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·10 July 2026

Neuer Bundestrainer: Kritik & Zweifel an „Superman“ Klopp wegen Red Bull

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Die DFB-Führung ist auf USA-Reise, die Mission Jürgen Klopp läuft an und sie wird von wachsender Skepsis begleitet. Während sich der frühere Liverpool-Coach in Foxborough als gut gelaunter Hoffnungsträger präsentiert, fragt man sich in Deutschland immer lauter, ob der Verband sich nicht zu früh völlig auf ihn festgelegt hat.

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Jürgen Klopp, Global Director of Football der Red-Bull-Gruppe, verfolgt das Brasileirao-Spiel zwischen Red Bull Bragantino und Palmeiras von der Tribüne des Estádio Cícero de Souza Marques in Bragança Paulista, Brasilien, am 26. April 2026. Ricardo Moreira / Getty Images


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In New York und beim Turnierauftritt in den USA zeigt sich Klopp derweil in bester Stimmung. Er begrüßt Kylian Mbappé mit Kusshänden, pflegt als „deutsche Maschine“ einen lockeren Draht zu Zlatan Ibrahimovic und genießt sein „Büro mit Aussicht“ im WM-Stadion von Foxborough. Für die DFB-Spitze um Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke ist das der Auftakt zu einer Reise, die den 59-Jährigen als designierten Bundestrainer noch stärker in den Fokus rückt.

Zweifel an der frühen Festlegung

Gerade diese Vorfestlegung sorgt in der Heimat jedoch für Diskussionen. Kritiker fragen sich, ob es wirklich klug ist, dass sich Neuendorf und Watzke schon weit vor ihrer Ankunft am Freitagnachmittag Ortszeit in New York mit Haut und Haaren auf Klopp eingeschworen haben. Ist er tatsächlich der Heilsbringer, den sich viele erhoffen? Und wäre ein Bundestrainer mit Bullen-Logo auf der Kappe nicht ein Affront gegen die Bedeutung des Amtes?

Theo Zwanziger beantwortet diese letzte Frage eindeutig. Für den früheren DFB-Präsidenten wäre ein Brause-Bundestrainer ein „völliges No-Go“, wie er der FAS sagte. Red Bull würde über Klopp die Nationalelf mit aufstellen, argumentiert Zwanziger, das Dosen-Imperium wolle „Macht gewinnen in den Sport hinein“ und Klopp habe dann „zwei Loyalitäten“. Seine Konsequenz lautet: Wenn Klopp den Job wirklich wolle, „dann muss er alles andere sein lassen. Der Bundestrainer kann nicht zwei Hüte tragen.“

Jürgen Klopp neuer Bundestrainer?

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Spott, Souveränität und die Suche nach einem Gegenpol

Auch Bastian Schweinsteiger mischte sich als ARD-Experte in die Debatte ein und stellte die Gegenfrage, ob der DFB überhaupt Alternativen habe. Der Sender hatte am Donnerstagabend zudem einen satirisch-spöttischen Beitrag zur Personalie ausgestrahlt, in dem „Super-Jürgen“ im blauen Heldenkostüm mit rotem Umhang und erhobenen Fäusten einer goldenen Zukunft entgegeneilte. Dort hieß es über die „super Lösung“, die „super teuer“ werde, spitz: „super egal!“ Zudem wurde die omnipräsente Werbefigur Klopp als „super Altersversorgung!“ aufs Korn genommen.

Schweinsteiger kritisierte zugleich, dem Verband fehle bei der Suche nach dem Nachfolger von Julian Nagelsmann „ein bisschen die Souveränität“. Klopp allein werde „kein Hexenwerk“ vollbringen und den viermaligen Weltmeister nicht per Zauberspruch aus der Krise führen. Außerdem brauche der mögliche neue starke Mann auch einen Gegenpol, sagte Schweinsteiger und nannte dabei Lothar Matthäus und Matthias Sammer, die er „ganz weit vorne“ sieht.

Der DFB selbst sucht neben Sportchef Rudi Völler einen weiteren Mann für die sportliche Neuausrichtung. Schweinsteiger hatte noch vor wenigen Tagen ein „Dreamteam“ aus Klopp und Völler ins Spiel gebracht, inzwischen soll Per Mertesacker diese Rolle übernehmen und nicht Schweinsteiger selbst, der seine Hilfe ebenfalls angeboten hatte. Philipp Lahm, 2014 an der Seite Schweinsteigers Weltmeister-Kapitän, steht für den Neuaufbau nicht zur Verfügung. Er äußert jedoch ebenfalls Vorbehalte, ob das Projekt mit Klopp gelingt. „Ob er die Ideallösung ist, wird man sehen“, schrieb Lahm in seiner kicker-Kolumne und fügte hinzu: „Viel wichtiger wäre mir vorab eine Analyse zu den Fragen: An was scheitern wir seit vielen Turnieren schon? Woran hakt es?“

Der Streit um Red Bull und die Rolle der Fans

Widerstand kommt auch aus der organisierten Fanszene. Dort stört vor allem Klopps Nähe zu Red Bull. Dass der DFB den „Head of Global Soccer“ offenbar kostenlos ablösen könnte, Klopp aber als Brause-Botschafter weiter im Boot bliebe, stößt auf wenig Verständnis. Der Deal wäre aus Sicht der Fans „ein weiterer Kniefall vor dem Kapital“, sagte Thomas Kessen, Sprecher des Bündnisses „Unsere Kurve“, dem SID. Der Verband würde „mit viel Geld und Integrität“ bezahlen. Bevor Klopp „als vermeintlicher Heilsbringer aufs Podest“ gehoben werde, solle man sich daran erinnern, wie viel Kredit er mit seiner RB-Unterschrift verspielt habe.

Klopp selbst zeigte sich von den Debatten unbeirrt. In Foxborough schickte er Kusshändchen auf die Tribüne zur Familie Mbappé, erzählte lachend, wie er den Ausnahmestürmer einst im Privatjet auf kuriose Weise umgarnt habe, und sonnte sich im Lob von Ibrahimovic. Dessen Satz über Klopp, „Er ist der Beste“, dürfte in Frankfurt und beim DFB wohl gut angekommen sein. Die Verbandsspitze sieht es jedenfalls genauso.

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