Pérez‘ Herausforderer: Riquelme bittet um mehr Zeit für Wahlkampf | OneFootball

Pérez‘ Herausforderer: Riquelme bittet um mehr Zeit für Wahlkampf | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: REAL TOTAL

REAL TOTAL

·13 May 2026

Pérez‘ Herausforderer: Riquelme bittet um mehr Zeit für Wahlkampf

Article image:Pérez‘ Herausforderer: Riquelme bittet um mehr Zeit für Wahlkampf
Article image:Pérez‘ Herausforderer: Riquelme bittet um mehr Zeit für Wahlkampf

Enrique Riquelme möchte als Präsident kandidieren, bittet aber um etwas mehr Vorlaufzeit – Foto: instagram.com/enriqueriquelmev

Für Präsidentschaft: Riquelme erfüllt Voraussetzungen

Dann soll dieser Herr, über den wir sprechen, kandidieren“, hatte Florentino Pérez noch am Dienstag posaunt. Und damit quasi einen möglichen Herausforderer selbst herausgefordert. Denn „dieser Herr, der mit den Energieunternehmen spricht und einen südamerikanischen Akzent hat“, so Pérez, dürfte kein geringerer sein als Enrique Riquelme Vives. Der hatte schon bei den Präsidentschaftswahlen 2021 Interesse bekundet, schlussendlich seine Kandidatur jedoch zurückgezogen, aber fünf Jahre später könnte es so weit sein. Oder wird es auch, denn der 37-jährige Spanier (geboren am 9. Januar 1989 in Cox, nahe Alicante) hat sich nun selbst gemeldet, seine Kandidatur in Form eines offenen Briefs aber von einer Bedingung abhängig gemacht: etwas mehr Zeit. Schon 2021 waren es primär die nur wenigen Wochen Vorbereitungszeit, um einen Wahlkampf gegen den mittlerweile titelreichsten Präsidenten in Real Madrids Historie aufzubauen, zu knapp – und da handelte es sich um eine turnusmäßige, geplante Wahl. Jetzt, 2026 hat Florentino Pérez mehr oder weniger spontan zu Neuwahlen ausgerufen, nachdem er im Vorjahr noch zum vierten Mal in Folge konkurrenzlos gewonnen hatte – auch damals, ohne Riquelmes Kandidatur. Das dürfte sich dieses Mal ändern, jedoch bittet der erfolgreiche Unternehmer um mehr als nur ein paar Wochen – auch, damit die „Socios“ (also die rund 98.000 Mitglieder, denen der Verein in der Theorie gehört, davon circa 75.000 volljährig beziehungsweise wahlberechtigt) sich in Ruhe selbst ein Bild machen können, um abzustimmen (auch wenn schlussendlich auch die rund zweitausend „Socios Compromisarios“ wählen dürfen). Enrique Riquelmes offener Brief im Wortlaut:


OneFootball Videos


Sehr geehrter Herr Präsident, lassen Sie mich Ihnen vor allem anderen meinen aufrichtigen Respekt und meinen Dank für alles aussprechen, was Sie in den letzten Jahrzehnten für Real Madrid geleistet haben. Unter Ihrer Führung hat Real Madrid nicht nur unvergessliche Titel errungen und den Weltfußball dominiert, sondern auch seine Unabhängigkeit, sein institutionelles Ansehen und seine Stellung als der weltweit am meisten bewunderte Sportverein gefestigt.

Gerade wegen des enormen Respekts, den Ihre Person verdient, erlaube ich mir, Ihnen diese Zeilen aus Mexiko zu schreiben, wo ich mich aus beruflichen Gründen aufhalte und wo ich von der Möglichkeit einer bevorstehenden und raschen Einberufung zur Wahl des Vereinspräsidenten erfahren habe. Ich verstehe vollkommen, dass jede Entscheidung, die Sie treffen, von Ihrer Liebe zu Real Madrid und Ihrem Wunsch, die Institution zu schützen, geleitet sein wird. Gerade wegen der historischen Bedeutung des Moments, den unser Verein gerade erlebt, glaube ich demütig, dass der Madridismo Zeit, Gelassenheit und Besinnung verdient.

Unser Verein hält, nach fast zwanzig Jahren ohne einen partizipativen Wahlprozess, bei dem die Mitglieder aufgerufen werden, gemeinsam Real Madrid zu gestalten, an festgelegten Fristen fest, die nicht der Förderung von Partizipation und Zuhören entsprechen, die moderne Demokratien erfordern. Die Socios, die über ganz Spanien und im Ausland verteilt sind, verdienen Zeit und Ruhe, um in aller Gelassenheit über die Zukunft von Real Madrid zu diskutieren. Zeit, um darüber zu sprechen, wie die Werte bewahrt werden können, die diesen Verein unsterblich gemacht haben: Vorbildlichkeit, institutionelle Eleganz, Respekt gegenüber dem Gegner, Exzellenz, Einheit und der Ehrgeiz, weiterhin der weltweite Maßstab im Sport zu sein.

Aus all diesen Gründen und mit größtem Respekt möchte ich Ihnen unsere uneingeschränkte Bereitschaft signalisieren, in den kommenden Tagen gemeinsam ins Gespräch zu kommen und einen umfassenderen Prozess zu vereinbaren, der die echte Beteiligung der Mitglieder und Madridistas an ihrer Zukunft ermöglicht und fördert. Wie Sie selbst in Ihrer Pressekonferenz erwähnt haben, geht es um einen transparenteren und innovativeren Prozess, der die seit jeher bestehenden Lücken schließt, die beispielsweise die Briefwahl oder die Möglichkeit betreffen, die stimmberechtigten Mitglieder kennenzulernen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Ein für diese Wahl vereinbarter Prozess, der weitere zwanzig Jahre Stabilität, Führungsstärke und Größe für Real Madrid gewährleistet und verhindert, dass wir den Madridismo in eine Zeit des Bruchs, der Polarisierung und der internen Spannungen führen.

Um Spekulationen zu vermeiden, die vom eigentlichen Ziel dieses Vorschlags für Dialog und Einheit ablenken, möchte ich klarstellen, dass ich alle wirtschaftlichen und auf die Mitgliedschaftsdauer bezogenen Voraussetzungen für eine Kandidatur erfülle. Ich verfüge über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die finanzielle Erfahrung, die Real Madrid benötigt, wie die kürzlich erfolgte erfolgreiche Emission von zwei Milliarden Dollar auf dem Markt durch Cox gezeigt hat, ein Unternehmen, dessen Vorstandsvorsitzender ich bin und an dem ich zu 75 Prozent beteiligt bin. Ich bin jedoch aufrichtig davon überzeugt, dass der von mir vorgeschlagene Weg das Beste für die Mitglieder, für die Institution und für die Zukunft des Vereins wäre.

Wahrhaft ewige Institutionen sind jene, die Erfahrung und Erneuerung, Vergangenheit und Zukunft, Vermächtnis und Kontinuität zu vereinen wissen. Und nur wenige Institutionen auf der Welt tragen eine so große historische Verantwortung wie Real Madrid. Wie auch immer Ihre Entscheidung ausfallen mag, Ihre Präsidentschaft gehört bereits für immer zur größten Geschichte des Fußballs, und die Einheit des Madridismo in einem partizipativen, ruhigen und transparenten Prozess zu gewährleisten, wäre das beste Vermächtnis für die Zukunft von Real Madrid.

Zu Ihren Diensten, Enrique Riquelme. Socio Nummer 43858 des Real Madrid Club de Fútbol

Wahlkampf 2025 dauerte nur knapp zwei Wochen

Neben der Bitte um etwas mehr Zeit – zum Vergleich: 2025 vergingen zwischen dem Wahlausruf und dem schlussendlich konkurrenzlosen Wahlsieg nur 17 Tage – ist auch hervorzuheben, dass Riquelme schonmal die Grundvoraussetzungen erfüllt. Dazu gehören nicht nur eine Mindestzugehörigkeit als Socio – angeblich 20 Jahre – sondern auch eine enorme Summe an Eigenkapital, so muss angeblich der Präsident 15 Prozent des Gesamtumsatzes selbst stemmen können im Notfall. Und in der Saison 2024/25 hat Real Madrid mit 1,18 Milliarden Euro einen weiteren Umsatzrekord aufgestellt – das würde mindestens 180 Millionen Euro auf Riquelmes Konto bedeuten. Diese Bedingungen scheint er zu erfüllen, um sich jetzt aber einen „fairen“ Wahlkampf mit Pérez zu bieten, der sich seit 2009 in seiner zweiten Amtszeit befindet, benötigt Riquelme etwas mehr Zeit. Denn nebenbei führt er noch das Energie- und Wasserkraft-Unternehmen Cox Energy als Gründer und Präsident. Und müsste sich jetzt statt in Mexiko primär in Madrid aufhalten, um viele Hände zu schütteln. Es heißt zwar, er hätte schon einige berühmte Fürsprecher, so sollen sowohl Sergio Ramos als auch Iker Casillas – der Torhüter hat schon länger kein gutes Verhältnis mehr zu Pérez – auf Riquelmes Geburtstagsfeier im Januar gewesen sein. Und auch im Klub ist er kein Unbekannter, so kennt er bereits interne Abläufe durch seinen Vater, der während Ramón Calderóns Amtszeit (2006 bis 2009) sowie anschließend unter Interimspräsident Vicente Boluda zur „Junta Directiva“, also dem Vorstand des Klubs gehörte. Aber um es jetzt mit einem der mächtigsten Männer im Weltfußball aufzunehmen, der auch deswegen zuletzt vier Mal in Folge konkurrenzlos gewonnen hatte bei den „Wahlen“, braucht es vermutlich etwas mehr. Aber den Mut, überhaupt seinen Hut in den Ring zu werfen, scheint Riquelme in Form dieses offenen Briefs gefunden zu haben. Jetzt braucht er nur noch etwas Zeit von Pérez selbst, um wirklich einen fairen Kampf ermöglicht zu bekommen und sich mehr als nur in einem offenen Brief vorzustellen.

Verwandte Beiträge

Pérez teilt aus: „Trete nicht zurück“

Florentino Pérez aufbrausend wie nie! Real Madrids Präsident beruft eine Pressekonferenz ein -... weiterlesen

View publisher imprint