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·19 January 2026

Vinicius wird zum Blitzableiter für eine Krise, die er bei Real Madrid nicht verursacht hat

Article image:Vinicius wird zum Blitzableiter für eine Krise, die er bei Real Madrid nicht verursacht hat

Der Brasilianer sieht sich nach dem Spiel gegen UD Levante starker Kritik der Fans ausgesetzt.

Die Pfiffe im Bernabéu galten allen, sagt Álvaro Arbeloa. Das mag stimmen. Aber sie trafen einen ganz besonders: Vinicius Júnior, den Mann, der Real Madrid in den vergangenen Jahren mit seinen Dribblings, seinen Toren, seiner Unbekümmertheit verzaubert hat. Dass ausgerechnet er jetzt zum Blitzableiter für den Frust einer ganzen Saison wird, sagt viel über den Zustand dieses Vereins.


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Real Madrid steckt in einer Krise, die tiefer reicht als eine Niederlage im Pokal gegen einen Zweitligisten oder ein mühsames 2:0 gegen Levante. Die Entlassung von Wunschtrainer Xabi Alonso, die Unruhe in der Kabine, die Gerüchte über Spannungen zwischen Trainer und Spielern – all das entlädt sich nun auf den Rängen. Und Vinicius, der Brasilianer mit dem großen Talent und dem noch größeren Selbstbewusstsein, ist das perfekte Ziel für jene, die einen Schuldigen suchen.

Arbeloa springt seinem Spieler zur Seite, das gehört zu seinen Aufgaben als Trainer. Seine Worte sind nicht falsch: Was Vinicius seit seiner Ankunft als Teenager geleistet hat, haben tatsächlich nur wenige in der Geschichte dieses Klubs geschafft. Die Tore in entscheidenden Momenten, die Titel, die er mitgewonnen hat – das lässt sich nicht wegpfeifen. Aber das Bernabéu ist ein Ort, an dem Verdienste schnell vergessen werden, wenn die Gegenwart nicht stimmt.

Real Madrid: Fans dürfen Unmut äußern

Die Fans haben das Recht, ihren Unmut zu zeigen. Das hat auch Arbeloa eingeräumt. Doch die Frage ist, ob Pfiffe gegen die eigenen Spieler der richtige Weg sind, um aus einer Krise herauszufinden. Die Geschichte des Fußballs lehrt eher das Gegenteil. Mannschaften, die von ihren Anhängern getragen werden, überstehen schwierige Phasen besser als solche, die im eigenen Stadion Angst vor dem Ball haben müssen.

Dass Teile der Fans auch den Rücktritt von Präsident Florentino Pérez fordern, zeigt die Dimension der Unzufriedenheit. Hier geht es längst nicht mehr nur um einzelne Spieler oder einen neuen Trainer, der sein erstes Heimspiel gewinnen musste, um nicht sofort in Frage gestellt zu werden. Hier geht es um grundsätzliche Zweifel an der Ausrichtung des Vereins.

Am Dienstag kommt Monaco in der Champions League. Das nächste Heimspiel, die nächste Prüfung für Arbeloa, für Vinicius, für alle. Das Bernabéu wird wieder voll sein, die Erwartungen werden wieder hoch sein. Ob die Pfiffe verstummen, hängt nicht davon ab, ob Vinicius ein Tor schießt. Es hängt davon ab, ob diese Mannschaft endlich wieder wie eine Einheit auftritt. Daran muss Real Madrid arbeiten – auf dem Platz und daneben.

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