Mika Haas: Wo landet die Entwicklungsrakete? | OneFootball

Mika Haas: Wo landet die Entwicklungsrakete? | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: Treffpunkt Betze

Treffpunkt Betze

·18 February 2026

Mika Haas: Wo landet die Entwicklungsrakete?

Article image:Mika Haas: Wo landet die Entwicklungsrakete?

Sieben Jahre, elf Monate, eine Woche und fünf Tage nach Robin Koch war es schließlich so weit. Am 5. Spieltag brachte Markus Anfang in der 85. Minute der Partie gegen Hannover 96 den damals 19-jährigen Mika Haas für Erik Wekesser. Nach fast acht Jahren sollte endlich wieder ein „echter” Lautrer in der 2. Liga für den FCK auflaufen. Und auch wenn Haas keinen großen Einfluss auf das Endergebnis hatte und sogar noch ein weiteres Gegentor hinnehmen musste, wirkte diese Einwechslung wie eine Zeitenwende. Nach den Jahren in der dritten Liga und den ersten Spielzeiten im Unterhaus scheint der Weg aus dem Fröhnerhof in den Profikader auf den Betze endlich wieder möglich. Zwar befeuerten viele Aspekte wie die Personalprobleme auf der linken Abwehrseite sowie der mutige Cheftrainer Anfang den Aufstieg des Shootingstars, doch über allem steht das unbestrittene Potenzial des Lautrers. Die Analyse zeigt, was den U20-Nationalspieler Deutschlands ausmacht, wo noch Luft nach oben ist und wohin der Weg für Mika Haas noch führen kann.

Lautrer Herzblut: heiß im Zweikampf - kalt vor dem Tor

Zunächst eine Beobachtung, die sich statistisch nur bedingt nachweisen lässt: Mika Haas lässt sein Herz auf dem Platz. Egal, ob er fünf Minuten gegen Hannover oder 90 Minuten gegen Kiel spielt, das Betze-Gen und die damit verbundende Galligkeit sowie der unermüdliche Wille schlummert unweigerlich in dem Linksverteidiger. Während die Mehrheit darüber stritt, ob Florian Kleinhansl oder Erik Wekesser auf der linken Seite die Nase vorn hat oder ob der FCK sogar noch einen weiteren Transfer braucht, nutzte der damals gerade 20 Jahre alt gewordene Youngster seine Chance. Nach seinem Startelf-Debüt beim Heimsieg gegen Schalke 04 steuerte Haas zwei Assists im Pokal bei, zeigte weitere starke Leistungen gegen Elversberg und Darmstadt und verwies die beiden gestandenen Profis auf die Ersatzbank. Dabei sprechen nicht nur das reine Talent und der gute Wille für den Linksfuß, auch die Zahlen stimmen. So überzeugt der Lautrer Linksverteidiger mit hohen Zweikampfwerten – nicht nur, was die Quote, sondern auch das Pensum betrifft. Haas führt 6,42 Duelle pro 90 Minuten und gewinnt 59 %. Im Ligavergleich liegt der Jungspund damit im oberen Viertel auf seiner Position. Auch die überdurchschnittliche Menge an erfolgreichen Dribblings zeigt, wie gut das System Lieberknecht dem Lautrer bekommt und welche Aufgabe er hauptsächlich erfüllt. Haas bringt die Bälle vom Mittelfeld ins Angriffsdrittel und zieht die gegnerische Abwehrreihe auseinander. Eine weitere Qualität des 20-Jährigen ist seine Eigenschaft als sogenannter „Box-Crasher“. Während sein Pendant auf der rechten Seite, Paul Joly, aus der Tiefe flankt, läuft Haas in den gegnerischen Strafraum auf den zweiten Pfosten und sorgt so für Torgefahr. Zweimal konnte der FCK auf diese Art und Weise schon ein Tor erzielen. Hier profitiert das Team von Ivan Prtajin, der viele Abwehrspieler auf sich zieht, sowie von Mika Haas, der durch seinen Torriecher eine zusätzliche Gefahr darstellt.


OneFootball Videos


(noch) Nicht das Oberste Regal

Bei allem Lob, das der Rookie für seine Leistungen erhält, gibt es natürlich auch Raum für Verbesserungen. Das ist verständlich, denn das Talent spielt seine erste Profisaison und macht das zwar stark, ist aber eben noch nicht auf elitärem Zweitligalevel. Vor allem im spielmachenden Bereich zeigt Mika Haas Defizite. Seine Passquote, seine Chancenerarbeitung und seine Flankenqualität lassen noch zu wünschen übrig. Hier macht sich der Sprung aus der Oberliga ins Unterhaus und die damit steigenden Anforderungen bemerkbar. Eine Rolle spielen hier weniger Zeit für Flanken, stärkere Gegenspieler und natürlich auch der wachsende Druck. Dass Haas die Grundlagen besitzt, um diese Defizite auszugleichen, steht außer Frage. Betrachtet man seine Jahre in der U19-Bundesliga, so zeigt sich, dass die Chancenkreierung und das Spiel mit dem Ball dort eine große Stärke des Betze-Spielers waren. Die große Herausforderung besteht nun darin, diese Leistungen zu reproduzieren und konstant abzurufen. Dabei sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich um einen Spieler handelt, der zum ersten Mal auf diesem Niveau spielt und im August 21 Jahre alt wird. Es braucht nicht viel Fantasie, um zu erahnen, wohin der Weg dieses talentierten Spielers führt, wenn er richtig gefördert wird.

Haas ist nicht der Einzige

Als Bestätigung für die starke Entwicklung wurde Mika Haas im September von Hannes Wolf in die U20 Nationalmannschaft berufen. Eine weitere Würdigung folgte in Form eines Transfergerüchts. Wenn ein Verein wie Eintracht Frankfurt Interesse zeigt, macht das zwar den einen oder anderen Fan nervös, zeugt aber in erster Linie von der guten Arbeit auf dem Betzenberg. Mika Haas ist ein Beispiel für die erfolgreiche Jugendarbeit des FCK. Der Senkrechtstarter ist kein One-Hit-Wonder. Wie berichtet, warten einige spannende Talente im NLZ der Roten Teufel darauf, einen ähnlichen Weg einzuschlagen.

Langfristig dürfte die Bundesliga das Ziel von Haas werden, wobei es auch von der sportlichen Zukunft der Roten Teufel abhängt, ob man diesen Ur-Lautrer in seinen Reihen halten kann oder er, wie zahlreiche andere, den logischen nächsten Schritt gehen wird. Die Möglichkeiten dazu dürfte es im Sommer geben.

View publisher imprint