Kwasniok vor Rheinderby unter Druck: „Jungs geben ihr letztes Hemd“ | OneFootball

Kwasniok vor Rheinderby unter Druck: „Jungs geben ihr letztes Hemd“ | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 90PLUS

90PLUS

·21 March 2026

Kwasniok vor Rheinderby unter Druck: „Jungs geben ihr letztes Hemd“

Article image:Kwasniok vor Rheinderby unter Druck: „Jungs geben ihr letztes Hemd“

Lukas Kwasniok war bestens vorbereitet, der schwer angezählte Trainer des 1. FC Köln hätte sämtliche Statistiken und Vorlieben von Borussia Mönchengladbach detailliert vortragen können. Nur: Sie interessierten bei der Spieltagspressekonferenz lediglich am Rande. Stattdessen musste Kwasniok, der im Rheinderby dringend einen Sieg benötigt, ständig über Said El Mala sprechen – und entsprechend verging ihm die gute Laune. Die vielen Fragen nach dem Kölner Shootingstar, den Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht nominiert hatte, gingen Kwasniok gehörig auf die Nerven.

„Wie soll’s dem Jungen gehen? Auf gut Deutsch gesagt ist das pervers, was heutzutage mit 18-, 19-Jährigen passiert, was für einen Druck die aushalten müssen“ schimpfte der Coach: „Ich glaube, dass wir ihm die Freude am Dribbling genommen haben. Er dribbelt nicht mehr so viel. Da sind wir alle in der Verantwortung.“


OneFootball Videos


Dabei ging es nicht um Nagelsmanns Entscheidung, sondern um einen Medienbericht, der besagt, dass El Mala inmitten des Kölner Abstiegskampfes dem englischen Klub Brighton & Hove Albion eine Wechselzusage gegeben habe. Deshalb werde der 19-Jährige „in dieser komischen sozialen Welt offensichtlich durchbeleidigt“, sagte Kwasniok. Irgendwann, so die Sorge des Trainers, würden El Mala und Co. die Freude am Fußball verlieren.

Derby als wichtigstes Spiel überhaupt

Dabei benötigt der FC die Spielfreude El Malas jetzt mehr denn je. Nach dem sehr starken Saisonstart zeigt der Trend schon seit vielen Wochen klar nach unten, nur zwei der vergangenen 17 Spiele hat Köln gewonnen. Das liest sich wie die Bilanz eines Absteigers, und mittlerweile zeigt dies auch die Tabelle. Der FC ist 14. und hat nur einen Punkt mehr als der FC St. Pauli auf dem Relegationsrang. Andererseits könnte er mit einem Sieg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im 100. Bundesliga-Derby einen ordentlichen Sprung machen und Mönchengladbach überholen.

Bei dann noch sieben ausstehenden Spielen hätte dies eine große Signalwirkung, ein Sieg gegen den Erzrivalen kann mehr wert sein als diese drei Punkte. Auch für Kwasniok. „Die Jungs geben ihr letztes Hemd. Ich hoffe, man spürt, dass das der Trainer auch tut“, sagte der 44-Jährige: „Dass ich um die Möglichkeit, dauerhaft FC-Trainer bleiben zu können, kämpfe und alles dafür tue.“

Es sei für ihn keine Überraschung, dass Köln als Aufsteiger gegen den Abstieg spiele – das hatte Kwasniok schon in der Vergangenheit gesagt, als das Punktepolster noch nicht so aufgezehrt war. Als Endspiel um den Trainerjob hatte die Vereinsführung das Gladbach-Duell nicht bezeichnet, wohl aber den Druck erhöht. Das jüngste 1:1 beim Hamburger SV, das El Mala gerettet hatte, sei „ein kleiner Schritt“ gewesen, hatte Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler gesagt. Nun gehe es darum, „einen großen zu machen“.

Also darum, ein Spiel zu gewinnen. Das war in der Hinrunde in Mönchengladbach nicht gelungen, dort gab es ein ärgerliches 1:3, das der FC jetzt geraderücken will. „Wenn wir in Führung gehen können, sind wir in der Lage, ihnen wehzutun“, sagte Kwasniok.

View publisher imprint