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·3 July 2026
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Nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann stellt sich Fußball-Deutschland die Frage, ob der Topkandidat auf die Nachfolge, Jürgen Klopp, tatsächlich den Job als Bundestrainer in Erwägung zieht. Was dafür noch passieren müsse und ob es Hürden geben könnte. Im Interview mit MagentaTV stand Klopp Rede und Antwort.
Jürgen Klopp auf die Frage, ob es schon Gespräche mit dem DFB gab:
„Ja, die kann ich bestätigen, aber ich werde ein bisschen ausholen zu der ganzen Nummer. Es ist ja nicht so lange her, da standen wir hinter dem Tor beim Elfmeterschießen (Anmerkung: gegen Paraguay) und als Manuel Neuer den Elfmeter gehalten hat, haben wir alle gejubelt wie die Verrückten und haben uns gefreut und waren uns relativ sicher, dass wir es jetzt ziehen, weil der Moment auf unserer Seite war. Dann haben wir ungefähr 3 Minuten später feststellen müssen, dass dem doch nicht so ist. Dann hat das Ganze durchaus zügig Fahrt aufgenommen. Ich möchte damit nur zum Ausdruck bringen, dass ich durchaus weiß, wie nahe Wohl und Wehe im Fußball zusammenliegen. Wenn wir den Elfmeter im Anschluss getroffen hätten und Paraguay nicht, dann würden wir hier heute nicht stehen. Aber jetzt sind die Dinge, wie sie sind. Julian ist zurückgetreten und der DFB kümmert sich um eine Nachfolgeregelung und ist in dem Zuge dieser Gedanken, die sie sich gemacht haben, auf mich zugekommen.“
Es gibt diese Gespräche. Was fehlt zur Einigung?
Jürgen Klopp: „Zeit. Es ist ja so, dass ich einen bestehenden Vertrag mit Red Bull habe. Ich habe mehrfach gesagt, wie gerne ich diesen Job mache. Ich bin als Mensch so, dass ich normalerweise Verträge super gerne einhalte. Aber habe durchaus auch gesagt, dass ich Interesse daran habe, an den Gesprächen habe, weil die müssen natürlich erst geführt werden. Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil es natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen. Julian ist ein außergewöhnlicher Trainer, das wird er in seinem Trainerleben noch ganz oft beweisen dürfen. Deshalb muss man einfach mal die Gespräche auch in gewisser Weise abwarten. Das sind die einen Gespräche und die anderen Gespräche mit meinem Arbeitgeber, mit Oliver Mintzlaff, muss ich natürlich auch führen. Weil ich weiß, dass ihm der deutsche Fußball auch am Herzen liegt und er dementsprechend sehr offen ist für diese Gespräche. Aber geführt werden müssen sie ja trotzdem.“
„Im Idealfall, gibt es am Ende nur Gewinner nach so einer Geschichte“
Wie ist der Stand bei diesen Gesprächen – gibt es Hürden?
Jürgen Klopp „Es ist ja schwierig, Gesprächen vorzugreifen, aber wir haben natürlich auch schon Dinge angetextet und dementsprechend gehe ich da nicht von aus. Im Idealfall, gibt es am Ende nur Gewinner nach so einer Geschichte. Dass man einfach sagt, okay, der Red Bull muss sauber aus der Nummer rauskommen können. Ich bin da bereits 19 Monate dabei, die Öffentlichkeit möglicherweise fragt sich bis heute, was macht er da eigentlich ganz genau. Aber es war eine sehr intensive Zeit. Ich war in der ganzen Welt unterwegs, habe unendlich viel gelernt, ganz viel Erfahrung gesammelt und wir haben ganz viele Dinge verändert. Und das ist jetzt nicht so einfach, da einfach auszusteigen, sondern es muss geklärt werden, dass es auch weitergehen kann.“
Ist jetzt das Timing für Jürgen Klopp gut, um Bundestrainer zu werden?
Jürgen Klopp: „Auch jetzt ist es nicht perfekt. Weil ich nun mal bei Red Bull unter Vertrag stehe. Aber es ist trotzdem besser, als es jemals war. Und von meiner Seite aus, und es kommt noch dazu, ich habe vor 2 Jahren ungefähr in Liverpool aufgehört und habe gesagt, dass mir die Energie fehlt für eine weitere Aufgabe oder für ein weiteres Jahr mit Liverpool. Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt. Also ich bin bereit, ich bin Aber nochmal, es ist ein bisschen zu viel. Ich wollte nur auch heute das mal nutzen, um zu sagen, da draußen wird relativ viel geschrieben und da kann man auch mal was dazu sagen.
Wie schätzt Klopp das Potenzial des deutschen Fußballs ein?
Jürgen Klopp: „Also ich finde, es ist ja, wenn man so will, noch ein bisschen ein ungelegtes Ei. Es ist vollkommen klar, wie ich eben schon gesagt habe, es liegt nicht nur am Cheftrainer, ganz bestimmt nicht. Sondern der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern. Ob das am Ende dann ich sein werde oder wer auch immer das sein wird, das ändert nichts daran, dass die Veränderungen notwendig sind.“
Als möglicher künftiger Bundestrainer – was nimmt er jetzt für seine Tätigkeit als MagentaTV-Experte mit?
Jürgen Klopp: „Naja, das macht ja auf jeden Fall nicht dümmer, in meinem Metier sowieso nicht. Also wir haben schon unglaublich guten Fußball gesehen: Wir haben auch weniger guten Fußball gesehen. Aber es war immer Fußball und es gibt immer Gründe für die Leistung, die man sieht. Entschuldigung. Und es ist jetzt natürlich wie eine Fortbildung. Also wie auch immer es für mich weitergeht: blöder werde ich nach dieser Weltmeisterschaft sicher nicht sein. Ich werde einiges dazugelernt haben wieder und das ist natürlich auch notwendig.“
📸 Alexander Hassenstein - 2026 Getty Images







































