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·5 March 2026

Nastassja Lein: "Meine Leistung in der Liga wird gesehen"

Article image: Nastassja Lein: "Meine Leistung in der Liga wird gesehen"

Am Freitag (ab 18.15 Uhr, live auf DF1, DAZN und bei YouTube) trifft die U 23-Frauen-Nationalmannschaft im Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid auf Belgien. Nastassja Lein spricht im Interview mit DFB.de über ihre erste Nominierung für den DFB überhaupt, den Mix aus Freude und Aufregung – und warum sie ihren geplanten Nordseeurlaub ohne Zögern gegen die Chance eintauscht, Deutschland zu vertreten.

DFB.de: Nastassja, Sie sind zum ersten Mal bei der U 23-Frauen-Nationalmannschaft dabei und überhaupt zum ersten Mal zu einer DFB-Länderspielmaßnahme eingeladen. Wie haben Sie den Moment erlebt, als Sie davon erfahren haben?


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Nastassja Lein: Im ersten Moment habe ich mich natürlich sehr gefreut. Ich muss aber schon sagen, dass ich kurz darauf dann plötzlich sehr aufgeregt war. Ich spiele schon seit fast zehn Jahren beim 1. FC Nürnberg, im gleichen Umfeld, im gleichen Team. Dann komme ich hier in ein komplett neues Team, anderer Lehrgang. Das war schon eine sehr ungewohnte Situation für mich. Es war aber ein sehr schöner Moment, als ich realisiert habe: ;eine Leistung in der Liga wird gesehen.

DFB.de: Sie sprechen es selbst an: Sie spielen in der Google Pixel Frauen-Bundesliga eine starke Saison und stehen schon bei neun Saisontoren. Ein Bestwert für Sie. Haben Sie mit einer Nominierung gerechnet?

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Lein: Dadurch, dass ich in den vergangenen Maßnahmen der U 23 schon zweimal auf Abruf stand, hatte ich mir schon die ein oder andere Chance ausgerechnet. Mir war bewusst, dass es irgendwann klappen könnte, wenn ich es schaffe, meine Leistung in der Liga konstant abzurufen. Deswegen habe ich jetzt nicht unbedingt damit gerechnet, aber sagen wir mal gehofft. (lacht)

DFB.de: Bisher spielen Sie mit dem 1. FC Nürnberg eine solide Saison, nicht zuletzt auch durch Ihre Tore. Was bedeutet Ihnen der Club?

Lein: Ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass ich sehr stolz bin, beim 1. FC Nürnberg zu spielen und ihn jetzt auch hier zu repräsentieren. Das unterstreicht auch, was für eine gute Arbeit im Club geleistet wird und, dass man - unabhängig vom Tabellenplatz - auf sich aufmerksam machen und sich entwickeln kann. Ich bin mit dem Club aus der Regionalliga über die 2. Frauen-Bundesliga in die Bundesliga aufgestiegen. Das verbindet natürlich. Ich bin dem Club sehr dankbar, jetzt am Ende hier gelandet zu sein. Das ist schon sehr besonders.

DFB.de: Wer war die erste Person, die von Ihrer Nominierung erfahren hat?

Lein: Meine zwei besten Freundinnen aus der Mannschaft: Luisa Guttenberger und Amélie Thöle. Also meine zwei Bezugspersonen. Ich glaube meinen Eltern habe ich es erst eine Woche später erzählt. (lacht)

DFB.de: Wie haben die beiden reagiert?

Lein: Sie haben sich sehr für mich gefreut und fanden es cool, dass jemand von uns, also aus Nürnberg, dabei ist. Eigentlich hatte ich über die Länderspielpause für vier Tage einen Nordseeurlaub geplant, weil wir auch ein bisschen frei gehabt hätten. Da konnte ich mir dann schon auch kurz Sprüche anhören, dass ich jetzt trainieren muss, statt Urlaub zu machen.  Aber nein, die Freude war auf jeden Fall groß.  

DFB.de: So fällt es auch leicht, auf den Urlaub zu verzichten, oder?

Lein: Auf jeden Fall. Für mich ist es etwas ganz Besonderes, weil ich bislang noch nie für Deutschland gespielt habe. Diese Erfahrung jetzt machen zu dürfen, bedeutet mir unglaublich viel. Und es macht mich auch stolz, dass ich als Spielerin eines Vereins, der jetzt nicht in den Top Fünf der Liga mitspielt, wahrgenommen wurde.

DFB.de: Jetzt Sind Sie schon über eine Woche mit der U 23-Frauen-Nationalmannschaft unterwegs. Wie haben Sie die Tage erlebt? Hat Sie die Mannschaft gut aufgenommen?

Lein: Das Team hat mich sehr gut aufgenommen und es mir leicht gemacht, mich wohlzufühlen. Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr angenehm. Ich mag die Balance im Teamgefüge, aber auch das Bewusstsein, dass es in Ordnung ist, wenn man auch mal etwas alleine macht. Den Trainingsalltag und die Arbeit auf dem Platz bin ich aus meinem Verein gewohnt, auch wenn die Schwerpunkte andere sind. Es ist klar, dass natürlich eine ganz andere Teamdynamik herrscht. Spielerinnen haben verschiedene Gedanken im Kopf. Es ist sehr spannend zu sehen, wie sich das nach und nach zusammensetzt. 

DFB.de: Können Sie für sich nach so kurzer Zeit schon eine Rolle im Team definieren?

Lein: Ich würde es schon als Stärke bezeichnen, dass ich in meiner bisherigen Karriere durch Auf- und Abstiege und den Weg von der Regionalliga in die Bundesliga, vieles mitgemacht habe. Diese Perspektive kann ich im Team einbringen. Generell bin ich eine eher ruhigere Person, die sich nicht in den Vordergrund drängt. Ich bin ja auch ganz neu im Team und versuche, meine Stärken hier so einzubringen, dass ich dem Team bestmöglich helfen kann. Da gehört sicher auch dazu, dass ich immer versuche, auf dem Platz Spaß zu haben und zumeist nicht ganz so verkrampft an Dinge heranzugehen.

DFB.de: Der Start in die Abstellungsperiode verlief nach der Niederlage gegen Norwegen nicht wie erhofft. Wie schaffen Sie es als Team, den Fokus auf das nächste Spiel zu lenken?

Lein: Man hat in der Mannschaft schon gemerkt, dass die Stimmung nach der Niederlage gedrückt war. Wir sind alle hier, um gemeinsam erfolgreich zu sein, und da fühlt sich so ein Spiel wie am Montag natürlich nicht gut an. Im Training am Mittwoch konnten wir das aber ganz gut abschütteln - wir haben viel aufs Tor geschossen, viele Treffer erzielt, das hat gutgetan. Jetzt geht’s darum, das Spiel vom Montag am Freitag wieder wettzumachen und mit viel Spielfreude in die Partie gegen Belgien zu gehen.

DFB.de: Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie daran denken, vielleicht Ihr Debüt für Deutschland zu geben?

Lein: In Deutschland für Deutschland zu spielen und gemeinsam mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen - das wäre etwas ganz Besonderes. Vor allem aber möchte ich die Zeit hier genießen - egal, ob auf oder neben dem Platz. Ich will die ganze Erfahrung bewusst aufsaugen. Und wenn ich tatsächlich zu meinem Debüt komme, möchte ich einfach zeigen, was in mir steckt.

DFB.de: Und was machen Sie, wenn Ihnen gar ein Tor gelingt?

Lein: Auf jeden Fall keinen unangenehmen Jubel. (lacht) Im Verein mache ich nach den Toren manchmal Sachen und denke mir im Nachhinein: Was hast du denn da gemacht? Nein, also ich würde mich natürlich sehr freuen. Aber es ist nichts, woran ich mich messe, auch wenn ich mich sehr darüber freuen würde.

DFB.de: Letzte Frage: Wunschszenario für Freitag?

Lein: Für uns soll es ein Spiel werden, das Spaß macht und in dem wir die Dinge besser machen, die am Montag nicht funktioniert haben. Die Kulisse und die Stimmung im Stadion werden sicher großartig, darauf freue ich mich sehr. Wir wollen den Fans eine richtig gute Partie zeigen.

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