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·12 July 2026
Neuer Bundestrainer! Klopp mit DFB einig – Bedenken an der Basis

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·12 July 2026

Der DFB steht vor dem größten Coup seit Jahren: Jürgen Klopp soll als Bundestrainer übernommen haben, offen ist nur noch die Einigung mit Red Bull. Nach vierstündigen Gesprächen in New York sind die wesentlichen Punkte für einen Vertrag offenbar abgeräumt, die finale Unterschrift rückt näher. Gleichzeitig gibt es an der Basis erhebliche Vorbehalte gegen Klopps weiter bestehende Rolle beim Energydrink-Konzern.

Kylian Mbappe wird nach dem 2:0-Sieg Frankreichs im Viertelfinale der WM 2026 gegen Marokko von Juergen Klopp beglueckwuenscht, am 9. Juli im Boston Stadium. (Lars Baron / Getty Images North America via Getty Images)
Der Durchbruch ist da, und der Verband verkauft die Entwicklung schon jetzt als fast vollendet. Klopp ließ es am New Yorker Flughafen vor dem angeblich streng vertraulichen Gipfel nicht auf Geheimniskrämerei ankommen, posierte lächelnd für ein Selfie im The Paris Café und übte nach den langen Verhandlungen bei Autogrammen gleich die künftige Unterschrift. Ein geschwungenes K, ein nach rechts geneigtes Doppel-P, der Eindruck war eindeutig: Klopp wird Bundestrainer.
Offiziell bremste der DFB am Samstag aber noch ein wenig. Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke, die beide nach New York geflogen waren, erklärten gemeinsam mit Klopp, man sei „zuversichtlich, dass die Verhandlungen – vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull – letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können“. Zugleich teilte der Verband mit, dass man sich bereits über „wesentliche Eckpunkte eines potenziellen Vertrages“ verständigt habe. Hand drauf.
Mehr als das will und kann der DFB vor der erwarteten Vertragsauflösung mit Red Bull, die nun mit Konzern-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff ausgehandelt werden soll, noch nicht zusagen. Aus den zunächst genannten 90 Prozent werden nach Verbandslesart 95 und 99 Prozent, Ende der Woche soll dann endlich die volle Einigung stehen. Der Plan sieht vor, dass Klopp im September mit einem Vertrag bis zur WM 2030 und neuem Kraftfußball in den Niederlanden in die Nations League startet.
Jürgen Klopp neuer Bundestrainer?
Die letzten fehlenden Prozent sind für den Verband allerdings heikel. Um sich eine millionenschwere Abfindung für Red Bull zu ersparen, soll der DFB laut Bild-Zeitung einer Lösung zustimmen, bei der Klopp Markenbotschafter des Energydrink-Giganten bleibt. Genau diese Nähe zu einem Weltunternehmen, das in Leipzig einen Bundesligisten betreibt und auch darüber hinaus im Fußball rücksichtslos in Strukturen eingreift, sorgt für erheblichen Gesprächsbedarf.
Der DFB muss diese Konstellation der Öffentlichkeit und den eigenen Anhängern erst noch schlüssig erklären. Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger wertete eine solche Rolle in der FAS bereits als „völliges No-Go“ und sagte mit Blick auf mögliche Einflüsse: „Dann stellt RB die Nationalmannschaft auf!“ Auch ein Sprecher des Fan-Verbandes Unsere Kurve sprach von „einem Kniefall vor dem Kapital“.
Ähnliche Bedenken kommen aus den Landesverbänden. Einer SID-Recherche zufolge gibt es dort Widerstand, mehrere Präsidenten der insgesamt 21 Verbände wären mit dieser Lösung nicht einverstanden. Sie warnen vor einer zu engen Verzahnung mit einem aggressiven Player im Fußball, vor möglichen Interessenkonflikten und vor der Frage, ob Klopp am Ende wirklich unabhängig wäre. Uwe Döring äußerte sich ausdrücklich als Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes und nicht als Mitglied von DFB-Gremien. „Als Fußballfan und Mitglied des FC St. Pauli habe ich Klopps Engagement bei Red Bull nie verstanden, Geld kann es ja eigentlich nicht mehr sein“, sagte Döring. „Aber vielleicht liege ich da auch falsch, dieser ganze Irrsinn bei Trainergehältern und Abfindungen, die auch bei Nichtleistungen gezahlt werden, stößt mich nur noch ab. Hoffentlich wird die Schraube nicht überdreht, es wenden sich jetzt schon viele ab.“
Auch andere Verbandschefs argumentierten in diese Richtung. Nur weil der DFB dank des Nike-Deals ab 2027 wieder über mehr Geld verfüge, müsse der Verband es nicht direkt „rausblasen“, hieß es sinngemäß. Klopps künftiges Gehalt soll sogar über dem von Julian Nagelsmann liegen, der als Bundestrainer sieben Millionen Euro pro Jahr kassierte. Solche Summen seien an der Basis „äußerst schwer zu vermitteln“.
Neuendorf und Watzke flogen nach den Gesprächen in New York umgehend zurück nach Hause. Den fertigen Vertrag müssen sie nun durch eine „gemeinsame Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG“ bringen. Im Aufsichtsrat sitzen zahlreiche Landesfürsten, doch verhindern werden sie den Deal wohl nicht. Zu groß ist die Überzeugung, dass Klopp der perfekte Mann für diesen Job ist, wie ein Funktionär formulierte.
Für seine Aufgabe bringt Klopp voraussichtlich vertrautes Personal mit. Peter Krawietz und Pepijn Lijnders sollen ihm als Assistenten folgen. Zudem wird über den Weltmeister von 2014, Per Mertesacker, als DFB-Geschäftsführer und Nachfolger von Andreas Rettig diskutiert.
Sportlich soll Klopp der Nationalmannschaft ein neues Selbstverständnis geben. Wucht, Zielstrebigkeit und Leistung nahe am vorhandenen Potenzial stehen auf seiner Agenda, weil genau das der Auswahl in Amerika schmerzlich gefehlt habe. Einige Spieler aus dem 26er-Kader der dritten WM in Folge mit desaströsem Ausgang werden keine Rolle mehr spielen, dafür sollen jüngere Profis mehr Verantwortung übernehmen. Talente sollen nachrücken, und Jonas Urbig gilt als Torhüter der Zukunft.
Auch strukturell kündigte Klopp bereits weitreichende Eingriffe an. Der DFB müsse „ab der U10“ alles infrage stellen, hatte er betont. So zeichnet sich der mächtigste Bundestrainer in der Geschichte des Verbands ab, sofern Oliver Mintzlaff am Ende den Daumen hebt.







































