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·29 August 2025

Woltemade-Paukenschlag: Die Reaktionen aus München

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Es war die Hammer-Meldung am gestrigen Donnerstag: Angreifer Nick Woltemade vom VfB Stuttgart steht kurz vor einem Wechsel zum ambitionierten Premier League-Vertreter Newcastle United. Eigentlich galt der FC Bayern München als das erklärte Transferziel des 23-Jährigen. Und die Münchner buhlten auch lange um den hochgewachsenen Rechtsfuß. Nun ist die Ausgangslage völlig anders – und die Reaktionen vom Branchenprimus aus München ließen nicht lange auf sich warten.

Kompany mit klaren Worten zu Woltemade: „Das ist die finanzielle Realität“

Die Spitzenvereine in der Bundesliga sind gegenüber den Premier League-Vereinen zunehmend chancenlos im Rennen um begehrte Topstars. Ohne Schweißperlen auf der Stirn legt ein Klub aus der Insel eine neunstellige Ablösesumme für einen guten Mittelstürmer hin, während Fußball-Deutschland ob der im Raum stehenden Summen der Atem stockt.


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Bayern-Trainer Vincent Kompany äußerte sich zum wohl bevorstehenden Transfer von Woltemade und ordnete die Situation klar ein. Der „Kicker“ zitiert den Belgier:  „Ich erinnere mich noch, als wir mit Burnley aufgestiegen sind.“ 2023 war das, mit einem Punkterekord sogar. „Auf einmal hattest du TV-Geld von 100 Millionen Euro… für einen Aufsteiger! In der Bundesliga wäre das Top-8 oder Top-6.“ Stattdessen konkurrierte das kleine Burnley auf dem Transfermarkt mit Eintracht Frankfurt oder dem VfL Wolfsburg.

Und weiter: „Das ist die finanzielle Realität. Und das Absurde daran, zumindest für die Burnleys oder Sunderlands: „In der Premier League bedeutet das als Aufsteiger nichts, weil alle anderen ja noch mehr haben. Es ist die Natur, wie man sich dort entwickeln konnte, speziell mit dem TV-Geld. Das ist keine Debatte für Bayern München, das ist eine Debatte für die Bundesliga. Um einen Weg zu finden, kompetitiv zu bleiben.“

Die Premier League spielt in ihrer eigenen Liga

Auch Bayerns Sportdirektor Christoph Freund fand klare Worte. „Bayern München ist Bayern München, ein sehr, sehr großer Verein“, findet der 48-jährige Österreicher. „Die Jungs können hier Titel gewinnen, wir können ihnen international sehr interessante Optionen bieten, national sowieso. Es ist immer die Entscheidung der Spieler. Wir als Bayern München sind sehr, sehr attraktiv, das merken wir immer wieder, wenn wir mit Spielern sprechen. Finanziell spielt die Premier League in einer anderen Liga.“

Es fand sich jedenfalls kein Weg für die Bayern, Woltemade in diesem Sommer nach München zu lotsen. Oder ihn davon zu überzeugen, bis zum kommenden Jahr zu warten. „Man führt Gespräche, man hat eine gewisse Beziehung“, rekapituliert Freund. „Am Ende ist es die Entscheidung des Spielers, was für seine Karriere der beste Schritt ist. Wir sind da nicht involviert.“ Was es aussagt, wenn sogar Newcastle, immerhin Champions-League-Teilnehmer, mehr investieren kann (oder will) als der große FC Bayern?

„Wenn man sieht, wie viele Top-Spieler aus der deutschen Bundesliga in die Premier League gewechselt sind in den letzten zwölf Monaten, auch in dieser Transferzeit“, sagt Sportdirektor Freund. „Welche Summen da fließen; wie viel Geld im Spiel ist; dass die brutale Möglichkeiten haben in der Premier League. Nicht nur zwei oder drei Vereine, viele Vereine. Newcastle ist ein guter Verein, aber nicht die oberste Kategorie. Das ist schon extrem.“ Klar ist: Für die Bayern wird es darum gehen, einen eigenen Weg zu finden. Top-Spieler (wie der in Liverpool nicht um jeden Preis gewollte Luis Diaz) sollen weiterhin bereit sein, den Schritt von der Premier League in die Bundesliga zu gehen, gleichzeitig müssen diese aber auch gut genug sein, um den Bayern nicht nur die sowieso eingeplante Meisterschaft zu sichern, sondern mindestens einen Platz unter den Top-vier in Europa.

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