FC Bayern München
·28 February 2025
Jonas Kaufmann im Interview über die Stadionhymne
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·28 February 2025
Musik und Fußball - das passt eben zusammen, auch beim FC Bayern. Anlässlich des 125. Vereinsjubiläums hat der FCB eine neue Stadionhymne bekommen. Der Club Nr. 12, die Vereinigung der Fans und die Gruppen der Südkurve haben das gesamte Projekt in Eigeninitiative geplant und organisiert. Die neue Hymne wurde nach dem Bundesliga-Heimspiel gegen Heidenheim gemeinsam mit Startenor Jonas Kaufmann von 8.000 Fans in der Südkurve der Allianz Arena eingesungen. Im Interview spricht der gebürtige Münchner Kaufmann über das neue Werk, Emotionen im Fußball und in der Musik - und seine Leidenschaft für den deutschen Rekordmeister.
Herr Kaufmann, wie viel Überzeugungsarbeit war nötig, um Sie zum Mitwirken an der neuen Stadionhymen zu bewegen? „Ach, überzeugt werden musste ich überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Es gab ja schon seit Jahren immer wieder Diskussionen, dass es in der Allianz Arena etwas braucht, bei dem alle Fans voller Begeisterung mitsingen können. Etwas, das Emotionen weckt und für Gänsehaut sorgt. Eine Hymne, die sich wirklich nach FC Bayern anfühlt. Als dann die Anfrage von den Fanclubs kam, war ich sofort begeistert. Ich empfinde es als große Ehre, bei einem solchen Projekt mitwirken zu dürfen – vor allem als langjähriger Bayern-Fan.”
Sie sind es gewohnt, in großen Konzerthallen und Opernhäusern zu singen. Wie haben Sie den Moment der Aufnahme mit tausenden Fans in der Südkurve erlebt? „Es war ein unglaublich beeindruckendes Gefühl, mitten in dieser riesigen Fan-Gemeinschaft zu stehen und gemeinsam zu singen. Die Menschen um mich herum sind ja die echten Profis in Sachen Fangesang. Sie sind bei jedem Spiel dabei, egal ob zu Hause oder auswärts, und investieren so viel Leidenschaft, Zeit und oft auch Geld für ihren Verein. Das ist wirklich beeindruckend.”
War es für Sie eine besondere Herausforderung, in diesem riesigen Chor zu singen? „Die größte Herausforderung bei der Aufnahme bestand darin, die richtige Balance zu finden. Einerseits wollte ich mich dem Gesamtklang der Fans anpassen, andererseits musste ich auch eine gewisse Führung übernehmen, schließlich wurde die Aufnahme ohne Orchesterbegleitung gemacht. Es galt, den riesigen Chor aus tausenden Stimmen zusammenzuhalten, denn es gibt immer die Tendenz, dass sich das Tempo verselbstständigt. Da musste ich ein bisschen lenken, aber ohne zu dominant zu sein. Und natürlich wollte ich auch vermeiden, am Ende völlig ohne Stimme nach Hause zu gehen.”
Woher kommt Ihre persönliche Leidenschaft für den FC Bayern? „Fußball und der FC Bayern haben mich von klein auf fasziniert, vor allem durch meinen Vater, der mich immer wieder mit ins Stadion genommen hat. Als Kind hatte ich auch die klassische Bayern-Bettwäsche, Autogrammkarten der großen Stars hingen an meiner Wand. Was mich besonders beeindruckt hat: Bei unseren Verwandten in der DDR waren FC Bayern-Fanartikel eine absolute Rarität, sie wurden gehandelt wie Gold. Wenn ich bei Besuchen etwas mitgebracht habe, konnten meine Cousins nur staunen – das hat mir gezeigt, welche Strahlkraft dieser Verein besitzt.”
Wer sind denn Ihre Lieblingsspieler? „Einen einzigen Lieblingsspieler aus 125 Jahren zu benennen, ist fast unmöglich. Der FC Bayern hat so viele außergewöhnliche Fußballer hervorgebracht. Aber wenn ich es diplomatisch ausdrücken soll, dann vielleicht die zwei Müllers: Gerd und Thomas. Beide haben über verschiedene Epochen hinweg die Geschichte dieses Vereins geprägt und tun es bis heute.”
Die Inszenierung von Fußballspielen wird gerne mit der Oper verglichen. Wie treffend finden Sie diesen Vergleich? „Fußball bietet Raum für große Inszenierung, speziell bei besonderen Spielen, Endspielen. Was da alles auf die Beine gestellt wird, ist schon beeindruckend. Aber im Kern ist Fußball doch etwas anderes als eine Oper. In der Oper ist jeder Ton festgelegt, man kann ihn auch nach hundert Aufführungen noch genießen. Der Fußball dagegen ist zwar auch immer dasselbe Stück, aber mit ungewissem Ausgang. Fußball ist unberechenbar – und genau das macht ihn einzigartig, genau das macht den Reiz aus.”
Welche Oper passt am besten zum FC Bayern? Wagner? Verdi? Mozart? „Der heroischste unter den Opernkomponisten war sicherlich Richard Wagner – seine mächtigen, heldenhaften Melodien haben unzählige Werke inspiriert, von „Star Wars“ bis „Superman“. Insofern ließe sich der Einzug der Bayern-Spieler ins Stadion durchaus mit einer Wagnermelodie untermalen. Doch während des Spiels braucht es eine Vielfalt an Kompositionen, je nach Spielsituation. Wenn zum Beispiel Jamal Musiala an der Eckfahne drei Gegenspieler austanzt – so wie früher Wiggerl Kögl –, würde dazu ein spritziger Rossini oder Bizet perfekt passen.”
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Vereinshymnen und Fangesänge gehören fest zum Fußball dazu. Franz Beckenbauer, Gerd Müller, selbst die Nationalmannschaft haben schon eigene Songs eingesungen. Wie blicken Sie auf die Verbindung von Fußball und Musik? „Musik wurde letztlich dafür erfunden, Emotionen zu transportieren und zu verstärken. Das sieht man ganz klar in der Filmmusik – und genau das gilt auch für den Fußball. Ein so hochemotionaler Sport wird durch Musik noch intensiver, einprägsamer, es gibt noch mehr Gänsehautmomente. Deshalb passen Fußball und Musik großartig zusammen.”
Sie sind gerade auf Asien-Tournee – wie halten Sie Verbindung zum FC Bayern? „Ich bin leider kein Mitglied in einem der zahlreichen FC Bayern-Fanclubs in Asien und hatte daher noch keine Gelegenheit, hier ein Bayern-Spiel gemeinsam mit Fans zu schauen. Aber natürlich habe ich die FC Bayern-App auf meinem Handy, sodass ich immer auf dem neuesten Stand bin. Und heutzutage ist es ja auch kein Problem mehr, nachts um vier Uhr ein Champions League-Spiel live zu verfolgen. Egal, wo man auf der Welt bin – der FC Bayern ist immer mit dabei.”
Alle Informationen zur neuen Hymne findet Ihr hier:
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