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·20 April 2026

Naiv, wer in München mehr erwartet hat

Article image:Naiv, wer in München mehr erwartet hat

Es hat natürlich seine Berechtigung, dass vom schwierigen Umfeld und „The Länd der Fußballexperten“ ein treffsicherer Stürmer, ein schneller und zugleich großer Neuner, ein Sechser „wie Declan Rice“, ein großer Innenverteidiger und natürlich noch die obligatorische „Drecksau“ wahlweise vermisst oder gefordert wird. Ebenso, dass der VfB in München gewinnen sollte, schließlich sind die Bayern nach ihrem anstrengenden Halbfinaleinzug gegen Real Madrid kaputt und wollten am Sonntag Abend nicht auch noch die Meisterschaft feiern. Denn selbst dafür haben sie keine Kraft mehr und außerdem kann man auch vom feiern müde werden.

So ist die Enttäuschung groß, dass der VfB gegen eine der besten Mannschaften Europas chancenlos war, sich auch noch vier Buden hat einschenken lassen. Mit einem treffsicheren Stürmer, einem schnellen und großen Neuner, einem Sechser „wie Declan Rice“, einem großen Innenverteidiger und einer „Drecksau“ wäre das nicht passiert. Mit einem richtig guten Trainer selbstverständlich auch nicht. Sebastian Hoeneß findet gegen die Bayern einfach kein Mittel und keine Taktik, da hilft es ihm auch nicht, dass er der erfolgsreichste VfB-Trainer seit 15 Jahren ist. Vielleicht sollte der VfB in Spielen gegen den Rekordmeister jemand anderes auf die Bank setzen. Bo Svensson zum Beispiel, der gewann drei seiner sechs Begegnungen gegen den FCB. Die Idee habe ich von Instagram oder Facebook, weiß nicht mehr, aber was ich weiß: auf Social Media ist sowieso das fachkundigste Publikum. Warum dort niemand Rino Pellegrino vorgeschlagen hatte? Der erkämpfte sich immerhin zwei Mal ein 2:2 in München und gewann in Spanien jetzt auch noch den Copa del Rey!


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Dabei waren die Vorzeichen gut: Seit dem 0:5 im Hinspiel hat der VfB die wenigsten Gegentore der Liga kassiert. In der Rückrunde musste Alexander Nübel in zwölf Spielen nur 13 Treffer hinnehmen. Zudem weisen die Stuttgarter die beste Zweikampfquote der Liga auf, auch wenn ein Sechser „wie Declan Rice“, ein großer Innenverteidiger und eine „Drecksau“ im Kader fehlen.

Die Vorzeichen waren aber in Wirklichkeit verheerend: Der VfB gewann nur zwei der letzten 31 Duelle gegen den FC Bayern. In der Endphase der Saison 2023/2024 schoss der VfB die Bayern mit 3:1 ab, nach Toren von Stergiou, Yeong und Silas … liest sich unwahrscheinlich, war aber so. Ähnlich unwirklich das 4:1 am letzten Spieltag 2018: Donis? Sagt Euch Donis noch was? Captain Kork aka Tayfun Korkut träumt heute immer noch davon.

Die Qualitätsunterschiede zwischen München und Stuttgart sind in allen Bereichen zu groß, aber über das 2:4 kann man sich trotzdem trefflich ärgern. Auch wenn der VfB auf Platz vier steht, mit realistischen Chancen auf die Champions League, es fehlen einfach ein treffsicherer Stürmer, ein schneller und zugleich großer Neuner, ein Sechser „wie Declan Rice“, ein großer Innenverteidiger und eine richtige „Drecksau“. Dann wäre der VfB auf Jahre hinweg unschlagbar und hätte in München locker gewonnen. Das Fehlen ist trotzdem kein Grund, so hasenfüßig aufzutreten und den Bayern die Tore auch noch zu schenken. Das haben die gar nicht notwendig. Umso ärgerlicher ist es, dass der Rekordmeister sich noch nicht einmal anstrengen musste und froh war, es die letzte halbe Stunde auslaufen lassen zu können.

Trotzdem ist es erstaunlich, wie schlecht der VfB regelmäßig gegen München auftritt. Wahrscheinlich hat nur der HSV eine üblere Bilanz in den letzten 15 Jahren als der VfB. Nach dem 4:1 in der 52. Minute durch Harry Kane musste man eine Klatsche in Hamburg-Dimension befürchten, ein 6:1 oder 7:1 oder 8:1 stand im Raum, aber die Bayern hatten einfach keinen Bock mehr.

Wer angesichts der traditionellen Angst gegen München und deren Stärke in dieser Saison etwas Zählbares erwartet hatte, war naiv. Als gnadenlos, unbarmherzig und unersättlich werden die Bayern bezeichnet. Der VfB machte viele Fehler, trat oft zaghaft auf, aber ob eine Bestleistung zu mehr gereicht hätte? Letztlich kann sich der FCB nur selbst schlagen. Eine Liga, in der der Meister gegen den Dritten in zwei Spielen elf Tore schießt und gegen den Vierten neun, hat ein echtes (Vermarktungs-)Problem. Dazu wird ein Team Zweiter, das trostlosen Terror-Fußball spielt.

Sollte der VfB das Pokalfinale erreichen und Bayern wie erwartet in Leverkusen gewinnen, steht uns in Berlin wieder so ein deprimierendes Spiel gegen München bevor. Wie der VfB das ausgeglichen gestalten will, kann ich mir im Moment überhaupt nicht vorstellen.

Zum Weiterlesen: Rund um den Brustring bemängelt “Harakiri-Larifari-Pässe ohne Absicherung, wildes Herumgeirre im eigenen Strafraum und (..) halbgare Abschlüsse in die Arme des gegnerischen Torwarts.“. Sagt aber auch mit Blick auf die Champions League-Qualifikation: “Wir haben alles in der eigenen Hand.“

Die ZEIT kommentiert gewohnt herablassend: Der VfB “obwohl selbst ambitioniert, hoffte nur, dass es irgendwann vorbei ist“, mein aber auch anerkennend: “Es ist keine Kunst, mit den Bayern Meister zu werden. So aber schon”

Matarazzo bezeichnet in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, das 2:1 gegen Köln am letzten Spieltag 2021 als „den intensivsten und größten Erfolgsmoment“ seiner bisherigen Karriere – das bevor er den spanischen Pokal mit Real Sociedad gewann.

Bild: Leonhard Simon/Getty Images


Das Schwierige Umfeld hat in Cannstatt einen schweren Stand seit Sebastian Hoeneß auf der Trainerbank sitzt. Gut, dass es zuletzt endlich wieder Gelegenheit gab, das Spiel des VfB zu kritisieren. Der neue Sweater, der in enger Kooperation mit mystu entstanden ist, ein perfektes Statement, sollte man etwas an den Audtritten des VfB auszusetzen haben! Also holt Euch das Teil – und vergesst den Code “vp10” nicht!

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