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·14 April 2026
Jadon Sancho ablösefrei – Dortmund und Leipzig kämpfen um das Ex-Talent

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·14 April 2026

Manchester United zieht Sanchos Vertragsoption nicht. Dortmund und Leipzig kämpfen um den 26-Jährigen – Gehalt und Laufzeit sind strittige Punkte.
Im Januar 2026 erzielte ein Flügelspieler bei Aston Villa sein erstes Tor nach monatelanger Anlaufzeit – ein spätes, fast trotziges Lebenszeichen in einer Saison voller Fragezeichen. Der Spieler war Jadon Sancho, 26 Jahre alt, ausgeliehen von Manchester United, das ihn längst abgeschrieben hat. Wenige Wochen später bestätigte das United-Board, die Vertragsoption für den Engländer nicht zu ziehen. Im Sommer wird Sancho ablösefrei – und plötzlich diskutiert halb Europa, wo seine Karriere weitergeht.
Borussia Dortmund meldet sich zurück. RB Leipzig steigt ein. Aston Villas Trainer Unai Emery gab Sancho zuletzt mehr Spielzeit, doch die Zahlen erzählen eine nüchterne Geschichte: ein Tor und drei Assists in 31 Einsätzen. Für einen Spieler, der einst 108 Torbeteiligungen in 137 BVB-Spielen sammelte, ist das ein Kontrast, der sich nicht wegreden lässt.
Der Auslöser ist eine Vertragsentscheidung. Laut Fabrizio Romano hat Manchester Uniteds Board beschlossen, die einjährige Verlängerungsoption in Sanchos Vertrag nicht zu aktivieren. Damit endet die Verbindung zwischen dem Klub und dem Spieler im Juni 2026 endgültig – nach fünf Jahren, in denen Sancho nie über längere Phasen das geliefert hat, was die Ablöse von 85 Millionen Euro versprach. Er wird den Verein als freier Spieler verlassen.
Dieses Signal hat einen Dominoeffekt ausgelöst. BVB-Geschäftsführer Lars Ricken bestätigte gegenüber Sport Bild, dass Dortmund den Transfer prüft. Florian Plettenberg von Sky Sports berichtete, dass die Schwarzgelben Sancho als Ziel betrachten und „in Gesprächen" seien. Parallel hat sich RB Leipzig in die Reihe der Interessenten eingereiht – der Bundesligist sieht in Sancho viel Potenzial.
Die Verhandlungen mit Dortmund drehen sich um Geld und Laufzeit. In England verdiente Sancho zuletzt zwischen 15 und 16 Millionen Euro jährlich. Der BVB bietet laut BILD ein Grundgehalt von fünf bis sechs Millionen Euro, aufgestockt durch leistungsabhängige Boni auf maximal sieben Millionen Euro. Mehr will Dortmund nicht zahlen. Auch ein Handgeld schließt der Klub aus. Zusätzliche Reibungspunkte liefert die Vertragslaufzeit: Sancho wünscht sich ein langfristiges Engagement, Dortmund tendiert zu einer kürzeren Bindung.
Intern hat sich die Stimmungslage beim BVB verschoben. Laut Ruhr Nachrichten findet der Plan, Sancho zurückzuholen, im Verein immer mehr Fürsprecher. Hans-Joachim Watzke gilt als Befürworter, und auch Trainer Niko Kovac soll dem Transfer zugestimmt haben. Ein Tausch deutet sich an: Karim Adeyemi strebt einen Wechsel in die Premier League an, Dortmund hat seine Preisvorstellung von 60 auf 50 Millionen Euro gesenkt. Sancho könnte die Lücke füllen, die Adeyemis Abgang hinterlässt.
Die Geschichte beginnt früh und steil. Im Alter von sieben Jahren trat Sancho der Akademie von Watford bei. Mit 14 wechselte er im März 2015 zu Manchester City, für eine anfängliche Gebühr von 66.000 Pfund. Zwei Jahre später war er dort bereits gescheitert – nicht sportlich, sondern im Machtkampf um Spielzeitgarantien. Im Juli 2017 strich City ihn aus dem Vorbereitungskader. Berichte über Einstellungsprobleme machten die Runde.
Am 31. August 2017 unterschrieb Sancho bei Borussia Dortmund, für rund acht Millionen Pfund. Was folgte, war eine der beeindruckendsten Entwicklungen eines Teenagers in der Bundesliga-Geschichte. In 137 Spielen für den BVB erzielte er 50 Tore und legte 58 weitere auf – eine Torbeteiligung alle 90 Minuten in seinen 104 Bundesliga-Einsätzen. In der Saison 2018/19 kam er auf 12 Tore und 14 Assists und wurde ins Bundesliga-Team der Saison gewählt. Ein Jahr später steigerte er sich auf 17 Tore, seinen Karrierebestwert. Im November 2018 landete er auf Platz zwei beim Golden Boy Award.
Die Krönung kam am 13. Mai 2021: zwei Tore beim 4:1-Sieg über RB Leipzig im DFB-Pokal-Finale. Sancho gewann außerdem den DFL-Supercup 2019 und wurde Torschützenkönig des DFB-Pokals 2020/21. Er verließ Dortmund als einer der produktivsten Flügelspieler Europas.
Dann kam Manchester United. Am 23. Juli 2021 wurde der Transfer für 73 Millionen Pfund abgeschlossen. Sancho unterschrieb einen Fünfjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr, dotiert mit bis zu 300.000 Pfund pro Woche. Die Erwartungen entsprachen der Ablösesumme. Die Realität nicht. In zwei Saisons absolvierte er 79 Einsätze und erzielte 12 Tore. In der Premier League stehen insgesamt neun Tore und sechs Assists in 58 Spielen – Zahlen, die den Kontrast zur Dortmunder Zeit scharf zeichnen. Der Spieler, der in der Bundesliga alle 90 Minuten an einem Tor beteiligt war, wurde in England zu einem Ergänzungsspieler, der selten über 90 Minuten auf dem Platz stand.
Der Bruch hatte ein konkretes Datum. Am 3. September 2023 strich Trainer Erik ten Hag Sancho aus dem Kader für das Spiel gegen Arsenal. Begründung: Sanchos Leistungen im Training hätten nicht den geforderten Standard erreicht. Was folgte, war ein öffentlich ausgetragener Konflikt, der beide Seiten beschädigte. Sancho wurde aus der ersten Mannschaft verbannt. Die Situation eskalierte so weit, dass eine Rückkehr in den Spieltagskader unter Ten Hag faktisch ausgeschlossen war.
Im Januar 2024 kehrte Sancho leihweise zu Borussia Dortmund zurück – und lieferte sofort. Er half dem BVB, bis ins Champions-League-Finale vorzustoßen. Dortmund und seine Fans erlebten noch einmal den Sancho, der Spiele an sich reißen konnte. Doch die Leihe endete, und der Spieler stand wieder vor der Frage, wo er dauerhaft hingehört.
Im Sommer 2025 folgte der nächste Anlauf: Chelsea. Dort spielte der Engländer unter neuen Vorzeichen, bei einem Klub, der selbst mitten im Umbruch steckte. Die Details seiner Chelsea-Zeit ordnen die Quellen knapp ein: ein „weiterer enttäuschender Aufenthalt." Aus dem Chelsea-Kapitel führte der Weg direkt in die nächste Leihe – zu Aston Villa, wo Sancho seit der Saison 2025/26 unter Vertrag steht.
In Birmingham begann es zäh. In der Premier League kam Sancho auf 19 Spiele, aber nur 763 Minuten – weniger als die Hälfte der möglichen Spielzeit. Null Tore, zwei Assists. In der Europa League sah es etwas besser aus: neun Spiele, 642 Minuten, ein Tor, ein Assist. Am 22. Januar 2026 traf er beim 1:0-Sieg gegen Fenerbahçe – sein erstes und bislang einziges Tor für Villa. Zuletzt steigerte Emery seine Einsatzzeit, ein Assist im Europa-League-Viertelfinale gegen Fenerbahçe und ein weiterer beim 2:0-Sieg über West Ham folgten. Dann warf ihn eine Schulterverletzung aus dem Hinspiel des Viertelfinals gegen den FC Bologna.
Das Muster, das sich durch Sanchos Post-Dortmund-Karriere zieht, ist die Diskrepanz zwischen Talent und Kontinuität. Vier Stationen in drei Jahren – Manchester United, Dortmund (Leihe), Chelsea, Aston Villa – ohne dass er bei einer davon den Status des unangefochtenen Stammspielers erobert hätte. Die Fähigkeiten, die ihn in der Bundesliga zum Shootingstar machten, blitzten immer wieder auf. Eine konstante Saison über 30, 35 Spiele auf dem Niveau seiner Dortmunder Jahre blieb aus.
Jadon Sancho wird im Sommer 2026 ablösefrei. Das senkt die Hürde für jeden Interessenten drastisch – und erklärt, warum der Markt sich plötzlich bewegt. Sky-Reporter Plettenberg bestätigt „multiple offers", über die Sancho nachdenken kann. An jedes dieser Angebote ist allerdings eine Bedingung geknüpft: Sancho muss eine Gehaltskürzung akzeptieren. Die Zeiten der 300.000 Pfund pro Woche sind vorbei.
Dortmund ist der naheliegendste Kandidat. Der BVB kennt den Spieler, der Spieler kennt den Verein. Die sportliche Logik ergibt sich aus Adeyemis wahrscheinlichem Abgang: Dortmund sucht einen Flügelspieler, Sancho ist verfügbar. Das finanzielle Angebot von maximal sieben Millionen Euro jährlich liegt weit unter Sanchos bisherigem Gehaltsniveau, aber der Markt gibt für einen Spieler mit seiner jüngsten Bilanz nicht mehr her.
RB Leipzig bringt eine andere Dimension ins Spiel. Der Klub sieht in Sancho eine herausragende Gelegenheit auf dem Markt der ablösefreien Spieler und verweist auf seine nachgewiesene Bundesliga-Qualität. Leipzig würde Dortmund einen Konkurrenten im eigenen Land gegenüberstellen – und Sancho eine Alternative bieten, die nicht mit der Bürde einer Rückkehr an alte Wirkungsstätte belastet wäre.
Offen bleibt die Frage der Vertragslaufzeit. Sancho strebt eine langfristige Bindung an. Der BVB denkt offenbar an eine kürzere Laufzeit – ein Schutzmechanismus für den Fall, dass die sportliche Wiedergeburt ausbleibt. Diese Differenz könnte zum entscheidenden Verhandlungspunkt werden.
Sancho ist in der Saison 2025/26 von Manchester United an Aston Villa ausgeliehen. Sein Vertrag bei United läuft im Juni 2026 aus, und der Klub hat entschieden, die einjährige Verlängerungsoption nicht zu ziehen. Ab Sommer 2026 ist er ablösefrei.
Trainer Erik ten Hag strich Sancho am 3. September 2023 aus dem Kader für das Arsenal-Spiel und begründete dies mit unzureichenden Trainingsleistungen. Der Konflikt eskalierte öffentlich, Sancho wurde aus der ersten Mannschaft verbannt. Eine Rückkehr in den Spieltagskader unter Ten Hag fand nicht mehr statt.
Die Verhandlungen zwischen Sancho und dem BVB laufen. Geschäftsführer Lars Ricken hat das Interesse öffentlich bestätigt, Trainer Niko Kovac soll dem Transfer zugestimmt haben. Differenzen bestehen beim Gehalt und bei der Vertragslaufzeit – Dortmund bietet maximal sieben Millionen Euro jährlich und tendiert zu einer kürzeren Bindung, als Sancho sich wünscht.
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