Vertikalpass
·20 March 2026
VfB-Fans haben Champions League Niveau, aber …

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·20 March 2026

… für das Team reicht es noch nicht für Großes in der Europa League.
Der VfB ist international und auswärts ein gern gesehener Gegner: Er bringt super Fans mit, spielt super Fußball mit einer sympathischen Mannschaft und verliert immer. Super Sache für den Gegner, sympathisch finden das alle (bis auf Deventer). Denn die Taktik gegen den VfB ist einfach: Gib‘ ihnen den Ball, das mögen sie, denn sie wollen spielen und mit dem Tore schießen haben sie ein Problem. Und irgendwann kommt die Situation, in der einer einen Fehler macht, in der sie in Unterzahl verteidigen, dann müssen wir da sein, mit Tempo und Konsequenz.
Daran geglaubt haben sie. Motiviert waren sie. Heiß waren sie. Wütend waren sie. Und wütend waren sie auch nach dem Spiel. Aber internationales Niveau haben nur die VfB-Fans. Die feierten ihr Team und das zurecht: Der VfB ließ sich vom Hinspielergebnis nicht entmutigen, legte alles rein, letztlich reichte die Qualität nicht.
Ja, Diogo Costa ist ein herausragender Keeper, ganz klar. Stünde Kasper Schmeichel bei den Portugiesen im Tor, hätte der VfB fünf Dinger gemacht. Aber den Qualitätsunterschied zwischen den beiden Teams sieht man in der Konsequenz bei der Chancenverwertung. Der VfB könnte heute noch spielen und würde womöglich am leeren Tor vorbei schießen.
In den entscheidenden Situationen intensiver, fokussierter, konsequenter zu sein, darum geht es. Der VfB hat so ein Spiel wie gegen Porto schon einmal gespielt. Letztes Jahr, gegen Real Madrid. Die Königlichen 30 Minuten hergespielt, erst kein Tor geschossen, dann 3:1 verloren nach zwei Kontern (!) und einem Standard (Rüdiger!).

Der VfB kann mit erhobenem Kopf auf seine internationale Saison schauen – auch wenn er nicht alle Möglichkeiten nutzte.
Ein Riesenspiel meinen Sebastian Hoeneß und Lothar Matthäus gesehen zu haben. Das wäre es gewesen, wenn Tore gemacht worden wären, wenn der VfB näher an einem Weiterkommen gewesen wäre. Hoeneß sagt, er könne seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Aber er sagt auch, dass Porto in beiden Spielen abgezockter gewesen wäre. Und genau das ist es, was er einfordern sollte: In den wichtigen Phasen voll da sein, sich keine Schwächeperioden zu leisten, vor allem vor dem Tor noch zielstrebiger zu sein – und by the way gegen einen so tiefen Block mehr in Bewegung zu sein.
Porto war wie Istanbul, Rom und Bern: Nicht besser als der VfB, sondern reifer und kaltschnäuziger, wenn es darauf ankam.
Wenn der VfB aus diesen Auftritten lernt, an ihnen wächst, dann ist diese internationale Kampagne ein Erfolg. Es waren einige Highlights dabei, denn international vertreten zu sein, nach all der Scheiße, ist eine große Sache gewesen. Für alle. Team, Staff, Management und Fans.
Der VfB ist zwar aus einem Wettbewerb ausgeschieden und kann mit erhobenem Kopf auf seine internationale Saison schauen – auch wenn er nicht alle Möglichkeiten genutzt hatte.
Aber jetzt stehen weiteren Ziele an: Möglichst einen Champions League-Platz zu erreichen und ins Finale des DFB-Pokals einzuziehen. Dass wir das sagen können zeigt, dass der VfB in den letzten Jahren vieles richtig gemacht hat und die Entwicklung unter Sebastian Hoeneß phänomenal ist. Es geht gar nicht darum, das berühmte „wo wir herkommen“ heranzuziehen und wieder und immer wieder an die Relegation vor drei Jahren zu erinnern. Das nervt, davon sollte sich der VfB (und die Öffentlichkeit) endlich einmal frei machen, denn das können auch Ausreden sein. Es geht darum, dass der VfB uns in den letzten drei Jahren viele unglaubliche und positive Momente geschaffen hat.
Die Entwicklung der Mannschaft zu sehen, sie auf ihrem Weg zu supporten und zu begleiten – im Stadion, auswärts, zu Hause und in den Kneipen vor dem Bildschirm – geht ans Herz und ist eine große Freude!
Zum Weiterlesen: Apropos Herz: Yannick Achternbosch beschreibt in der TAZ, wie er den VfB erlebt – und womöglich erkennen wir uns darin wider.
Bilder: Diogo Cardoso/Getty Images









































