Vertikalpass
·5 April 2026
Nur das Ende mitreißender als ein Klappstuhl

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·5 April 2026

Ein seltsames Spiel. Dass die beiden besten Spieler die Innenverteidiger Ramon Hendriks und Nico Schlotterbeck waren, ist symptomatisch für das Top-Spiel des 28. Spieltags.
Ich sitze in der Bewertung zwischen zwei Stühlen: Einerseits empfinde ich die Niederlage gegen den BVB als total unverdient, andererseits muss ich die Qualität des BVB anerkennen – das war schon herausragend, wie die Borussen aus zwei Chancen zwei Tore machen und wie sie 96 Minuten verteidigt haben. Aber wie sie gespielt haben. Ist Dortmund Zweiter oder Zwölfter in der Tabelle?
Positiv gesehen haben sie gespielt wie St. Pauli – nur mit besseren Spielern. Negativ gesehen war das Old School Fußball, wie der zynische Stil der Italiener aus den 80er Jahren. Rein von den Ergebnissen natürlich hervorragend, aber so mitreißend wie ein Klappstuhl, für eine Spitzenmannschaft eigentlich unwürdig. Kein Wunder, dass viele BVB Fans am Stuhl von Niko Kovac sägen.

Das 0:1 am Ende einer langen Fehlerkette: Das Tor hätte Adeyemi wohl auch auf einem Klappstuhl sitzend geschossen.
Der VfB muss sich spielerisch wenig vorwerfen: Er traf auf eine Mannschaft, deren defensive Abläufe sitzen. Mindestens mit fünf Spielern auf einer Linie, dazu das Zentrum verdichtet. Kommt der Ball auf außen, wird meist gedoppelt. Diszipliniert und engagiert waren sie, das hat man vor Kovac lange vom BVB gefordert.
Bei der Qualität der Dortmunder ist es schwierig, sie auszuspielen. Letztlich fehlte im letzten Drittel die Präzision, einige Situationen wurden nicht richtig ausgespielt. Ich sehe unter anderem Atakan Karazor, der zwei Mal die falsche Entscheidung traf und auch die Strafraumbesetzung bei den unzähligen Flanken deutlich zu dünn (und die Spieler zu klein).
Was sich der VfB verwerfen muss: Aus den Standards viel zu wenig zu machen. Wenn es aus dem Spiel nicht funktioniert, müssen die ruhenden Bälle gefährlicher werden. Den letzten direkten Freistoss hat wahrscheinlich Krassimir Balakov verwandelt. Die Versuche von Chris Führich … haben maximal Potential. Aufs Tor kam kein einziger. Bei den Ecken gab es eine kleine Variante, bei der Angelo Stiller kurz geht, aber gefährlich wurde es nie.
Im Grunde ist es ganz einfach. Egal, was passiert: Wer verliert sollte ein fairer Verlierer sein und der Sieger sollte ein guter Gewinner sein. Sollte sich nicht über den Gegner lustig machen, sollte ihn nicht provozieren. Das ist dem BVB nicht gelungen, vor allem nicht Karim Adeyemi und Nico Schlotterbeck, der auch noch aus der Nähe von Stuttgart kommt. Einzelne Fans aus der Kurve sollten aber nicht so eskalieren, bis aufs Spielfeld vordringen und Klappstühle werfen. Das geht gar nicht. Da sollten wir uns nicht auf das Niveau der Dortmunder runter ziehen lassen.
Es war natürlich ein Big Point-Spiel Mit einem Sieg wäre der VfB sechs und sieben Punkte weg gewesen von Hoffenheim und Leverkusen. Selbst ein Punkt wäre noch ok gewesen. Aber so sind es immer noch drei und vier Punkte auf die Verfolger. Das Restprogramm hat es in sich, keine Frage. Aber auf eine Defensive wie gegen Dortmund trifft der VfB nur noch gegen Bayern München.
Es gibt also keinen Grund zur Aufregung, auch nicht über die Art und Weise der Niederlage. Ärgerlich, ja, aber an den Aussagen der Dortmunder nach dem Spiel hat man gesehen, dass sie die letzten Spiele gegen den VfB mächtig gewurmt haben. Wenn sie es nötig haben, ihren Sieg so zu feiern, sagt das einiges über ihre Haltung zu Fairness und Respekt aus. Der gute Stil hat beim BVB mal wieder seinen Stuhl geräumt. Dortmund bleibt eben Dortmund.
Zum Weiterlesen: Wie der Streit zwischen Nagelsmann und Undav sich ausweitet.
Bilder: Alexander Hassenstein/Getty Images
Das Schwierige Umfeld hat in Cannstatt einen schweren Stand. Seit Sebastian Hoeneß ab April 2023 auf der Trainerbank sitzt, geht es stetig aufwärts. Aber natürlich ist der neue Sweater, der in enger Kooperation mit mystu entstanden ist, ein perfektes Statement, sollte es mal nicht so rund laufen (wie jetzt gegen den BVB!) Also holt Euch das Teil – und vergesst den Code “vp10” nicht!


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