Vertikalpass
·2 February 2026
Medomenal!

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Der VfB und der SC Freiburg mit völlig verschiedenen Herangehensweisen. Drei Faktoren entschieden das Spiel, nach dem der VfB zwölf Punkte (!) Vorsprung auf Platz sieben hat.
Freiburg ist anstrengend. Der Trainer, die Spieler, die Spielweise. Denn der SC wollte lediglich nicht verlieren und der VfB, der wollte unbedingt gewinnen. Und wurde für diesen Spielansatz spät belohnt.
Passiv, offensiv mutlos und abwartend traten die Breisgauer auf, investierten lediglich defensiv viel ins Spiel: knackige Zweikämpfe, teilweise mit einer Sechserkette in der letzten Linie. Nach vorne gewohnt einfallslos: lange Schläge auf Igor Matanovic, der für zweite Bälle sorgen sollte, in dem er in erster Linie in seine Gegenspieler hineinspang. Das Spielkonzept ging einmal auf, als Derry Scherhant „nach einem Gewusel“ (Sebastian Hoeneß) völlig frei vor Alex Nübel auftauchte. Den muss er machen.
Der VfB arbeitete sich am Gegner ab, spielte immer wieder geduldig in die Spitze, ließ den Ball laufen, ohne dem Gegner etwas anzubieten, wenn er einmal verloren wurde. Außer bei der Hero-Grätsche von Finn Jeltsch, der nach einem 50-Meter-Laufduell mit Yuito Suzuki den Torschuss verhinderte – zuvor hatte Jeltsch durch eine Unsauberkeit für genau diese Situation selbst gesorgt.
Torchancen hatte der VfB genug: Deniz Undav, Nikolas Nartey, Josha Vagnoman, Bilal El Khannouss. Entweder der Torabschluss war nicht sauber genug oder Noah Atubolu verhinderte den Einschlag – ohne allerdings besonders außergewöhnliche Saves zeigen zu müssen.
Drei Faktoren letztlich entscheidend für den verdienten VfB-Sieg:
1. Spielansatz Auch in der 80. Minute spielte der VfB nach vorne, das sah „teilweise nach Handball aus“ (Hoeneß), mit dem Unentschieden wollte sich keiner aus Cannstatt zufrieden geben. Das Tor entstand aus einer hohen Pressingsituation, weil Maxi Mittelstädt und Chris Führich erst Bruno Ogbus isolieren und ihm dann den Ball wegnahmen. Beruhigend, dass sich Gegner mit ihrer destruktiven Spielweise nicht immer belohnen (wie zuletzt beim Heimspiel gegen Union Berlin).
2. Kader Hoeneß wechselte erst Mittelstädt und Führich ein, dann Ermedin Demirovic und Chema. Drei der vier entscheidend am goldenen Treffer beteiligt. Wie ab deren Einwechslung sowieso jede gefährliche Situation über die Seite von Mittelstädt und Führich entstand.
3. Individuelle Qualität Demirovic hat es nicht einfach beim VfB: stets wird gebruddelt über ihn, manche glauben, er könne nichts. Nach seinem Ermüdungsbruch erzielte er in gerade mal 260 Spielminuten drei Treffer. Das entscheidende 1:0 technisch hervoragend mit einem Volleyschuss, nachdem Undav ihm den Ball von links brilliant quer legte. Zuvor Ballan- und -mitnahme von Undav in einer fließenden Bewegung. “Das Auge, was er hat und wie er Spieler in Szene setzen kann, können in der Bundesliga nicht viele.” (Demirovic)
Das Tor einfach phänomenal-medomenal, es ließ die Bank des VfB und das Stadion explodieren, es wäre allerdings ohne Alex Nübel nichts wert gewesen. Nach einem Chipball von Enzo Grifo konnte Ogbus den Ball behaupten, seinen Schuss aus sieben Metern hielt Nübel jedoch mit einem überragenden Reflex. Eine Monster-Parade des VfB-Keepers, die dem VfB erneut Punkte sichert, wie zuletzt die gegen Union.

Auch die VfB-Bank drehte völlig auf nach dem späten 1:0. Demirovic wollte mit seinem Jubel nicht die Freiburger provozieren, sondern suchte auf der Tribüne Familie und Freunde, die zum ersten Geburtstag seiner Tochter zu Besuch waren.
Der SC Freiburg muss sich vorwerfen lassen, es zu wenig versucht zu haben. Der VfB dagegen ließ den Gegner viel zu lange im Spiel. Aber eine neue Qualität des VfB ist es, auch nach Rückschlägen an sich zu glauben und Spiele spät zu entscheiden, wie zuletzt gegen Bern und Frankfurt.
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Rund um den Brustring spricht beim goldenen Tor von Demirovic von einem „12-Punkte-Schuss“
Bilder: Alex grimm (Getty Images)








































