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·28 July 2026

John Stones zu Inter Mailand: Ein Risiko zum Nulltarif

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47,5 Millionen Pfund kostete John Stones im Sommer 2016. Zehn Jahre später bekommt ihn Inter Mailand für null. Der Preis ist an diesem Transfer trotzdem nicht das Problem.

Fabrizio Romano setzte am Montagabend sein bekanntes „here we go“. Vertrag bis Juni 2028, keine Option auf ein weiteres Jahr, rund vier Millionen Euro netto pro Saison. Der Medizincheck in Mailand steht noch aus, danach ist der 32-Jährige Spieler des italienischen Meisters. Arsenal, Chelsea und Juventus hatten angeklopft. Stones hat sich für Italien entschieden.


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Ein Jahrzehnt City – und ein Abgang ohne Ablöse

295 Pflichtspiele, 19 Tore, 21 Titel. Sechs englische Meisterschaften, die Champions League 2023, dazu die komplette Pokal-Sammlung. Stones war unter Pep Guardiola nie der Lauteste in dieser Mannschaft, aber über weite Strecken der Intelligenteste in der Aufstellung – der Mann, der als Innenverteidiger ins Mittelfeld einrückte, bevor halb Europa diesen Kniff kopierte.

Sein letzter Auftritt im City-Trikot: der 1:0-Erfolg gegen Chelsea im FA-Cup-Finale im Mai, Pokal über dem Kopf, Wembley im Rücken. Am 30. Juni lief der Vertrag aus. Manchester City verlängerte nicht – man hatte im Januar Marc Guéhi geholt und Josko Gvardiol langfristig gebunden. Die Planung für die Zeit nach Stones lief da schon.

986 Ligaminuten in zwei Jahren

Und damit zum eigentlichen Thema. Laut Sky Sports kam Stones in der abgelaufenen Premier-League-Saison auf 439 Einsatzminuten. In der Spielzeit davor waren es 547. Zusammengerechnet: 986 Minuten in zwei kompletten Ligajahren, umgerechnet knapp elf Spiele. Oberschenkel, Wade, muskuläre Probleme – die Liste wiederholt sich seit Jahren.

Der Klub selbst hat es in seinem Saisonrückblick nüchtern dokumentiert: 18 Pflichtspiele, 1.144 Minuten, kein Tor. Ein Kapitän ohne Kalender.

Bei der WM war er plötzlich wieder da

Die letzte Zeile dieser Tabelle ist der Grund, warum Inter überhaupt anruft. Bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika spielte Stones in vier Wochen mehr Fußball als zuvor in einer ganzen Premier-League-Saison. Er stand in jedem K.-o.-Spiel auf dem Platz, England holte Platz drei nach dem 6:4 gegen Frankreich in Miami.

Im kleinen Finale saß er zunächst draußen – Thomas Tuchel setzte gegen Mbappé und Barcola auf die schnelleren Beine von Guéhi und Konsa. Eine Formentscheidung war das nicht. Eine Tempoentscheidung schon.

Was Chivu in Mailand fehlt

Inter hat in diesem Sommer vier Routiniers ablösefrei ziehen lassen: Torhüter Yann Sommer, dazu Francesco Acerbi, Matteo Darmian und Stefan de Vrij, der nach acht Jahren zu Panathinaikos nach Griechenland ging. Über 800 Pflichtspiele Erfahrung, an einem Stichtag aus dem Kader gestrichen.

Cristian Chivu, der die Nerazzurri in seiner ersten Saison als Cheftrainer zum 21. Scudetto führte, lässt in einem 3-5-2 verteidigen. Bastoni, Akanji, Bisseck – das ist die Kette, und sie ist dünn besetzt. Stones passt in eine Dreierkette so gut wie in eine Vierer, und die hybride Rolle zwischen Abwehr und Sechserraum hat er in Manchester erfunden bekommen.

Der schönste Nebeneffekt: Manuel Akanji, den Inter im Januar per Meisterklausel fest verpflichtete, stand 58-mal gemeinsam mit Stones für City auf dem Rasen. Der Schweizer bekommt keinen neuen Kollegen, sondern einen alten wieder.

Solet abgesagt, Stones geholt

Hier wird es interessant. Monatelang stand Oumar Solet ganz oben auf Inters Liste – 26 Jahre alt, Innenverteidiger von Udinese, Ablöseforderung rund 25 Millionen Euro. Italienische Medien berichteten zuletzt, dass Inter das Interesse zurückgezogen habe, unter anderem wegen Bedenken bezüglich der körperlichen Verfassung des Franzosen.

Man lehnt also einen 26-Jährigen wegen Fitnessfragen ab und verpflichtet stattdessen einen 32-Jährigen, der in zwei Jahren nicht auf elf Ligaspiele kommt. Das ergibt nur dann Sinn, wenn man den Unterschied zwischen den beiden Rechnungen kennt: Solet hätte 25 Millionen gekostet, Stones kostet nichts. Bei einem Klub, der jede Ablösesumme dreimal umdreht, ist das kein Detail, sondern die ganze Logik.

Parallel läuft die Spur zu Cristian Romero weiter. Sollte Benjamin Pavard – nach seiner Leihe zurück und von Al Ittihad umworben – Mailand verlassen, könnte Inter beide holen. Laut Manchester Evening News wäre Stones sogar rechtzeitig für das Testspiel gegen seinen Ex-Klub City am Samstag präsentierbar.

Zwei Jahre, keine Option – Inter hat die Notbremse eingebaut

Die Vertragslänge verrät mehr als jede Pressemitteilung. Kein Dreijahresvertrag, keine Verlängerungsoption, Schluss im Juni 2028, wenn Stones 34 ist. Vier Millionen netto sind für Inters Verhältnisse ordentlich, aber sie sind kein Denkmal. Man hat sich einen Weltklassespieler auf Bewährung geholt.

Die Frage ist nicht, ob Stones gut genug für die Serie A ist. Sie ist längst beantwortet: 21 Titel, ein Jahrzehnt bei Guardiola, 550 Turnierminuten mit 32. Die Frage ist, ob eine Liga mit weniger Vollgas und ein Trainer, der ihn nicht jede Woche verheizen muss, aus einem Spieler wieder einen Stammspieler machen können. Inter setzt darauf, dass die Antwort ja lautet – und hat trotzdem vorsichtshalber ein Ablaufdatum eingebaut.

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