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·3 August 2026
Osimhen zu Tottenham: Das Gefecht, das noch keins ist

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·3 August 2026

Rund 62 Millionen Euro geboten, knapp 74 Millionen gefordert, elf Millionen Differenz. So liest sich die Schlagzeile. Nur hat zwischen Tottenham Hotspur und Galatasaray bis Sonntagabend kein offizieller Kontakt stattgefunden.
Die Quellenlage verdient einen zweiten Blick. Sämtliche Zahlen zum Fall Victor Osimhen laufen auf zwei Absender zurück: das Portal CaughtOffside und den türkischen Transferjournalisten Ekrem Konur. Deren Formulierung lautet „initial approach“ – eine Kontaktaufnahme, kein eingereichtes Angebot.
CaughtOffside selbst schreibt in derselben Meldung, dass ein offizieller Vorstoß bei Galatasaray bislang nicht erfolgt sei. Was Tottenham intern hat, ist die sportliche Freigabe zur Aufnahme von Verhandlungen. Fabrizio Romano, dessen Bestätigung bei Transfers dieser Größenordnung als Wasserstandsmeldung gilt, hat sich zu Osimhen und den Spurs bisher nicht geäußert. Wer daraus ein laufendes Ablösegefecht macht, geht einen Schritt zu weit.
Hier wird es interessant. Galatasaray hat Osimhen im Sommer 2025 fest verpflichtet – für ein Paket von rund 75 Millionen Euro, die teuerste Verpflichtung der türkischen Fußballgeschichte. Napoli sicherte sich zusätzlich zehn Prozent am künftigen Weiterverkaufsgewinn.
Wer bei 74 Millionen verkauft, macht also keinen Transfergewinn. Er holt sein Geld zurück und wird ein Netto-Gehalt von 15 Millionen Euro pro Jahr los. Genau das dürfte der eigentliche Hebel sein. Die Forderung ist keine Wunschzahl, sondern eine Untergrenze, unter der sich das Geschäft für Galatasaray rechnerisch kaum lohnt.
Roberto De Zerbi hat in diesem Sommer bereits im zentralen Mittelfeld und in der Defensive investiert, unter anderem mit Sandro Tonali und Mateus Fernandes. In der Sturmspitze fehlt bislang die Antwort: Dominic Solanke hat seine Bournemouth-Quote in Nordlondon nie erreicht, Richarlisons Zukunft ist bei unter einem Jahr Restlaufzeit offen.
Der Bedarf ist real, die finanzielle Beweglichkeit nach dem bisherigen Sommer weniger. Und mit Manchester United, Chelsea und Atlético Madrid stehen nach denselben Berichten drei Klubs am Rand, die den Preis eher nach oben treiben als nach unten. Osimhen ist 27, in zwei Spielzeiten in Istanbul stehen 59 Tore in 74 Pflichtspielen zu Buche.
Die Frage ist nicht, ob Osimhen die Premier League reizt – Nigerias Nationaltrainer Éric Chelle nennt ihn den besten Stürmer der Welt, und der Spieler soll einem Wechsel offen gegenüberstehen. Die Frage ist, ob es diesen Verhandlungstisch überhaupt schon gibt.
Bis Galatasaray ein Papier auf dem Tisch hat und Tottenham eine Summe unterschreibt, bleibt das ein Preisschild, über das zwei Klubs bislang nur über Dritte reden. Solche Geschichten laufen im August entweder heiß oder ins Leere. Beides beginnt mit derselben Meldung.


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