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·31 May 2026

Luis Enriques Kollektiv: Wie PSG aus einem Star-Ensemble eine Einheit formte

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Paris Saint-Germain gewinnt das Finale in Budapest 4:3 nach Elfmeterschießen. Dembélé trifft, Gabriel scheitert, Havertz erlebt bittere Niederlage.

Budapest, ein Elfmeterschießen, ein Pfostenschuss, ein verschossener Versuch von Gabriel über das Tor – und am Ende ein Triumph, der mehr ist als ein zweiter Titel in Folge. Paris Saint-Germain hat den Henkelpott verteidigt, 4:3 nach Elfmeterschießen gegen den FC Arsenal, 1:1 nach Verlängerung. Damit reiht sich PSG in einen Klub ein, dem zuvor nur Real Madrid angehörte: Wiederholung eines Champions-League-Titels in der Folgesaison. Allein diese statistische Marke verändert die Wahrnehmung des Pariser Projekts grundlegend.


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Denn jahrelang stand PSG für etwas anderes als für Erfolg im Wettbewerb, der diesen Klub am meisten interessiert hat. Das von Katar finanzierte Milliardenprojekt galt als Ansammlung großer Namen, als Bühne für Solisten, als teures Versprechen ohne Einlösung. Was sich unter Luis Enrique vollzogen hat, ist deshalb kein bloßer Trainereffekt, sondern eine strukturelle Verschiebung. Aus dem Star-Ensemble ist eine Einheit geworden – eine Mannschaft, die in Budapest auch dann nicht zerfiel, als sie früh in Rückstand geriet.

Dieser Rückstand trug einen vertrauten Namen. Kai Havertz nutzte nach einem verunglückten Befreiungsschlag von Marquinhos die erste Chance des Spiels, drosch den Ball aus spitzem Winkel unhaltbar ins Tor (6.) und wurde damit zum ersten Deutschen, der in zwei Champions-League-Endspielen getroffen hat. Es war der Stempel des Mannes, der 35 Saisonspiele verletzungsbedingt verpasst hatte und dem Mikel Arteta dennoch das Vertrauen für die Startelf schenkte. Arsenal verteidigte tief, ließ den Pariser Ballbesitzfußball ins Leere laufen, kam phasenweise auf knapp 80 Prozent Ballbesitz für den Gegner – und hatte die beste Defensive des Wettbewerbs auf seiner Seite.

Doch Paris fand den Hebel. Cristhian Mosquera brachte Chwitscha Kwarazchelia im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Daniel Siebert zeigte entschlossen auf den Punkt, und Weltfußballer Ousmane Dembélé verwandelte cool links unten zum 1:1 (65.). Danach drehte PSG auf, Kwarazchelia scheiterte am Pfosten (77.), in der Verlängerung blieb Havertz entkräftet auf der Bank. Arsenal forderte vehement einen Strafstoß, als Noni Madueke zu Fall kam (102.), Siebert ließ weiterspielen. Im Elfmeterschießen schoss Gabriel entscheidend über das Tor.

Was bleibt, ist ein Bild der Gewichtsverlagerung. Luis Enrique, beim SID als „Taktik-Freak" beschrieben, hat geschafft, was den teureren Pariser Konstellationen vor ihm verwehrt blieb: das Kollektiv über die Namen zu stellen. Schon 2025 war Paris im Finale über Inter Mailand hinweggefegt, 5:0. Nun also der zweite Triumph, vor 61.035 Zuschauern in der ausverkauften Puskas-Arena, beobachtet von Thierry Henry und FIFA-Präsident Gianni Infantino. Unweit des Eiffelturms ist für Sonntag eine blau-rote Party geplant.

In London wird ebenfalls gefeiert, aber „nur" die Meisterschaft. Arsenal hatte das Endspiel ohne Niederlage und mit nur sechs Gegentoren erreicht, war als Herausforderer nach Budapest gekommen – „Wir sind hier, um ihnen den Titel abzunehmen", hatte Arteta gesagt. Geblieben ist die Erkenntnis, wieder zur europäischen Spitze zu gehören. Geblieben ist auch die alte Wunde: Schon 2006 hatte Arsenal ein Finale verloren, in Paris gegen Barcelona, 1:2. Der erste Henkelpott der Klubgeschichte muss weiter warten. Havertz, der 2021 mit Chelsea schon einmal triumphiert hatte, verpasste seinen zweiten.

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