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·11 June 2026
Nach Ligaverbleib am Grünen Tisch: TSV Havelse vor Kraftakt

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·11 June 2026

Was sich in den letzten Tagen bereits angebahnt hatte, ist seit Donnerstag auch offiziell: Nach dem Zwangsabstieg des TSV 1860 München bleibt der TSV Havelse in der 3. Liga. Die Freude bei den Niedersachsen ist groß, gleichzeitig steht der Klub nun aber auch vor einer großen Herausforderung.
Nur 35 Punkte in 38 Spielen: Sportlich hatte der TSV Havelse den Klassenerhalt klar verfehlt – acht Zähler fehlten zum rettenden Ufer – und war zunächst wie schon nach dem ersten Aufstieg in die 3. Liga 2021 direkt wieder abgestiegen. Doch weil der TSV 1860 München die Zulassungsbedingungen nicht erfüllen konnte, rückt der TSV nun nach – und bleibt als sechster Verein der Drittliga-Geschichte nach Burghausen (2009), Bremen II (2011), Darmstadt (2013), Paderborn (2017) und Meppen (2021) am Grünen Tisch in der 3. Liga. Für den TSV ist es bereits die dritte Saison in der 3. Liga innerhalb der vergangenen sechs Jahre.
"Ein außergewöhnlicher Erfolg für den kleinsten Verein im deutschen Profifußball", schreibt der TSV in einer Mitteilung und zeigt sich "stolz auf das, was unsere Mannschaft, unsere Mitarbeiter, unsere Ehrenamtlichen, unsere Partner und unsere Fans in den vergangenen Jahren gemeinsam aufgebaut haben". Gleichwohl ist dem TSV bewusst, "dass sich für andere Vereine, deren Spieler, Mitarbeiter und Fans sportliche Hoffnungen nicht erfüllt haben. Deshalb begegnen wir diesem Moment – wie bereits nach unseren beiden Aufstiegen über die Relegation – mit Respekt und Demut."
Sportdirektor und Geschäftsführer Florian Riedel spricht von einer Mischung aus Erleichterung und großer Herausforderung. Der Verbleib in der 3. Liga sei das "Ergebnis einer Chance" gewesen, "die wir uns über Monate hinweg erarbeitet und bis zum Schluss bewahrt haben". Schließlich lag der TSV zur Winterpause mit gerade mal 13 Punkten auf dem vorletzten Platz. Mit acht Zählern Rückstand auf den nun rettenden 17. Rang.
Dass der Klassenerhalt durch die Hintertür letztlich Realität geworden sei, "verdanken wir einer Eigenschaft, die im Sport oft wie eine Floskel klingt, am Ende aber den entscheidenden Unterschied macht: niemals aufzugeben", so Riedel. Auf den TSV Havelse trifft das in der Tat zu, schließlich holten die Niedersachsen 19 ihrer 35 Punkte nach einem Rückstand. Gleich fünf Partien konnte der TSV sogar komplett drehen – nur Aufsteiger Energie Cottbus war diesbezüglich mit acht gedrehten Spielen noch erfolgreicher.
Durch die kurzfristige Planungssicherheit stehen die Verantwortlichen nun jedoch vor einem enormen Kraftakt. Zahlreiche sportliche, personelle und organisatorische Entscheidungen müssten in den kommenden Wochen neu bewertet werden, heißt es. Viele Prozesse seien ursprünglich auf andere Szenarien ausgerichtet gewesen und müssten nun innerhalb kürzester Zeit angepasst werden. "Was normalerweise über Monate hinweg vorbereitet wird, muss beim TSV Havelse nun innerhalb kürzester Zeit umgesetzt werden."
Nur sieben Wochen bleiben bis zum Start der neuen Saison. Deshalb bittet der Verein um Geduld bei Personalfragen und weiteren Entscheidungen rund um die neue Saison. In den nächsten Tagen und Wochen sollen die notwendigen Schritte gemeinsam mit den Gremien, Mitarbeitern und Partnern abgestimmt und "anschließend Schritt für Schritt" kommuniziert werden. Vorstandsvorsitzender Daniel Wolter blickt aber optimistisch auf die bevorstehenden Aufgaben. "Wer diesen Verein kennt, weiß, dass wir Herausforderungen nicht ausweichen." Man werde sich der neuen Aufgabe "mit voller Leidenschaft, voller Überzeugung und voller Vorfreude“ stellen.
Der Klub setzt dabei erneut auf die Unterstützung seines Umfelds. Gemeinsam mit Mitgliedern, Fans, Sponsoren, Ehrenamtlichen und Partnern wolle man alles dafür tun, die Erfolgsgeschichte des Vereins fortzuschreiben. "Wir werden erneut alles daransetzen, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen", kündigt Wolter an. Riedel wird den Verein allerdings verlassen, auch die Zukunft von Trainer Samir Ferchichi und vieler Spieler ist noch offen. Sicher ist dagegen, dass der TSV seine Heimspiele weiterhin im Eilenriedestadion in Hannover austragen wird. Die ursprünglich bereits abgebauten Stahlrohrtribünen werden wieder aufgebaut.







































