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·16 May 2026

St. Pauli und Heidenheim steigen ab - Wolfsburg in der Relegation

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Mit dem FC St. Pauli und dem 1. FC Heidenheim stehen die beiden direkten Absteiger aus der Bundesliga fest. Die Kiezkicker sind damit nach zwei Jahren zurück in der 2. Liga, während die Brenzstädter insgesamt drei Jahre im Oberhaus spielten - und zwischendurch sogar am internationalen Wettbewerb teilnahmen. Die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga bestreitet der VfL Wolfsburg.

St. Pauli hatte schwächste Offensive der Liga

In der vergangenen Saison lief der FC St. Pauli noch auf Platz 14 über die Ziellinie. Ein großer Erfolg für den Kiezklub, der im zweiten Bundesliga-Jahr jedoch keinen Fortschritt machte. Obwohl die Mannschaft von Alexander Blessin mit sieben Punkten aus drei Spielen startete, steht am Ende der Abstieg fest - weil die Hamburger nach dem furiosen Start gleich neun (!) Niederlagen am Stück kassierten. Im Winter gab es dann zwar noch einmal einen Aufschwung, doch in den letzten zehn Partien holte St. Pauli nur noch drei Punkte. Deutlich zu wenig, um am Ende die Klasse zu halten. Oder wenigstens den Relegationsplatz zu erreichen.


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Zum Genickbruch wurde für die Kiezkicker die schwache Offensive. Der FCSP schaffte gerade einmal 29 Tore, was nicht einmal einen Treffer pro Partie bedeutet. Schon in der vergangenen Saison war die Ausbeute gering, sodass Morgan Guilavogui mit sechs Treffern die interne Schützenliste anführte. St. Pauli investierte rund vier Millionen Euro in den Transfer von Zweitliga-Torjäger Martijn Kaas und holte dazu noch drei weitere Mittelstürmer, doch treffsicher zeigte sich kein Neuzugang im Oberhaus. Im Gegenzug waren 60 Gegentore zwar nicht verheerend, aber zu viel, um sie mit der schwachen Offensivbilanz auszugleichen.

Blessin fehlte Qualität im Kader

Hinzu kam ein enormes Verletzungspech im Saisonverlauf, gerade einmal sechs Akteure aus dem Kreis der Stammspieler blieben in dieser Spielzeit verletzungsfrei. So musste Trainer Blessin immer wieder mit dem arbeiten, was ihm zur Verfügung stand - und den Job machte der 52-Jährige augenscheinlich gut, denn der gebürtige Stuttgarter wurde des Öfteren schon in Trainerdiskussionen bei anderen Bundesligisten als Nachfolger gehandelt. Ob Blessin daher mit St. Pauli in die 2. Bundesliga gehen wird, ist nach aktuellem Stand offen - so, wie auch weite Teile der Kaderplanung.

Nach zwei Jahren in der Beletage kehren die Kiezkicker somit wieder ins Unterhaus zurück. Letztendlich fehlte die Qualität, um den nächsten Schritt zu gehen. Immerhin im Stadtderby gegen den Hamburger SV blieb St. Pauli zweimal ungeschlagen, doch für die kommende Spielzeit müssen die Kiezkicker auf das brisante Duell verzichten.

Heidenheim: Von der Conference League in die 2. Liga

Aller guten Dinge sind dann doch nicht drei: Im dritten Jahr in der Bundesliga muss der 1. FC Heidenheim den Gang zurück in die Zweitklassigkeit antreten. Ein Szenario, das sich bereits längere Zeit angedeutet hatte. Schon nach dem 0:2 gegen den SV Werder Bremen Ende Februar sagte Trainer Frank Schmidt bei "Sky": "Der Klassenerhalt wäre mehr als ein Wunder." Und doch verschob sich die Gewissheit immer wieder - denn: Zum Saisonendspurt legte Heidenheim eine furiose Aufholjagd hin. Mit zwölf Punkten aus sieben Spielen erreichten die Brenzstädter völlig unerwartet vor dem letzten Spieltag noch Punktgleichheit mit Wolfsburg und St. Pauli. Allerdings blieben die norddeutschen Konkurrenten letzten Endes vor dem FCH.

Als Aufsteiger und Meister des Jahres 2023 sorgte Heidenheim zunächst für Furore. Statt gegen den Abstieg zu kämpfen, spielte die Mannschaft von Frank Schmidt um die europäischen Plätze und qualifizierte sich als Tabellenachter für die UEFA Conference League. Dort traf man in der Ligaphase unter anderem auf den FC Chelsea (0:2). Nach überstandener Gruppenphase scheiterten die Ostälbler in der K.-o.-Runde denkbar knapp am FC Kopenhagen (3:4 n.V.). Das Ausscheiden hatte zumindest einen positiven Nebeneffekt: Der Fokus konnte voll auf den Klassenerhalt gelegt werden. Dieser gelang über den Umweg Relegation – und das auf dramatische Weise. In der Nachspielzeit schoss Leonardo Scienza die Heidenheimer in Elversberg (2:1) zum Ligaverbleib.

Aufholjagd und Fußballwunder bleiben aus

In dieser Saison war der Abstieg letztlich jedoch nur aufgeschoben. Dabei wäre sportlich durchaus mehr möglich gewesen, wie das Saisonfinale zeigte. Nach dem 26. Spieltag hatten die Brenzstädter bereits einen Rückstand von zehn Punkten auf den Relegationsplatz, weshalb ein frühzeitiger Knock-out niemanden überrascht hätte. Am Ende blieb die letzte Chance aufgrund von fehlender Konstanz und mangelnder Effizienz ungenutzt - und vor allem waren 72 Gegentore, also mehr als zwei Gegentreffer pro Partie, zu viel für einen Klassenerhalt.

Immerhin: Trainer Frank Schmidt wird dem Verein auch in der 2. Bundesliga erhalten bleiben. Ob über 2027 hinaus, ist noch unklar. Zwar äußerte der 52-Jährige Abschiedsgedanken, stellte aber wenig später klar, dass es nur Überlegungen seien. Das entscheidende Wort: "mutmaßlich". In Sachen Kaderplanung sind bislang vor allem die Rückkehrer nach Leihen bekannt. Stand jetzt kehren Kevin Müller, Thomas Keller, Maximilian Breuning und Luka Janes zurück. Verlassen werden den Klub hingegen Diant Ramaj, Eren Dinkçi, Arijon Ibrahimović, Leonidas Stergiou und Hannes Behrens. Während Heidenheim letztendlich das Fußballwunder rund um den Klassenerhalt verpasste, darf nun der VfL Wolfsburg an der Bundesliga-Relegation (21. Mai/25. Mai) teilnehmen.

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