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FC Bayern München

·18 January 2026

Legends Cup lässt Fußballgeschichte lebendig werden

Article image:Legends Cup lässt Fußballgeschichte lebendig werden

Es beginnt lange vor dem ersten Anpfiff. Schon beim Betreten des SAP Garden fällt auf, wie sehr dieser Ort von Erwartungen und Erinnerungen aufgeladen ist. In den Gängen bleiben Menschen stehen, zeigen auf Trikots, lächeln, erzählen. Jerseys aus allen Jahrzehnten hängen auf den Schultern der Fans, manche noch mit verblassten Namen auf dem Rücken, andere in leuchtenden Farben – ein Meer aus Stoffen, das die Vereinsgeschichte sichtbar macht. Und genau darin liegt ihre Kraft. Vergangenheit ist an diesem Abend nichts Abgeschlossenes. Sie ist präsent, greifbar, mitten im Jetzt.

11.000 Fans füllen die Ränge, die Arena im Münchner Olympiapark ist ausverkauft. Gespräche auf den Tribünen drehen sich um Wembley, um WM-Sommer, um Champions-League-Nächte. Immer wieder fällt dieser Gedanke: Weißt du noch?


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Auf dem Rasen sammeln sich Spieler, deren Karrieren ganze Kapitel der Fußballgeschichte geschrieben haben. Klaus Augenthaler und Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Giovane Élber. Und daneben Arjen Robben und Franck Ribéry, deren Bilder noch immer frisch sind – weil sie sich eingeprägt haben. Unterschiedliche Epochen, ein gemeinsamer Moment.

Der FC Bayern Legends Cup bringt ehemalige Spieler des FC Bayern und internationaler Top-Clubs zusammen. Borussia Dortmund, Real Madrid, Juventus Turin, Celtic Glasgow und Eintracht Frankfurt sind zu Gast. Gespielt wird im Hallenformat, vier gegen vier plus Torhüter – schnell, direkt, intensiv. Doch wichtiger als der Modus ist der Gedanke dahinter.

„Der Franz Beckenbauer-Cup im letzten Jahr war ein solcher Erfolg, dass wir beschlossen haben, den Legends Cup aufleben zu lassen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen. „Das ist gelebte Geschichte heute.“ Making history present – dieses Motto schwebt nicht über dem Turnier, es durchzieht es. Es geht nicht um Nostalgie, nicht um ein bloßes Zurückschauen. Sondern darum, Geschichte wieder in Bewegung zu bringen. Sie nicht zu erzählen, sondern spielen zu lassen. Was hier entsteht, ist kein Blick zurück aus der Distanz – sondern ein bewusstes Heranholen der Vergangenheit in die Gegenwart.

Robben & Ribéry: Wenn Bewegungen Erinnerungen tragen

Auch die Spieler haben sich auf diesen Tag vorbereitet – mit einem geselligen Abend am Samstag stimmten sich die teilnehmenden Mannschaften auf das sportliche Event am Sonntag ein. Am Ende waren es nicht die Ergebnisse, die dieses Turnier definierten. Es waren die Muster. Arjen Robben nimmt den Ball auf der rechten Seite an, zieht nach innen, sucht den Abschluss mit links. Ein Ablauf, der sich eingeprägt hat. Franck Ribéry fordert den Ball, geht ins Dribbling, beschleunigt – diese Mischung aus Leichtigkeit und Entschlossenheit, die man sofort wiedererkennt.

Dieser Inhalt kann hier leider nicht dargestellt werden. Zum Anschauen kannst du die Website des FC Bayern München besuchen: Artikel auf fcbayern.com

Im Zentrum ordnet Mark van Bommel mit vertrauter Präsenz, laut, klar, kompromisslos. Auch im Tor zeigt sich: Erfahrung bleibt abrufbar. Hans-Jörg Butt und Tom Starke antizipieren mehr, als sie reagieren müssen. Holger Badstuber bringt Ruhe ins Spiel, liest Situationen früh. Mario Mandžukić arbeitet gegen den Ball, reißt Räume auf – genau so, wie man es aus entscheidenden Spielen kennt.

Das erste Spiel gegen Juventus Turin setzt früh den Ton. Kein vorsichtiges Abtasten, kein Abwarten. Das Spiel ist direkt, intensiv. Dann diese Szene: Robben treibt den Ball über rechts, hebt kurz den Kopf, spielt in den Lauf von Ribéry. Abschluss, Tor. Ein Moment, der mehr ist als ein Treffer. Weil er Erinnerungen öffnet. Weil er zeigt, dass Automatismen bleiben – selbst wenn Jahre dazwischenliegen. Die Halle reagiert sofort. Applaus, ein kollektives Raunen. „Es geht richtig zur Sache, es ist sehr viel Qualität auf dem Platz“, sagt Mark van Bommel nach dem 4:3-Auftaktsieg.

Fans mittendrin – Stimmen und Emotionen

Das Spiel läuft in einem kompakten Hallenformat: kaum Platz, jeder Ballkontakt zählt, jede Bewegung muss sitzen. Entscheidungen fallen blitzschnell, das Tempo ist hoch, die Aktionen kreativ und überraschend – wie ein Spiel, das die Vergangenheit auf kleinem Raum neu erzählt. Vielleicht ist es genau dieser Rahmen, der Making history present so spürbar macht: Bekannte Muster und Bewegungen tauchen wieder auf, nicht als Kopie, sondern als lebendige Fortsetzung. Alte Stärken wirken verdichtet, neue Momente entstehen aus dem Zusammenspiel von Erfahrung und Spielfreude.

Daniel Braun aus Nürnberg steht heute in der Mitte der Tribüne. Er erzählt, dass er selbst Fußball spielt und seit seiner Kindheit Bayern-Fan ist – eine Leidenschaft, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Für ihn wird Geschichte heute sichtbar: Die Spieler, die er früher nur vom Fernseher kannte, sind live auf dem Platz, und mit jeder Aktion tauchen Erinnerungen an große Momente wieder auf. „Mit all den Spielern, die heute da sind, verbindet man ja gewisse Momente, Geschichten und Titel, die gesammelt wurden“, sagt er. Die Begegnung mit den Legenden weckt ein starkes Gefühl von Vergangenheit, das sich mit dem Hier und Jetzt verbindet.

Tobias Rietzler und Krissi Seibel aus dem Allgäu berichten ähnlich: Sie spüren die Strahlkraft der Legenden, nicht nur bei Bayern, sondern auch bei den Gastmannschaften. Rietzler beschreibt, wie die geballte Präsenz früherer Top-Spieler die Halle füllt und die Zuschauer mitreißt, während Seibel ergänzt, dass das Zusammenspiel von früheren Stars und dem unmittelbaren Erlebnis im SAP Garden eine Art geballte Erinnerung schafft, die intensiver wirkt als jede Fernseherfahrung. Sie sind beeindruckt von der Fitness der Spieler und der Intensität, mit der sie selbst im fortgeschrittenen Alter agieren.

Die Begeisterung der Fans zeigt sich in jedem Moment: Jubel, wenn Robben und Ribéry kombinieren, leises Raunen bei schönen Tricks, ein zufriedenes Lächeln bei gelungenen Pässen. Sie beobachten genau, staunen über Bewegungen, die sie aus der Vergangenheit kennen, und lassen sich von der Atmosphäre tragen. Für viele ist es ein Tag, an dem Vergangenheit und Gegenwart auf magische Weise zusammenkommen.

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Nach zwei knappen Siegen gegen Juventus Turin (4:3) und Eintracht Frankfurt (2:1) ziehen die Münchner als Gruppenerster ins Halbfinale ein. Dort erreicht das Turnier eine besondere Dimension. Bayern gegen Real – Namen, die Jahrzehnte europäischer Fußballgeschichte repräsentieren. Das Tempo steigt, die Intensität ist spürbar. Jeder Zweikampf, jeder Pass, jede Chance wird von den Zuschauern mit Spannung verfolgt. Auch wenn die aufopferungsvoll kämpfenden Bayern mit 0:2 unterliegen, spürt jeder im SAP Garden: Geschichte wird nicht nur erinnert – sie spielt jetzt. „Es ist immer eine Freude, wenn man die Halle anschaut“, sagt Robben. „Für die Fans und für uns ist es einfach schön. Ich freue mich, die alten Freunde zu sehen und gemeinsam Spaß zu haben. München ist mein zweites Zuhause, das Gefühl hier ist immer besonders.“

Spielfreude bis zum Schluss

Kaum war die Partie vorbei, schon füllte sich der Hallenboden wieder mit Energie. Im Spiel um Platz drei gegen Juventus waren die FC Bayern Legends auf Wiedergutmachung aus – und zeigten noch einmal, warum ihre Geschichten über die Jahre hinweg unvergessen geblieben sind. Robben zieht wie in alten Zeiten nach innen, Ribéry sprintet unermüdlich in die Tiefe, Klinsmann bewegt sich im Strafraum mit dem Instinkt eines Torjägers. Hackentore, präzise Seitfallzieher, überlegte Doppelpasses – jeder Ballkontakt wird vom Publikum gefeiert, das die Halle mit jedem Jubel bebt. Kinder und Erwachsene stehen auf, rufen Namen, zeigen auf die Spieler in Trikots aus vergangenen Jahrzehnten.

Am Ende steht ein spektakuläres 9:4, das zum Sinnbild des Abends wird: ein Spiel, das Erinnerungen weckt, Spielfreude spürbar macht und zeigt, wie Vergangenheit in der Gegenwart lebendig wird. „Ich habe es sehr genossen – die ganzen Generationen, die sich hier treffen und super verstehen“, sagte Jürgen Klinsmann. „Man sieht Kindern mit Trikots, die wir in den 90ern anhatten. Das zeigt, welche Strahlkraft der FC Bayern hat.“

Auch das Finale zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid (3:2) ist geprägt von Spannung und Intensität. Torjäger Mladen Petrić ist an diesem Abend der überragende Mann auf Dortmunder Seite, im Finale schießen Sokratis und Mats Hummels den BVB zum Turniersieg. Doch nicht nur die Tore machen diesen Tag besonders. Präsident Herbert Hainer betont die Bedeutung des Turniers: „Die Beteiligten haben heute einen tollen Fußball gespielt, wir waren alle begeistert. Mit diesem Turnier versuchen wir, Generationen zu vereinen und zu verbinden. Die Fans haben den ganzen Tag zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht.“ Dabei unterstreicht der Club nicht nur die sportliche Dimension: Vor der Siegerehrung überreichte Hainer einen Scheck über 100.000 Euro an das Haus an der Pilgersheimer Straße, eine Einrichtung, die seit Jahrzehnten Wohnungslose in München betreut.

Making history present – an diesem Abend war das mehr als ein Motto. In jedem Sprint, in jeder Ballberührung, in den Blicken der Fans und dem Lachen der Spieler spürte man, dass Geschichte nicht vergangen ist. Sie ist wieder da, auf dem Spielfeld, in der Halle, mitten unter uns.

Der ausführliche Bericht zu den Ergebnissen beim Legends Cup:

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