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·11 July 2026

Neuer Gipfel: DFB und Klopp in Verhandlungen

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In der Stadt, die niemals schläft, verloren auch die Bosse des deutschen Fußballs keine Zeit. Noch am New Yorker Flughafen John F. Kennedy schob DFB-Präsident Bernd Neuendorf seinen Rollkoffer direkt ins TWA-Hotel zum Vier-Stunden-Gipfel mit seinem Wunsch-Bundestrainer Jürgen Klopp und dessen Berater Marc Kosicke. Bundesliga-Chef Hans-Joachim Watzke trug seine schwarze Reisetasche in der Hand, wie die Bild-Zeitung am frühen Samstagmorgen dokumentierte. Eine Einigung rückt näher und näher und näher.

Der Deutsche Fußball-Bund hatte sich Klopp bereits vorab mit Haut und Haaren verschrieben, schon in der offiziellen Kommunikation zum Rücktritt von Julian Nagelsmann wurde sein Name genannt. Zudem ließ Klopp seine Verhandlungspartner einfliegen – seine Position ist also extrem stark.


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Der 59-Jährige soll einen Vertrag für einen WM-Zyklus bis 2030 erhalten, er soll seine Assistenten Peter Krawietz und Pepijn Lijnders mitbringen, er soll beim Verband auch strukturell mitreden dürfen. Er wird wohl der mächtigste Bundestrainer jemals werden. Sein zackiges K und das leicht gekippte Doppel-P kann er allerdings erst offiziell auf die Linie setzen, wenn sein Vertrag als Fußball-Chef mit dem Red-Bull-Imperium aufgelöst ist. Das wird wohl noch etwas dauern – und genau bei diesem Thema gibt es zumindest ein bisschen Knatsch.

Denn einen Bundestrainer, der weiterhin Werbe-Botschafter für den Energydrink-Giganten wäre, sieht so mancher Beobachter kritisch. Auf diesem Wege will der DFB sich anscheinend eine Millionenablöse ersparen. Dies wäre „ein weiterer Kniefall vor dem Kapital“, sagte Sprecher Thomas Kessen vom Fan-Bündnis „Unsere Kurve“ dem SID. Der DFB würde „mit viel Geld und Integrität“ bezahlen. Bevor Klopp „als vermeintlicher Heilsbringer aufs Podest“ gehoben werde, möge man sich bitte daran erinnern, wie viel Kredit er mit seiner Unterschrift bei Red Bull verspielt habe.

Klopp soll bald unterschreiben

Für Fußball-Traditionalisten war es ein Pakt mit dem Teufel. Selbst bei Dortmunder Hardcore-Fans ist Klopp seitdem unten durch. Sie sehen im Red-Bull-Verhalten und dem Fußball als reine Werbefläche zum Verkauf einer Getränkedose Raubtier-Kapitalismus. RB Leipzig ist ihnen als Klub aus dem Reagenzglas glühend verhasst.

Auch ein ehemaliger DFB-Präsident hat Zweifel. Ein Bundestrainer im Zeichen des österreichischen Konzerns wäre „ein völliges No-Go“, sagte Theo Zwanziger der FAS. Dann, sagte er, „stellt Red Bull demnächst die deutsche Nationalmannschaft auf“. Das Unternehmen wolle „Macht gewinnen in den Sport hinein“ – und Klopp hätte letztlich „zwei Loyalitäten“. Die Lösung? Wenn Klopp der Job so wichtig sei, „dann muss er alles andere sein lassen. Der Bundestrainer kann nicht zwei Hüte tragen.“

Auch kritische Kommentare von Ex-Nationalspielern und Medien mehren sich. Die Süddeutsche Zeitung schreibt sogar von einem „faustischen Pakt, einer Verabredung, deren Preis man erst erkennt, wenn es zu spät ist“. Ein Nebenjob „als Maskottchen“ sei „das Letzte, was sich damit verträgt“, dass Klopp für Authentizität und Emotionen stehe.

Weltmeisterkapitän Philipp Lahm stellte (unabhängig von Red Bull) offen die Frage, ob Klopp überhaupt „die Ideallösung“ sei. Bastian Schweinsteiger bemängelt die offensichtliche Alternativlosigkeit, beim DFB wünscht er sich zudem noch mehr Fußball-Expertise. Verhindern werden sie alle den Deal kaum.

Noch ist die Art der Übereinkunft auch nicht geklärt. Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff soll erst in der kommenden Woche nach Amerika reisen. Also: Erst die Einigung Klopp/DFB, dann die Vertragsauflösung mit dem bisherigen Arbeitgeber, dann die Unterschrift beim Verband. Und Klopp wäre im dritten Anlauf endlich Bundestrainer.

Bezahlung, Laufzeit und Wünsche für den Trainerstab sollen bereits geklärt sein. Strukturelles, Zuständigkeiten und Klopps Werbeverträge mit Unternehmen, die in Konkurrenz zu DFB-Partnern stehen, waren in New York weitere Punkte auf der Agenda. In einem längeren Telefonat habe sich allerdings „schnell herauskristallisiert, dass das am Ende auch funktionieren kann und wird“, berichtete zuletzt DFB-Sportdirektor Rudi Völler.

In der Stadt, die niemals schläft, kamen DFB und Klopp sich einen weiteren Schritt näher.

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