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·30 May 2026
Nur wenige Lichtblicke, mehr Enttäuschungen – So schlugen sich die Abgänge des 1. FC Köln über die Saison

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Hendrik Broschart
30 Mai, 2026
Sie haben den 1. FC Köln im Sommer oder Winter verlassen und sind seitdem sehr unterschiedliche Wege gegangen. Für manche war die Saison 2025/26 ein Neubeginn, für andere ein harter Rückschlag. Und bei mindestens einem lief es so unglücklich, dass es kaum vorstellbar ist.
Steffen Tigges kehrt nach seinem Abgang im Sommer zurück in die erste Bundesliga. (Photo by Christof Koepsel/Getty Images)
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In seiner ersten Amtszeit als Geschäftsführer Sport hatte Thomas Kessler alle Hände voll zu tun. Neben zahlreichen Neuzugängen verabschiedete der 40-Jährige in den letzten beiden Transferperioden Spieler, die am Geißbockheim keine absehbare Zukunft mehr hatten. Nach dem Ende der Spielzeit lohnt sich ein Blick auf jene Spieler, die ihr Glück fernab der Domstadt gesucht haben.
Die wohl schönste Geschichte schrieb Steffen Tigges. Im Sommer hatte er den 1. FC Köln verlassen und war zum SC Paderborn in die 2. Bundesliga gewechselt. Was folgte, war ein Aufstiegsmärchen. Der SC Paderborn setzte sich in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg durch und spielt damit in der kommenden Saison in der Bundesliga. Tigges war dabei, wenn auch mit einer bemerkenswerten Eigenart: Immer wenn er für die Paderborner traf, dann im Doppelpack. Kurios, aber effektiv. Im Saisonverlauf zog Coach Ralf Kettemann den 22-jährigen Stefano Marino Tigges in der Startelf vor und verdrängte den erfahrenen Angreifer damit zeitweise auf die Reservebank. Dennoch muss sein Saisonfazit positiv ausfallen, denn Tigges kehrt nach nur einer Saison im Unterhaus zurück auf die Beletage. Und damit wird der FC noch eine sechsstellige Prämie einfahren. Ebenfalls nach oben ging es für Neo Telle, wenn auch auf einem anderen Niveau. Der Innenverteidiger gehörte in der Kölner Südstadt zu jener Elf, die den Sprung von der Regionalliga in die 3. Liga schaffte. Einen Wermutstropfen gab es allerdings: Im Finale des Mittelrheinpokals unterlag man dem Stadtrivalen Viktoria Köln im Elfmeterschießen und verpasste damit den Einzug in den DFB-Pokal.
Kaum ein Spieler hat diese Saison so eindrucksvoll genutzt wie Tim Lemperle. Unter Trainer Christian Ilzer erlebte der in Frankfurt geborene Spieler in Sinsheim eine sensationelle Spielzeit – am Ende fehlte nur ein Wimpernschlag zur Champions League. Sein Marktwert hat sich laut dem Portal Transfermarkt.de nahezu verdreifacht. Zwischenzeitlich brachten Gerüchte ihn mit einem Wechsel zu Atlético Madrid in Verbindung, doch daraus wurde nichts. Stattdessen verlängerte Lemperle seinen Vertrag bei der TSG Hoffenheim bis 2031. Einen holprigeren Weg zurück in die Spur nahm Dejan Ljubicic. Das kurze Intermezzo bei Dynamo Zagreb verlief enttäuschend. Nach einem überzeugenden Start in der kroatischen Hauptstadt verlor der 28-Jährige die Gunst von Trainer Mario Kovacevic und tat sich insgesamt schwer, Fuß zu fassen. Im Winter folgte dann die vorzeitige Trennung und der Neustart beim Zweitligameister FC Schalke 04, wobei es dem Vernehmen nach Trainer Miron Muslic persönlich war, der Ljubicic von einem Engagement in Gelsenkirchen überzeugte.
Nicht alle ehemaligen Kölner konnten auf eine erfolgreiche Spielzeit zurückblicken. Damion Downs erlebte beispielsweise ein Jahr zum Vergessen. Southampton, sein erster Anlaufpunkt nach Köln, war kein Erfolg. Auch beim HSV lief es nicht besser. Downs blieb in zwölf Einsätzen ohne Torbeteiligung und fand sich in den letzten beiden Partien nicht einmal mehr im Spieltagskader wieder. Nun wartet die Rückkehr auf die Insel zu einem Arbeitgeber, bei dem es aufgrund eines Spionageskandals rund um Trainer Tonda Eckert gewaltig rumort. Aus dem Regen in die Traufe.
Auch der Start von Max Finkgräfe verlief ähnlich holprig. Verletzungen warfen ihn in seiner Anfangszeit zurück, ehe Coach Ole Werner sukzessive auf den Linksverteidiger setzte und ihm zumindest in der Rückrunde mehr Vertrauen schenkte. Das schwärzeste Los aber zog Leart Pacarada. Fünf Minuten dauerte sein Debüt für Heidenheim gegen Borussia Dortmund, dann war die Saison schon vorbei: Kreuzbandriss. Ein tragischerer Einstand ist kaum vorstellbar. Pacarada kehrt erst zur neuen Saison wieder zurück auf das Grün und wird, wenn er an der Brenz bleibt, in der nächsten Saison Zweitligafußball spielen.
Mehr Spielzeit – das war Mathias Olesens Plan beim Wechsel zu Greuther Fürth. Doch der Plan ging nicht auf. Bei den Mittelfranken fand der Luxemburger nicht in die Spur und war gegen Ende der Hinrunde zum notorischen Bankdrücker geworden. Im Winter räumte er seinen Spind und heuerte beim Grazer AK an. Dort lief es von Beginn an besser: Olesen war von Anfang an in der Startformation gesetzt und half den abstiegsbedrohten Österreichern, den Klassenerhalt zu sichern.
Für Fürth selbst hingegen war es eine Katastrophensaison, die erst in der Relegation ihr Ende fand. Und ausgerechnet dort trafen die Mittelfranken auf Rot-Weiss Essen, bei dem mit Jaka Potocnik und Marvin Obuz zwei weitere ehemalige Kölner unter Vertrag standen. Obuz, der nach einer Leihe zunächst ans Geißbockheim zurückgekehrt war, hatte sich danach für einen festen Wechsel an die Hafenstraße entschieden. In seiner zweiten Spielzeit in Essen blieb er aber deutlich hinter den Erwartungen zurück: Statt der 21 Scorerpunkte aus der Saison 2023/24 sprangen diesmal nur sieben heraus. Justin von der Hitz verließ den FC, um im Profifußball Fuß zu fassen. Der aufgezeigte Weg in Köln reichte nicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erhielt der Rechtsverteidiger zuletzt immer mehr Spielzeit.
Das Leben von Jacob Christensen wird von einem ganz anderen Rhythmus bestimmt. Mit Molde FK kämpft er in der norwegischen Eliteserien um die Teilnahme am europäischen Geschäft. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse im Norden startete die Spielzeit erst im März und läuft noch bis November. Für Christensen scheint der Wechsel an die Westküste Norwegens aufgegangen zu sein. Trainer Sindre Tjelmeland setzt regelmäßig auf den Dänen. Mit Christensen im Defensiven Mittelfeld ist der norwegische Traditionsklub derzeit auf Kurs Europa.
Auch in diesem Sommer werden einige Akteure die Domstadt verlassen. Geschäftsführer Thomas Kessler arbeitet mit Hochdruck an der Kaderzusammenstellung für die neue Saison. Insbesondere über die Zukunft von Said El Mala ist anhand des kolportierten Angebots aus Brentford herrscht reges Interesse.







































