, warum der Nachfolger schon fest stand, bevor der Vorgänger verkündet war.

Am 21. August spielt Arsenal gegen Coventry – und Newcastle sucht eine Idee

Die Saison beginnt am Freitag, dem 21. August, mit dem Auftaktspiel des Meisters Arsenal gegen Aufsteiger Coventry City. Newcastle wird bis dahin einen Trainer vorstellen, einen Kader sortieren und einen Kapitän halten oder verkaufen müssen. Drei Wochen.

Ein Klub, der in zwei Sommern für fast 300 Millionen Pfund verkauft und darüber den Trainer verliert, der ihm den ersten großen Titel seit 70 Jahren gebracht hat, hat kein Kaderproblem. Er hat ein Richtungsproblem. Jaissle wird das in Newcastle erklären müssen – nicht in Riad.

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