Rund um den Brustring
·3 April 2026
Rund um das Spiel gegen Dortmund

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·3 April 2026

Die Länderspielpause ist vorbei und der VfB geht in den Saison-Endspurt. Können wir unsere Form gegen den Tabellenzweiten bestätigen?
Eigentlich sind ja Länderspielphasen eher arm an VfB-Themen. Hier ein Testspiel, da ein Transfergerücht, vielleicht auch mal etwas abseits des grünen Rasens. Nicht so im März 2026, in dem sich an die Diskussion, ob Deniz Undav zur Nationalmannschaft berufen wird, direkt jene anschließt, warum und mit welcher Begründung er nur 45 statt der vom weiß-roten Anhang erwarteten 180 Minuten auf dem Feld steht. Nach zwei Siegen aus zwei Testspielen steht der Bundestrainer Monate vor dem Turnier gefühlt bereits vor dem Aus. Diejenigen, denen solche Spiele und die Weltmeisterschaft im Sommer wichtig sind, sollten sich allerdings schon mal fragen lassen, ob es hier um den eigenen Lieblingsspieler geht oder um den sportlichen Erfolg der Nationalmannschaft. Denn Letzterer ist nicht allein von Ersterem abhängig. Wenn es aber primär um den Spieler geht und man deshalb in einem Testspiel Lautstärke seine Einwechslung fordert, dann verstehe ich die hysterischen Diskussionen um den Trainer nicht — auch wenn der aktuell meine Meinung von ihm als abgehobenen Fatzke bestätigt.
Kommen wir zum richtigen und wichtigen Fußball, nämlich den letzten sieben Bundesliga- und hoffentlich zwei Pokalspielen des VfB in dieser Saison. Die Mannschaft mit dem Brustring hat das Aus in Porto vor knapp zwei Wochen ziemlich gut weggesteckt und ist mit einem 5:2 auf Platz 3 stehend in die Pause gegangen. Eine schöne Zwischenbilanz, die in den kommenden Wochen erst bestätigt werden muss, wenn es neben dem BVB am späten Ostersamstag noch gegen alle anderen Topmannschaften außer den schon besiegten Leipzigern geht. Immerhin: Die Teilnahme am Europapokal ist so gut wie sicher, sollte jetzt kein kompletter Absturz folgen. Jetzt geht es darum, sich neue, möglichst hohe Ziele zu setzen und auf diese konzentriert hinzuarbeiten. Heißt: Volle Kraft voraus in die Champions League.
Die Voraussetzungen dafür könnten aktuell kaum besser sein. In ziemlich genau drei Jahren Amtszeit von Sebastian Hoeneß, der aktuellen drittlängsten eines VfB-Trainers der Neuzeit, hat sich die Mannschaft, haben sich einzelne Spieler weiterentwickelt. Die Mannschaft tritt nach der Fabelsaison und dem darauf folgenden Kater wesentlich stabiler auf und muss jetzt noch lernen, Spiele auch mal mit der etwas weniger feinen Klinge auf ihre Seite zu ziehen. Die Liste der Spieler, die sich unter Hoeneß zu Bundesliga-Leistungsträgern und Nationalspielern entwickelt haben, würde hier den Rahmen sprengen.
Und sie stehen fast alle am Samstagabend zur Verfügung. Nur Jovanovic und Zagadou sind trotz Trainingsteilnahme noch nicht bereit für den Spielbetrieb, Jamie Leweling hingegen könnte nach zwei verpassten Länderspielen wieder dabei sein.

Es ist erstmal vorbei mit Rotation, jetzt könnten wir eigentlich jede Woche mit der besten Elf auflaufen. Demirovic kriegt nach zwei anstrengenden, aber erfolgreichen Playoff-Spielen erstmal ne kurze Pause. Weder Vagnoman, noch Assignon überzeugen mich ausreichend, um gegen Dortmund mit einer Viererkette zu starten.
Das Wichtigste zuerst: Seit dem 8. April 2022 und damit seit ziemlich genau vier Jahren haben wir zu Hause nicht mehr gegen den BVB verloren und haben mittlerweile in 111 Bundesligavergleichen auch mit 44 zu 41 Siegen die Nase vorn. Ob diese Serie auch am Sonntagmorgen noch Bestand hat, wird davon abhängen, ob wir der zweitbesten Mannschaft der aktuellen Bundesliga-Saison Paroli bieten können. Nicht nur nach Punkten sind die Dortmunder aktuell die Nummer 2 hinter den Bayern, auch in so ziemlich jeder anderen Statistik — meist kurz vor dem VfB. Ein echtes Spitzenspiel also. Ex-VfBler Gregor Kobel hat ligaweit die meisten weißen Westen, bei den geschossenen Toren ist Deniz Undav seinem ehemaligen Brustringkollegen Serhou Guirassy allerdings voraus. Interessant: Keine Mannschaft überperformt in der Liga nach expected points derart wie der BVB. 61 erspielten stehen 49 erwarteten gegenüber, bei keinem Konkurrenten ist die Diskrepanz derart groß. Mit 49 Punkten stünden sie aber in der xP-Tabelle trotzdem auf Platz 2, der VfB mit 47 auf Platz 5.
Natürlich wäre es ein leichtes, die Dortmunder als unsere Lieblings-Gegner zu bezeichnen. Dafür ist mir die Mannschaft, die sich ihrerseits auf dem Weg zu einer vereinsinternen Rekordsaison befindet, aber zu gefährlich. Natürlich läuft auch da nicht alles optimal, wie man am Wechsel auf der Sportdirektoren-Position sieht. Und na klar: Im Neckarstadion muss man erstmal gewinnen. Aber entspannt gehe ich in dieses Spiel nicht rein. Gleichzeitig befinden wir uns sieben Spieltage vor Saisonende in einer derart komfortablen Situation, das eine Niederlage nicht direkt das Ende aller Hoffnungen bedeuten würde. Klar ist aber: Jetzt ist wirklich die schon vor ein paar Wochen ausgerufene Crunch-Time.
Titelbild: © Alex Grimm/Getty Images









































