„Ich möchte zeigen, was ich kann“ – Jobe macht Ernst | OneFootball

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Borussia Dortmund

·28 April 2026

„Ich möchte zeigen, was ich kann“ – Jobe macht Ernst

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Als Jobe Bellingham in das Fotostudio unseres Klubfotografen tritt, schaut er überrascht. Es gibt gleich zwei Stationen, in denen die Fotos für das Mitgliedermagazin BORUSSIA entstehen. Eines mit goldenen und silbernen Luftballons an der Wand. Ein weiteres ganz schlicht in Gelb. „Can I smile?“, fragt Jobe, bevor die Fotokamera beginnt zu klicken. Nur im Raum mit den Ballons. Auf dem Stuhl vor der gelben Fototapete wird ein ernster, fast finster dreinblickender Fußballprofi inszeniert.

Borussia Dortmund ist nach Birmingham City und dem FC Sunderland seine dritte Station als Profi. Als er sich die Zeit für das Interview nimmt, liegt das Heimspiel gegen den FC Bayern nur ein paar Tage zurück. Jobe wird in der 75. Minute eingewechselt, erlebt das späte 2:2, die vergebene Chance auf 3:2 zu stellen und den Frust über das 2:3. Eines seiner bisher intensivsten Fußballspiele, sagt er unumwunden.


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„Ich denke, was die Intensität der Zuschauer angeht, ist es definitiv ganz oben mit dabei. Ich habe mich sehr darüber gefreut, wie die Fans uns unterstützt haben. Auch nach dem Spiel, obwohl es ein schwieriges Ergebnis war. Ich fand sie von Anfang bis Ende großartig. Die Choreo vor dem Spiel, die war wirklich unglaublich. Für mich ist es etwas, an das ich mich gewöhnt habe, wenn ich hier spiele. Aber jedes Mal, wenn sowas passiert, fühlt es sich immer noch ganz besonders an. Also, ja, es war wirklich cool.“

Hast Du bemerkt, dass die Leute auf den unteren Tribünen bei jedem Tackling und jeder Entscheidung des Schiedsrichters regelrecht aus ihren Sitzen sprangen?„Ja, man konnte spüren, dass dieses Spiel für die Fans etwas Besonderes war. Die sind ja sowieso immer großartig, aber wenn sie das noch eine Stufe erhöhen, ist das Stadion wie ein Vulkan. Die Fans waren emotional und auch körperlich voll dabei. Das war wirklich cool zu sehen. Und hoffentlich können wir das noch öfter erleben.“

Apropos Vulkan: Du hast für Sunderland gespielt, und für viele gilt das Stadium of Light als eines der lautesten Stadien Englands. Könntest Du bitte versuchen, einem Sunderland-Fan zu erklären, wie es ist, in Dortmund zu spielen – und einem BVB-Fan, wie es ist, in Sunderland zu spielen, was die Unterstützung bei einem Heimspiel angeht?„Ich denke, ehrlich gesagt, dass die ganze Welt die Fan-Unterstützung in Dortmund kennt. Da gibt es online so viele Videos über unsere fantastischen Fans. Aber um es einem Sunderland-Fan und eigentlich jedem englischen Fan zu erklären: Es ist eine ganz andere Erfahrung, weil die Fans im Stadion bestimmte Dinge tun dürfen, was ihnen wahrscheinlich mehr Freiheit gibt, farbenfroh und stimmungsvoll zu sein und ihre Mannschaft mit mehr Leidenschaft zu unterstützen. Und ich denke, das wäre in England sicher auch der Fall, wenn es bestimmte Regeln gäbe, die ihnen das erlauben würden. Aber hier hat man einfach das Gefühl, dass die Fans so viel Einfluss auf ein Spiel haben, was ich ehrlich gesagt fantastisch finde. Das trägt einen wirklich und spielt eine wichtige Rolle im Spiel. Das ist cool. Und um dann einem BVB-Fan etwas über Sunderland zu erzählen? Da weiß ich nicht, wie viel sie über das Stadium of Light und die Fans dort wissen. Aber man könnte sagen, dass es ziemlich ähnlich ist. Die Fans dort sind so leidenschaftlich. Eine Stadt, ein Verein. Es fühlt sich an, als stünde eine ganze Nation hinter einem. Ganz Weahside unterstützt die Mannschaft am Wochenende. Wenn man für Sunderland spielt und dann im Stadion steht, hat man manchmal das Gefühl, dass die Mannschaft beim Angriff von den Fans regelrecht zum Tor getrieben wird, und das kann man auch spüren. Es gibt zwar andere Stadien, die genauso laut sind, aber dieses Stadion zeichnet sich dadurch aus, wie schnell es von leise zu laut werden kann. Das war das Einzige, was mich wirklich überrascht hat, vom ersten Moment an, als ich dort ankam, wurde es so schnell so laut, dass es einem auf dem Spielfeld fast wie ein Schock vorkam, auf eine gute Art und Weise. So würde ich es einem BVB-Fan erklären, denke ich. Ich glaube, in England sind sie ziemlich bekannt dafür, dass Sunderland großartige Fans hat. Und ich würde dem auf jeden Fall zustimmen.“

„Wie ein Sieg für alle“

Hast Du Dich jemals gefragt, warum gerade die Menschen in Sunderland oder Dortmund so verrückt nach Fußball sind?„Um ehrlich zu sein, habe ich darüber nachgedacht. Es ist die Art von Menschen, für die ich spielen möchte. Menschen, die ich verkörpern möchte. Ich habe schon einmal gesagt, als ich bei Sunderland war, dass ich es hassen würde, für einen Verein zu spielen, bei dem es sich nicht so anfühlt, als wäre es wichtig. Das trägt auch zu deiner Entscheidung bei, wenn Du zu diesem Verein kommst, neben vielen anderen Dingen. Es ist eine raue und eng verbundene Gemeinschaft, in der die Menschen diese Liebe füreinander und für ihre Mannschaft und für ihre Region haben. Und ich würde immer in einer Gegend wie dieser spielen und diese Menschen vertreten wollen. Wenn man für solche Menschen gewinnt, fühlt es sich an, als würde es so viel mehr bedeuten, und es fühlt sich an wie ein Sieg für alle. Und ich kenne Dortmund mittlerweile recht gut. Hier ist es genauso. Es gibt nur eine Mannschaft in unserer Stadt. Und alle, wirklich alle, kommen an Spieltagen, um unsere Mannschaft zu unterstützen.“

Genau wie sein Bruder Jude hat Jobe früh in seiner Karriere den Wechsel in die Bundesliga gewagt. Zum BVB. In ein neues Land, in eine neue Kultur. Auf dem Platz besticht der 20-Jährige mit seinen Mitspielern in dieser Saison durch große Effizienz in der Offensive bei Standardsituationen – speziell bei Freistößen und Ecken. Perfektioniert hat diese Gefahr bei ruhenden Bällen ein Klub aus Jobes Heimat: der FC Arsenal. Manche Beobachter sprechen gar von der „Arsenalisierung“ des modernen Fußballs.

Zum Interview

Anthony Gordon von Newcastle United wurde kürzlich bei einer Pressekonferenz gebeten, den Fußball in der Premier League und der Champions League zu vergleichen. Er sagte, dass der Spielstil in der Champions League viel offener sei, dass alle Mannschaften versuchen würden, Fußball zu spielen. Und er sagte, dass die Premier League körperbetonter denn je geworden sei. Fast wie ein Basketballspiel. Stimmst Du dem zu? Und wo steht dann eigentlich die Bundesliga?„Ich verstehe, was er meint. Ich denke, jedes Team, das um Titel kämpft, trifft immer wieder auf Teams, die, insbesondere wenn sie in unser Stadion kommen, aufgrund der Atmosphäre und der Geschichte dieses Stadions wahrscheinlich etwas defensiver spielen, was ganz natürlich ist. Auch das ist eine Methode, um ein Fußballspiel zu gewinnen. Deshalb habe ich manchmal das Gefühl, dass Ligaspiele für uns etwas schwieriger sind. Was die Bundesliga angeht, haben wir einige Heimspiele, bei denen wir das Gefühl haben, dass wir eine tiefstehende Abwehr aufbrechen müssen. In Auswärtsspielen gibt es vielleicht längere Spielphasen, in denen es etwas offener zugeht. Und ich verstehe, was Anthony Gordon über die Champions League sagt. Ich vergleiche das mit einer Schachpartie. Die Spiele fühlen sich zwar offen an, aber es scheint, als hätten die Aktionen, die man auf dem Platz unternimmt, eine viel größere Bedeutung und würden größere Konsequenzen haben.“

Anthony Gordon hat auch gesagt, dass die Premier League viel mehr auf Standardsituationen setzt als früher. Ich habe das Gefühl, dass Borussia Dortmund in dieser Saison bei Standardsituationen eine große Gefahr ausstrahlt. Hat sich also etwas geändert? Was passiert da gerade im Fußball?„Wenn man sich die Premier League ansieht, kann man das sicherlich spüren und sehen. Ich denke, dass Fußballmannschaften auf der ganzen Welt versuchen werden, jeden möglichen Vorteil zu nutzen. Und Standardsituationen spielen dabei eine große Rolle. Ich finde, dass unsere Mannschaft so aggressiv und körperbetont spielt, dass man bei Ecken deutlich sehen kann, wie wir sie angehen. Und ja, wir waren damit wirklich erfolgreich. Das ist ein Beweis dafür, dass die Jungs die Informationen aus dem Trainerteam aufnehmen und dass die Leute, die uns diese Informationen geben, damit eindeutig Erfolg haben.“

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Es ist derzeit eine gängige Taktik vieler Teams, bei Eckbällen so viele Spieler wie möglich nahe der Torlinie zu positionieren, um den Torwart zu blockieren. Glaubst Du, dass sich diese Taktik langfristig durchsetzen wird?„Ich habe noch nicht wirklich darüber nachgedacht. Ich nehme an, dass die Teams irgendwann versuchen werden, einen Weg zu finden, um das zu verhindern. Wie bei jedem Zyklus im Fußball denken die Leute irgendwann, wenn es zu einem Muster wird: Okay, wie können wir uns dagegen verteidigen? Wie können wir das verhindern? Und so könnte es auch dieses Mal sein. Irgendwann wird das vielleicht etwas nachlassen. Aber im Moment scheint es im Fußball ziemlich verbreitet zu sein.“

Kann der moderne Fußball aus Deiner Sicht tatsächlich noch athletischer und körperlich anspruchsvoller werden, als er es bereits ist?(lacht) „Ja, es fällt schwer, sich ein Spiel vorzustellen, das körperlich noch anspruchsvoller ist. Wenn man sich Sportwissenschaftler und Vereine ansieht, die gewinnen müssen und unbedingt gewinnen wollen, dann denke ich, dass sie im Fußball immer das nächste eine Prozent finden werden, mit dem sie sich einen Vorteil gegenüber dem Gegner verschaffen können. Es gibt jetzt offensichtlich mehr Spiele, aber wir könnten eine Zeit erleben, in der wir uns daran gewöhnt haben, so viele Spiele zu haben, und die Spieler noch fitter und die Spiele noch körperbetonter werden. Ich denke sogar, es würde jemandem wie mir definitiv gefallen.“

Ich habe mir das Bayern-Spiel von der Südtribüne aus angesehen und zu meinen Freunden gesagt: Schaut Euch Daniel Svensson an. Für mich sieht es so aus, als würde er jeden Moment vor Erschöpfung umfallen – und dann schießt er Minuten später den Ausgleichstreffer!„Ich finde, Borussia Dortmund sollte immer offensiv spielen – offen, kreativ und flexibel. Für mich ist das das Wesen eines BVB-Teams. Ich denke, so wie wir spielen wollen, so wie Borussia Dortmund spielt, so wie es in unserer DNA liegt, sollten wir hochintensiven Fußball spielen, direkt nach vorne. Und deshalb sieht man vielleicht einige Spieler, die aussehen, als würden sie gleich umfallen, wie Du sagst.“

„Ich gebe alles“

Dieses eine Prozent zu finden, von dem Du eben gesprochen hast: Wie viel Zeit widmest Du dafür diesem Sport?„Nun, sehr viel. Ich komme aus Stourbridge, bin aus Birmingham, habe in Sunderland gelebt und lebe jetzt hier. Das sind keine Orte, an denen ich viele Kontakte knüpfe. Als Fußballer ist es schwer, außerhalb des Vereins Leute kennenzulernen. Das ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ich über so etwas spreche. Aber das gehört dazu. Und ich gebe wirklich alles, was ich kann und hoffe, dass die Leute das sehen. Und ich hoffe, dass es eine Wirkung hat, eine positive Wirkung. Jeden Tag, wenn ich zum Trainingsgelände komme, versuche ich einfach, besser zu werden und habe dann das Gefühl, dass der Tag produktiv ist. Ich würde es hassen, zum Trainingsplatz zu kommen und das Gefühl zu haben, dass es einen Tag gab, an dem ich nicht jeden Moment, den ich hier war, optimal genutzt habe. So versuche ich, über einen langen Zeitraum hinweg, besser zu werden. Ich versuche wirklich, mein Spiel zu analysieren und mich immer weiter zu verbessern.“

Das ist auch seinem Trainer längst aufgefallen. Niko Kovac beschreibt Jobe als eine Art Musterschüler in seinem Kader: „Er ist einer, der sich tagtäglich verbessern möchte. Ob auf dem Platz, neben dem Platz, im Videostudium, in der individuellen Analyse, in der Mannschaftsanalyse. Er ist wirklich ein Vollprofi. Und das gefällt mir, wenn jemand in jungen Jahren schon ganz genau weiß, was er braucht, um besser zu werden.“ Niko Kovac dankt es Jobe mit Einsatzzeiten.

Du warst im Januar/Februar in sechs von sieben aufeinanderfolgenden Bundesliga-Spielen in der Startelf. Wie denkst Du darüber?„Das ist gut. Körperlich fühle ich mich so, als könnte ich jede Sekunde spielen. Um ehrlich zu sein, fühle ich mich nie wirklich müde. Besonders wenn es um die Regeneration nach den Spielen und die Erholung des Körpers für das nächste Spiel geht. Vielleicht liegt das daran, dass ich noch jung bin. Aber ich habe das Gefühl, dass ich ein Spiel beenden und gleich wieder spielen könnte. Und das meine ich wirklich so. Wenn ich also mehr spielen kann, fühle ich mich wirklich bereit und habe richtig Lust darauf.“

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Wenn Du mit Felix (Nmecha) im Mittelfeld spielst, sieht es so aus, als würdet ihr euch sehr gut verstehen und ergänzen.„Ja, auf jeden Fall. Ich habe das Gefühl, dass wir immer über Kleinigkeiten diskutieren, die andere gar nicht sehen. Und ich glaube, das hilft uns enorm. Wir sprechen ständig über Ideen, wir sprechen über Spiele, die wir uns ansehen, über gegnerische Mittelfeldspieler und darüber, wie wir etwas in unser Spiel einbringen können. Wir reden wirklich viel über das Spiel, im Training, in der Umkleidekabine. Es hilft, wenn man sich so gut versteht. Felix, Carney, Fabio – wir sind oft zusammen. Und selbst wenn wir nicht über Fußball reden, haben wir einen Draht zueinander. Und wenn wir dann auf dem Platz stehen, haben wir ähnliche Vorstellungen vom Spiel. Wir wollen frei sein, wir wollen kreativ sein, wir wollen unsere Kraft und auch unsere Technik zeigen. Wir sind uns also ähnlich und wir ergänzen uns gut.“

Als ich Dich zum ersten Mal bei der Klub-Weltmeisterschaft für den BVB spielen sah, schien Dein Fokus eher auf dem Angriff zu liegen, darauf, den Ball direkt Richtung Tor zu bringen und sogar selbst zu treffen. Hast Du das Gefühl, dass sich Dein Spiel in den Monaten hier anders entwickelt hat?„Ja, auf jeden Fall. Ich habe das Gefühl, dass die Klub-Weltmeisterschaft für mich anders war. Aufgrund meiner Rolle im Team hatte ich die Freiheit, etwas offensiver zu spielen. Vorher, bei meinem früheren Verein, war ich natürlich etwas defensiver, was meiner Meinung nach ohnehin die Richtung ist, in die sich mein Spiel mit zunehmendem Alter entwickelt. Aber in einigen Momenten, wenn ich die Freiheit habe, weiter vorne zu spielen, habe ich nicht das Gefühl, dass ich das nicht kann. Ich glaube, ich kann als Sechser, als Achter und, wenn nötig, auch als weiter vorne positionierter Achter spielen. Ich fühle mich in der Mitte des Spielfelds wirklich wohl, wo ich mich drehen und meine Mitspieler ins Spiel bringen und auch das Tempo kontrollieren kann. Ich habe nichts dagegen, auf unterschiedlichen Positionen zu spielen. Aber ich habe mich zuletzt sicherlich etwas defensiver verhalten, was mir, um ehrlich zu sein, ganz gut gefällt.“

Irre ich mich? Du scheinst jetzt am glücklichsten zu sein, seit Du hier in Dortmund bist.„Ja, wahrscheinlich. Ich habe angefangen, einen besseren Rhythmus zu finden. Wenn ein junger Spieler eine Reihe von Spielen in der Mannschaft bestreiten kann, dann sieht man, wie er sich entwickelt. Auch wenn das bedeutet, dass man vielleicht zuerst scheitert. Man lernt sein Spiel kennen, lernt seine Mitspieler kennen, lernt die Formation und die Spielweise und den Stil und das Stadion kennen. Und je mehr man spielt, desto mehr findet man seinen Rhythmus. Ich habe das Gefühl, dass ich durch mehr Spielzeit Selbstvertrauen aufgebaut und mehr Präsenz gewonnen habe. Ich werde noch lange hier sein und bin froh, dass ich diesen Rhythmus finde.“

„Arm auf die Sitzlehne“, ruft Klubfotograf Alexandre Simoes Jobe zu, als der sich im komplett gelben Studio auf einen einsam im Raum stehenden Stuhl hockt. Die Kamera klickt. Der Blitz löst aus. Der 1,91 Meter große Athlet wirkt fast zu mächtig für die etwas in die Jahre gekommene Sitzgelegenheit. Nach Abschluss der Fotosession schaut sich Jobe noch mal um. Welches Setting er besser fand: Das mit den Luftballons, in dem er lächeln durfte? Oder das ganz gelbe, in dem der seriöse Jobe gefragt war? „The yellow one.“ Passt zu dem jungen Burschen aus der Nähe von Birmingham, der in Dortmund Ernst macht mit seinen Ambitionen, seinem Hunger nach mehr. Der bleibt ungestillt. Auch wenn der BVB in dieser Saison nicht mehr im DFB-Pokal und der Champions League mitmischt.

„Ich möchte den Ball haben“

„Jeder Profi, und das sage ich mir selbst auch immer, sollte diese Momente in der Saison niemals als das Saisonende betrachten. Das ist jedenfalls nicht die Art und Weise, wie ich meine Arbeit angehe, jeden Tag. Und das liegt daran, dass ich ein inneres Ziel habe. Ich möchte besser werden. Bei jedem Spiel, das ich spiele, möchte ich gewinnen. Ich möchte den Ball haben. Ich möchte zeigen, was ich kann. Körperlich und technisch zeigen, was ich kann. Es geht darum, zu einem Prozess beizutragen, der uns letztlich das gewünschte Ergebnis bringt. Das hat mit Disziplin zu tun, wie der Trainer auch gerne sagt. Und das zur Gewohnheit zu machen. Dann werden wir auch die richtigen Ergebnisse erzielen.“

An welchen Aspekten Deines Spiels möchtest Du persönlich in den kommenden Wochen und Monaten arbeiten?„Ich würde auf jeden Fall gerne mehr nach vorne kommen und im letzten Drittel mehr beitragen. Das ist etwas, was ich mir selbst immer wieder sage, dass ich es mehr tun muss. Aber in meiner Rolle muss man diszipliniert sein. Man muss an seine Teamkollegen denken und daran, wie sich die eigenen Aktionen auf die Mannschaft auswirken.“

„Ich habe zwar ein bisschen Heuschnupfen, aber nein, es ist toll, so ein Wetter zu haben. Ich wusste gar nicht, dass es hier so schön werden kann. Und zu wissen, dass es noch besser werden wird, ist super. Trainingseinheiten in der Sonne machen immer viel mehr Spaß. Man möchte so lange wie möglich draußen bleiben und sich verbessern. Also, ja, ich genieße es wirklich sehr.“

In dieser Zeit beginnen die Menschen wieder, mehr vor die Tür zu gehen und sitzen draußen in Cafés und Restaurants. Werden wir Dir in den kommenden Wochen in Dortmund begegnen? Oder wirst Du zu oft erkannt und bleibst lieber zu Hause?„Nun, ich werde oft erkannt, was ich als Kompliment empfinde. Wenn man in Dortmund ist, sind die Menschen immer so freundlich, so einfühlsam. Ich werde die Sonne in der Stadt genießen. Also wenn man mich trifft, darf man gerne Hallo sagen.“

Ich muss Dich noch etwas zu Deinen Deutschkenntnissen fragen. Wie kommen die voran?„Noch nicht so toll. Ich habe ein paar Sätze gelernt, ein paar Wörter, die ich jetzt nicht sagen werde. Ich nutze jede Möglichkeit, von den Leuten in der Umkleidekabine oder vom Staff zu lernen. Ich bin wirklich sehr wissbegierig.“

Ich möchte Dir nur drei neue Wörter beibringen: „Mach weiter so.“ Das heißt auf Englisch: „Keep up the good work.“„Okay, perfekt. Vielen Dank.“Autor: Christoph Bökamp Fotos: Alexandre Simoes

Der Text stammt aus dem Mitgliedermagazin BORUSSIA. BVB-Mitglieder erhalten die BORUSSIA in jedem Monat kostenlos. Hier geht es zum Mitgliedsantrag.

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