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·12 February 2026
Pérez hat gewonnen: Die UEFA kuscht vor Real Madrid

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·12 February 2026

Nach Jahren des Konflikts haben sich die UEFA und Real Madrid auf eine Grundsatzvereinbarung geeinigt. Die Schadenersatzklage über vier Milliarden Euro wird fallengelassen.
Real Madrid und die UEFA reichen sich die Hand. Nach Jahren des erbitterten Streits um die Super League haben sich beide Seiten auf eine Grundsatzvereinbarung geeinigt. Das klingt nach Frieden im europäischen Fußball. Doch wer genau hinschaut, erkennt: Hier gewinnt vor allem einer – und das ist nicht die UEFA.
Florentino Pérez hat bekommen, was er wollte. Nicht die Super League in ihrer ursprünglichen Form, aber etwas viel Wertvolleres: Anerkennung. Die UEFA, die 2021 noch mit Ausschlüssen drohte und die abtrünnigen Klubs als Verräter brandmarkte, sitzt jetzt am Verhandlungstisch und spricht von einer Vereinbarung "zum Wohle des europäischen Klubfußballs".
Das ist die Sprache der Kapitulation, verpackt in diplomatische Floskeln.
Die Schadenersatzforderung von mehr als vier Milliarden Euro, die Real Madrid gemeinsam mit dem Super-League-Promoter A22 gegen die UEFA erhoben hatte, war der eigentliche Hebel. Der Vorwurf des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung wog schwer genug, um den Verband an den Verhandlungstisch zu zwingen. Ob diese Summe jemals realistisch war, spielt keine Rolle mehr. Sie hat ihren Zweck erfüllt.
Was bleibt, ist eine bemerkenswerte Verschiebung der Machtverhältnisse. Die UEFA betont in ihrer Mitteilung den "Grundsatz der sportlichen Leistung" und die "langfristige Nachhaltigkeit der Klubs". Das sind Worthülsen, die alles und nichts bedeuten können. Konkrete Details? Fehlanzeige. Diese Vagheit ist kein Zufall, sondern Absicht. Sie lässt Raum für Interpretationen – und für künftige Forderungen.
Die als "Unify League" reformierten Super-League-Pläne streben langfristig eine Genehmigung der UEFA an. Das ist der eigentliche Kern dieser Geschichte. Was 2021 noch als Putschversuch gegen den etablierten Fußball galt, könnte in einigen Jahren als legitime Alternative neben der Champions League existieren. Die Grundsatzvereinbarung ebnet diesen Weg.
Pérez hat Geduld bewiesen. Während Barcelona und Chelsea längst ausgestiegen sind, hielt der Real-Präsident an seiner Vision fest. Die rechtlichen Auseinandersetzungen, die monatelangen Gespräche – all das war Teil einer Strategie, die nun Früchte trägt. Die UEFA mag diese Einigung als Erfolg verkaufen. In Wahrheit hat sie einen Präzedenzfall geschaffen: Wer genug Druck aufbaut, bekommt seinen Platz am Tisch.
Der europäische Fußball steht vor einer Zeitenwende. Nicht heute, nicht morgen. Aber die Weichen sind gestellt. Real Madrid hat gezeigt, dass selbst die mächtige UEFA verhandlungsbereit wird, wenn die Alternative ein milliardenschwerer Rechtsstreit ist. Das werden andere Klubs nicht vergessen.
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