Rund um den Brustring
·14 May 2026
Rund um das Spiel in Frankfurt

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·14 May 2026

Ein letztes Mal (in der Liga) alles reinschmeißen, für die nächste Reise in der Königsklasse.
Was soll ich sagen? Das Spiel gegen Leverkusen hat Mut gemacht. Der VfB lässt sich von einem Rückstand nicht umwerfen, zeigt sich torgefährlich, bissig und die Mannschaft zeigt, dass sie das Ziel vor Augen hat und bereit ist, viel zu investieren, um es zu erreichen. Und doch war das 3:1 erst die halbe Miete. Genau die gleiche Intensität, vielleicht noch mehr, werden wir am Samstagnachmittag im Frankfurter Waldstadion brauchen. Gegen eine Mannschaft, die eine unbefriedigende Saison wenigstens noch mit der Teilnahme an der Conference League beenden will. Gegen ein Stadion, dass unabhängig von der Qualität der Heimmannschaft erst einmal überwunden werden muss. Und das alles, während für beide Mannschaften auch noch die Ergebnisse auf vier anderen Plätzen — Gladbach und Leverkusen für uns, Freiburg und Köpenick für die Eintracht — wichtig sind.
Viel mehr Nervenkitzen geht eigentlich nicht, auch wenn wir mit der gesicherten Europa League-Teilnahme natürlich etwas weicher fallen würden. Aber daran sollten wir keinen Gedanken verschwenden, schließlich sind die Chancen, die sich durch eine erneute Qualifikation für die Champions League öffnen, ungleich größer. Nicht unbedingt sportlicher Natur, dafür sind die Abstände im europäischen Fußball viel zu groß. Aber für die finanzielle und damit auch sportliche Stabilität des VfB ist der vierte Platz ein Sechser im Lotto und die Chance, auf dem Erfolg der letzten Jahre weiter aufzubauen. Aber erstmal gilt es, die Eintracht zu schlagen und sich dabei nicht vorwerfen zu lassen, man habe nicht alles versucht. Beste Voraussetzungen bietet dafür die
denn außer dem weiterhin rotgesperrten Atakan Karazor sind alle Spieler fit und einsatzbereit, insbesondere Finn Jeltsch.

In die Startelf würde ich ihn jedoch nicht gleich stellen. Die würde ich auch im Vergleich zum Leverkusen-Spiel nur auf einer Position verändern: El Khannouss für Nartey, den ich etwas stärker sehe. Volle Kapelle.
Die Eintracht ist aktuell 8. mit 43 Punkten und einer Tordifferenz von ‑4, ein Punkt hinter Freiburg auf dem Conference-League-Platz mit 44 Punkten und ‑9 Toren, die am Samstag gegen Leipzig spielen. Punktgleich ist aber der FC Augsburg mit ‑12 Toren, die bei Union spielen. Es könnte also gut sein, dass die Ergebnisse auf den anderen Plätzen unseren Gegner beflügeln, andererseits möchte Freiburg sicherlich nicht mit einem Misserfolg ins UEFA-Pokal-Finale gehen. Der Trend ist auch nicht gerade der Freund der Eintracht: Seit Albert Rieras Amtsantritt Anfang Februar gab es nur 4 Siege in 13 Spielen: Gegen Gladbach, Freiburg, Heidenheim und in Wolfsburg. Keines der letzten vier Spiele konnte Frankfurt gewinnen, gegen Leipzig, Hamburg und Dortmund vorlor man, gegen Augsburg spielte man Unentschieden.
Nach Heidenheim (70) und Wolfsburg (68) hat Frankfurt die drittmeisten Gegentore der Liga, beide Torhüter haben zusammen mit 61 Prozent die schlechteste Fangquote der Liga. Aber Vorsicht: Bei geschossenen Toren steht die Eintracht ligaweit auf Platz 7, bei Torschüssen auf Platz 12, ist also ziemlich effektiv. Das zeigt auch die folgende Zahl von 0,37 Toren pro abgegebenem Schuss aufs Tor. Das ist in der Liga der zweitbeste Wert mit Bayern hinter Dortmund, der VfB liegt bei 0,32. 38,3 Prozent der Schüsse der Eintracht gehen auch aufs Tor (VfB 39,5). Die besten Torschützen sind Jonathan Burkardt (11), Can Uzun (8), Arnaud Kalimuendo (6), Burkardt hat zusätzlich 3 Assists, Uzun 6. Ansonsten ist die Eintracht ähnlich wie der VfB stark bei der Passquote und beim Ballbesitz, eher schwach in den Laufwerten.
Es gibt keine Ausreden mehr. Nicht das Pokalfinale nächste Woche. Nicht die Tatsache, dass DFL und DFB in ihrer unendlichen Weltfremdheit einen Wiesbadener Schiedsrichter für dieses Spiel angesetzt haben, der vor knapp zwei Wochen erst in einem wichtigen Spiel einen entscheidenden Fehler gemacht hat. Nicht, dass man den Gegner unterschätzt oder dieser es einem schwer gemacht habe. Der VfB ist stark genug, um in die Champions League einzuziehen, ist resilient genug, sich in die Königsklasse zu kämpfen. Der letzte Schritt liegt vor uns, wir müssen ihn nur noch gehen.
Titelbild: © Neil Baynes/Getty Images







































