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·12 April 2026
„Schlag in die Fresse“: Wolfsburg hadert mit erneuter Niederlage

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·12 April 2026

Für Diego Benaglio fühlte sich die nächste Pleite wie „ein Schlag in die Fresse“ an, auch Dieter Hecking nahm kein Blatt vor den Mund. Er sei kein Mann „für Durchhalteparolen“, erklärte der Trainer des VfL Wolfsburg nüchtern. Nach dem bitteren 1:2 (0:2) gegen Eintracht Frankfurt gehe es für seine Mannschaft im Saisonendspurt „wahrscheinlich nur noch um Platz 16. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen – und es wird schwer genug, das zu erreichen“.
Denn die Situation ist mehr als brenzlig für die Wolfsburger, die von Negativrekord zu Negativrekord eilen. Das ist sowohl der Führungsetage um Aufsichtsratsmitglied Benaglio als auch Trainer und Mannschaft klar. Nach der zwölften Partie ohne Sieg – so viele wie zuletzt 1998 – rückt auf dem vorletzten Platz der erste Bundesliga-Abstieg der Klubgeschichte immer näher.
Nur noch zwei Punkte beträgt der Abstand zum Schlusslicht 1. FC Heidenheim (19) nach dessen Erfolg gegen Union Berlin. Die einzig positive Nachricht an einem aus VfL-Sicht trüben Samstag: Der Rückstand auf den FC St. Pauli (25) und damit auf den Relegationsplatz hat sich nicht vergrößert.
In Wolfsburg herrscht dennoch Alarmstimmung. „Bitter, bitter. Wir erleben Woche für Woche viele Rückschläge. Es tut weh“, sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler bei Sky bedient. Aber, fügte er trotzig an: „Es gibt keine andere Option, als wieder aufzustehen und nächste Woche für die drei Punkte zu kämpfen. Wir können uns nicht komplett eingraben.“
Man müsse weiter dran glauben, betonte auch Benaglio, der den Abstiegskampf als ehemaliger VfL-Torhüter noch aus Spielerperspektive kennt. Dass es jedoch von Spieltag zu Spieltag schwieriger werde und „die Tabelle auch nicht lügt – keine Frage“.
Nur noch fünf Partien bleiben Hecking, der erst Anfang März seine Rettungsmission angetreten war, um den drohenden Absturz in die Zweitklassigkeit noch abzuwenden. Gegen Frankfurt hatte der Coach wieder einmal „gute Momente bis zum Abschluss“ von seinem Team gesehen, doch habe man in den „entscheidenden Momenten nicht die richtige Entscheidung getroffen“.
Die Frankfurter, die den Wolfsburgern durchaus Möglichkeiten geboten hatten, zeigten sich deutlich effektiver. Der Anschlusstreffer vom eingewechselten Dzenan Pejcinovic (90.+7) kam nach den Toren von Oscar Höjlund (21.) und Arnaud Kalimuendo (32.) zu spät.
Die Fans machten ihrem Frust im Anschluss Luft, aus der Nordkurve hallten den bedröppelten Spielern Buhrufe und Pfiffe entgegen. Der Druck steigt, auch abseits des Platzes herrscht Unruhe. So soll das geschasste Führungsduo Peter Christiansen und Sebastian Schindzielorz sich mit dem Verein um Geld streiten, im Fall von Ex-Sportdirektor Schindzielorz soll es am Montag sogar einen Termin vor dem Arbeitsgericht Braunschweig geben.
Benaglio wollte sich dazu „lieber nicht äußern“. Am Ende des Tages müsse „jeder selbst in den Spiegel gucken können und selbst sein Fazit ziehen“. Die sportlichen Sorgen sind ohnehin groß genug. Am Samstag muss bei Union Berlin dringend ein Sieg her. Doch auch die kriselnden Köpenicker, die nach der überraschenden Trennung von Steffen Baumgart auf Marie-Louise Eta im Abstiegskampf setzen, brennen auf ein Erfolgserlebnis.
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