Was aus früheren Drittligisten geworden ist #34: Unterhaching | OneFootball

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·5 August 2026

Was aus früheren Drittligisten geworden ist #34: Unterhaching

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Insgesamt 70 Mannschaften spielten seit der Saison 2008/2009 in der 3. Liga. Während einige Klubs den Sprung in die Bundesliga geschafft haben, sind andere Vereine vom Radar der breiten Öffentlichkeit verschwunden. liga3-online.de holt diese Klubs nun wieder hervor. Heute: Die SpVgg Unterhaching, die insgesamt 13 Jahre in der Liga war und Rang vier der Ewigen Tabelle belegt.

Warum in Unterhaching bald Champions League gespielt wird

Ein Foto spricht Bände. Die Aufnahme des Stadions in Unterhaching kurz vor Sonnenuntergang auf der Vereinsseite des Ex-Drittligisten aus Bayern hat Symbolwert. Mit Beginn der neuen Spielzeit 2026/2027 gibt es im Landkreis München eine Art Zeitenwende.


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Das idyllisch gelegene Stadion – im April 1992 mit einem 3:0-Sieg gegen Schwaben Augsburg in der Bayernliga eingeweiht – gehört bereits seit dem 1. Januar 2026 offiziell der Allianz Arena München Stadion GmbH, einer 100-prozentigen Tochter des großen Nachbarn FC Bayern München. Ab der bald startenden Saison 2026/2027 werden hier bereits die Heimspiele in der Champions League der Frauen ausgetragen, der Bau eines Leistungszentrums für den Frauen- und Mädchenfußball soll dann ab Sommer 2029 erfolgen. Der Verkauf des Stadions war jahrelang ein Thema. Nun wurde er zum Jahreswechsel für eine Summe von 7,56 Millionen Euro vollzogen.

Freiwilliger Drittliga-Verzicht

Und aus sportlicher Sicht? Hier gab es bei der SpVgg Unterhaching zum Ende der vergangenen Saison in der Regionalliga Bayern nur ein Thema: die frühzeitige Bekanntgabe, auf einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga zu verzichten. Obwohl in der Tabelle auf Drittliga-Kurs, nährten sich schon im Frühjahr die Anzeichen auf einen Verzicht der Bewerbung für die Drittligalizenz. Ende April wurde aus den Anzeichen dann Realität.

"Wir müssen realistisch sein und feststellen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Wiederaufstieg nicht gegeben sind. Die wirtschaftliche Stabilität ist aber die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft", sagte Hachings Präsident Manfred Schwabl. Die Mannschaft des Drittliga-Absteigers mit dem damaligen Trainer Sven Bender lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang zwei hinter dem späteren Meister 1. FC Nürnberg II.

"Für die Mannschaft, das Trainerteam und unsere Fans ist das nach der starken Leistung in dieser Saison natürlich eine Enttäuschung, die Perspektive auf einen Aufstieg in die 3. Liga in den nächsten Jahren werden wir aber nicht aus den Augen verlieren", so Schwabl weiter.

Zwei Ex-Nationalspieler über Unterhaching zurück zum DFB

Das wird Haching sicher nicht. Aber der Neuanfang erfolgt mit einem runderneuerten Kader. Spieler wie Tim Hannemann, Marc Zimmermann, Marcel Martens, Gibson Adu, Richard Meier, Christoph Ehlich oder Ben Erlmann werden 2026/2027 nicht mehr für den früheren Bundesligisten spielen. Der bisherige Coach Sven Bender verließ die Hachinger nach zwei Jahren kurz vor Saisonstart. Wenige Wochen nach dem durchaus überraschenden Aus des Ex-Nationalspielers ist nun klar: Der frühere Profi des BVB und von Bayer 04 Leverkusen wird ab dem 15. August einer der Assistenten des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp.

Vielleicht ist es das idyllische Umfeld in Unterhaching, das Trainer hier in Ruhe reifen lässt? Sven Bender ist nicht der erste Coach mit Haching-Hintergrund, der diesen Weg zum DFB geht. Sandro Wagner, zunächst U19- und dann ab Juli 2021 Cheftrainer in Unterhaching, wurde im Juli 2023 Assistent von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann. Als Haching-Coach holte der gebürtige Münchner 48 Siege aus 81 Pflichtspielen (1,96 Punkte pro Partie) – und führte den Klub 2023 zurück in die 3. Liga. Bender, selbst Jugendspieler in Unterhaching und unter der Regie von Klopp beim BVB Nationalspieler geworden, hatte eine noch bessere Punkte-Bilanz als Wagner: 2,08 Zähler aus 38 Spielen.

Sieg gegen Leverkusen mit Eigentor von Ballack

Die beste Ausbeute der Hachinger in 13 Jahren in der 3. Liga: 67 Punkte und Rang vier in der Saison 2008/2009, als die Rückkehr in die 2. Bundesliga knapp verpasst wurde. Vier Punkte weniger holte Unterhaching in der Zweitliga-Saison 1998/99 – und stieg in die Bundesliga auf. Es war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Aber: Kein anderes Spiel im Sportpark erreichte in Fußball-Deutschland einen höheren Legendenstatus als der 2:0 (1:0)-Erfolg gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen am 34. Spieltag 1999/2000, mit einem Eigentor von Bayer-Superstar Michael Ballack und einem Kopfballtor von Markus Oberleitner.

Am 20. Mai 2000 schossen die bereits vor dem Abstieg geretteten Münchner Vorstädter der Bayer-Elf die sicher geglaubte Meisterschaft weg – und leisteten dem Verfolger FC Bayern (3:1 gegen Bremen) entscheidende Schützenhilfe zur Titelverteidigung. Ex-Bayern-Spieler Oberleitner ("Ich musste nur noch den Kopf hinhalten, der Ball sprang dann vom Innenpfosten ins Tor.") muss diesen unvergessenen Treffer seither sicher immer wieder schildern…

Drei Siege zum Saisonstart

Rekordspieler der Hachinger in der 3. Liga ist der heutige Sportliche Leiter Markus Schwabl – Sohn von Präsident Manfred Schwabl – der 271 Mal in der 3. Liga auflief. Es folgt Sascha Bigalke (144 Spiele), der später gefragter TV-Experte bei DAZN wurde. André Breitenreiter, der mit 15 Treffern beste Torschütze aus den wilden zwei Jahren (1999 – 2001) in der 1. Bundesliga, nahm lange vor Bender und Wagner den Weg in den Trainerbereich. Breitenreiter führte zwei Vereine aus der dritten in die zweite Liga: Den SC Paderborn 07 (2014) und Hannover 96 (2017).

Die SpVgg Unterhaching, neben Borussia Dortmund übrigens der zweite börsennotierte Fußballklub in Deutschland, begann die neue Spielzeit mit zwei Siegen in der Regionalliga Bayern und dem Weiterkommen im Landespokal Bayern. Unter anderem konnte der amtierende Meister 1. FC Nürnberg II 2:1 besiegt werden.

An der Seitenlinie steht vorerst interimsweise Janek Frensch, bisher Nachwuchstrainer bei den Hachingern. Wie lange der erst 28-Jährige die Verantwortung übernimmt, ist noch unklar. Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte um eine Verpflichtung von Holger Seitz als neuen Cheftrainer. Seitz war zuletzt dreieinhalb Jahre Coach der zweiten Mannschaft des FC Bayern.

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