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·31 May 2026
Kommentar: PSG ist das neue Nonplusultra

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Überhaupt erst zum zweiten Mal gelingt einer Mannschaft in der modernen Ära der Königsklasse die Titelverteidigung: PSG hat durch den Sieg im Elfmeterschießen gegen Arsenal letztlich eindrucksvoll bewiesen, dass sie das neue Nonplusultra im europäischen Vereinsfußball sind. Ein Kommentar.
Aus Budapest berichtet Michael Bojkov
Einzig Real Madrid hatte diesen besonderen Status bis zum späten Samstagabend inne: Die Königlichen waren bis dato der einzige Klub, dem es in der modernen Ära der Champions League gelang, den Titel zu verteidigen. Diese Exklusivität sind die Spanier nun los – weil es ihnen mit PSG eine Mannschaft gleichtat, die gerade dabei ist, eine fußballerische Dynastie aufzubauen.
Fairerweise war der französische Branchenprimus schon nach dem letztjährigen Triple-Sieg das Team, das es in der Champions League zu schlagen galt. Wer mit Bayern im Halbfinale und jetzt Arsenal seine aktuell wohl stärksten Widersacher ausschaltet und sich damit zum zweiten Mal hintereinander auf den Thron Europas setzt, hat sich spätestens da einen Nimbus erschaffen, den andere Teams jetzt erst einmal durchbrechen müssen.
Der Triumph über Arsenal war am Ende zweifellos ein Sieg der Mentalität. Trotz der frühen kalten Dusche von Kai Havertz hat sich die Mannschaft von Luis Enrique nicht aus dem Konzept bringen lassen und letztlich auch in der Elfmeterlotterie Nervenstärke bewiesen. Es wäre allerdings vermessen genug, von purem Glück zu reden, das PSG den zweiten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte bescherte. Die Pariser waren über nahezu 120 Minuten die dominante Mannschaft und machten deutlich mehr für das Spiel.
Neben 75 Prozent Ballbesitz stehen in Summe 21:7 Torschüsse zu Buche. Letztere resultierten bis zur Schlussphase zwar nicht in hochkarätigen Torchancen – weil Arsenal seinen Status als defensivstärkste Mannschaft Europas mit nur sieben Gegentreffern in der abgelaufenen Champions-League-Saison und keiner einzigen Niederlage nach regulärer Spielzeit untermauerte und aufopferungsvoll verteidigte. Dass irgendwann auch dieser Bann brechen sollte, spricht wiederum für die enorme individuelle Klasse, die PSG in den eigenen Reihen hat. So streifte Khvicha Kvaratskhelia mit einen abgefälschten Aluminiumtreffer nach 77 Minuten haarscharf am Pariser Führungstreffer und damit womöglich dem Sieg nach regulärer Spielzeit vorbei – einem verdienten Sieg, wohlgemerkt.
Auch das Thema körperliche Frische war durchaus ein Faktor am Samstagabend in der Puskas Arena. PSG hatte hintenraus mehr Körner, Arsenal musste früher wechseln und die Verlängerung sinnbildlich mit einem sichtbar verletzten Piero Hincapie über die Zeit bringen. Natürlich dürfte all das der Tatsache geschuldet sein, dass der französische Hauptstadtklub deutlich weniger Pflichtspiele als Arsenal im Kreuz hat und in der Liga auch ständig rotieren konnte.
Dass Luis Enrique in Warren Zaire-Emery und Bradley Barcola in den Schlussminuten der regulären Spielzeit nochmal zwei hochkarätige Trümpfe von der Bank bringen konnte, ist indes auch ein Luxus, der sich in der Form aktuell keine andere Topmannschaft in Europa leisten kann – und das nächste Zeugnis einer herausragenden Pariser Kaderplanung über die letzten Jahre. Allein durch diesen Vorsprung im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Topmannschaften wird die Titelentscheidung in der Champions League auch im kommenden Jahr nur über PSG gehen. Dass der Hunger ausgeht, ist nach zwei gewonnenen Titeln in Folge eigentlich nicht vorstellbar. Schließlich dürfte an der Seine jedem klar sein, dass man mit einem Champions-League-Hattrick den Rekord von Real Madrid einstellen würde, denen es zwischen 2016 und 2018 als bislang einziger Klub gelang, den Henkelpott dreimal in Folge zu gewinnen. Aber bis dahin ist ja auch noch eine Menge Zeit.







































