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·10 April 2026

Zesiger: "Wir brauchen die richtige Balance"

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Mit starken Leistungen hat sich Cédric Zesiger wieder einen festen Platz in der Defensive des FC Augsburg erarbeitet und zuletzt gegen den HSV auch in der Offensive auf sich aufmerksam gemacht. Vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim spricht der 27-Jährige über seine aktuelle Situation, seinen großen WM-Traum mit der Schweiz, seine Lieblingsorte in Augsburg und seine Leidenschaft fürs Golfen. 

Zesi, am vergangenen Samstag musstet ihr euch in Hamburg mit einem 1:1 zufriedengeben. Wie fällt dein Fazit zum Spiel aus? Da bleibt schon noch ein etwas fader Beigeschmack, weil mehr drin gewesen wäre. Leider haben wir es nicht geschafft, das zweite Tor nachzulegen. Nach der Roten Karte ist es uns dann nicht gelungen, das Spiel zu kontrollieren, dadurch wurde es etwas chaotisch. Am Ende hatten wir auch Glück, dass Hamburg seine Chancen nicht besser genutzt hat. Den Punkt nehmen wir trotzdem mit.


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Du warst am Führungstor durch Arthur Chaves maßgeblich beteiligt, auch wenn die Szene nicht überall als Assist gewertet wurde. Wie ist das Tor aus deiner Sicht entstanden? Vielleicht war es ein halber Assist. Ich berühre den Ball nicht direkt, aber ich versuche, vor den Gegenspieler zu kommen und setze ihn ein bisschen unter Druck. Von dort springt der Ball dann zu Arthur. Am Ende zählt vor allem, dass der Ball drin war.

In der ersten Saisonhälfte kamst du noch nicht regelmäßig zum Zug, seit dem Jahreswechsel bist du wieder fester Bestandteil der Dreierkette. Worin siehst du die Gründe für diesen Umschwung? Ein neuer Trainer bedeutet immer auch eine neue Chance. In der Vorrunde hatte ich zwar ebenfalls Spielzeit, aber ich hatte nie wirklich das Momentum, um mich aufzudrängen. Ich war mit meinen Leistungen auch selbst nicht ganz zufrieden. Trotzdem konnte ich aus dieser Zeit viel lernen. Ich bin froh, dass ich jetzt wieder auf dem Platz stehe – dort, wo ich hingehöre und wo ich sein möchte. Ich freue mich über das Vertrauen und will es mit Leistung zurückzahlen.

Was kann man als Fußballprofi tun, um auch aus schwierigeren Phasen gestärkt hervorzugehen? Gibt es bestimmte Rituale oder Dinge, die dir persönlich dabei helfen? Man muss in solchen Phasen an sich selbst glauben. Wichtig ist auch, mit den richtigen Leuten die richtigen Schlüsse zu ziehen – persönlich, aber auch als Mannschaft. Man sollte viel miteinander reden und immer eine gewisse Mitte bewahren. Am Ende wird das meistens belohnt. Es gibt kein Ausruhen und kein Beschweren.

Mit deinen Leistungen hast du dich offenbar auch wieder in den Fokus der Schweizer Nationalmannschaft gespielt. Zuletzt warst du in der Länderspielpause allerdings nur auf Abruf nominiert. Ist die WM in Nordamerika dein großes Ziel? Ja, auf jeden Fall. Das ist ein sehr, sehr großes Ziel für mich – wahrscheinlich sogar das größte persönliche Ziel in der jüngsten Vergangenheit. Die Konkurrenz ist enorm groß. Ich kann mich nur empfehlen, wenn ich hier in Augsburg konstant meine Leistung bringe. Alles Weitere liegt dann in den Händen des Nationaltrainers. Im März hat es noch nicht mit einer Nominierung geklappt, aber ich war nah dran. Es bleibt ein Traum, und je näher es Richtung Endspurt geht, desto spannender wird es. Ich werde einfach weiter Gas geben und hoffen.

Die Schweiz hat zuletzt zwar gegen Deutschland verloren, dabei aber eine starke Leistung gezeigt. Was traust du der Nati bei der WM zu? Seht ihr euch in der Gruppe mit Katar, Bosnien-Herzegowina und Kanada in der Favoritenrolle? Das sind auf jeden Fall tückische Spiele. Wir dürfen keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen, denn jede Mannschaft hat es verdient, bei einer WM dabei zu sein. Schon bei der EM waren die Spiele gegen Schottland und Ungarn schwieriger, als viele vielleicht gedacht haben. Die Schweiz hat aber enorme Qualität und kann auch große Nationen schlagen. Ich traue uns deshalb schon zu, für eine Überraschung zu sorgen.

Wäre es für dich etwas Besonderes, bei einer WM gemeinsam mit Fabian Rieder aufzulaufen? Ihr seid auch hier beim FCA eng befreundet und kennt euch seit eurer gemeinsamen Zeit in Bern. Ja, auf jeden Fall. Wir haben schon viele Highlights zusammen erlebt – in Bern mit Meisterschaft und Pokalsieg, aber auch in der Nationalmannschaft. Seine Rolle ist vielleicht noch einmal etwas anders, weil er sehr viel Spielzeit bekommt, was er sich als Qualitätsspieler absolut verdient hat. Wir sind seit Jahren befreundet und unternehmen auch privat viel zusammen. Es wäre natürlich ein echtes Highlight, wenn zwei FCA-Spieler für ein Land bei einer WM auflaufen würden.

"Es ist ein Match, das man nicht allzu oft hat"

Seit Januar 2025 bist du nun in Augsburg – zunächst auf Leihbasis, im Sommer dann fest. Wie wohl fühlen du und deine Familie euch inzwischen in der Stadt? Ich habe von der ersten Sekunde an betont, dass wir uns hier extrem wohlfühlen – sowohl im Verein als auch in der Stadt. Es ist ein Match, das man nicht allzu oft hat. Ich fühle mich sehr wohl, die Mannschaft ist super, die Jungs sind top. Ich kann mir gut vorstellen, noch ein paar Jahre hierzubleiben, wenn ich ein wichtiger Teil der Mannschaft sein kann.

Jetzt, wo langsam wieder die Sonne herauskommt und das Wetter besser wird: Hast du in Augsburg einen Geheimtipp, einen Lieblingsort oder einen Platz, an dem du besonders gerne Zeit verbringst? Ich mag an Augsburg vor allem den Mix aus Natur und Stadtleben. Wenn es wärmer wird, wacht die Stadt richtig auf, die Leute sitzen wieder draußen – das finde ich super. Und wenn das Wetter besser wird, findet man mich auch auf dem Golfplatz, oft mit ein paar Jungs aus der Mannschaft, wenn wir mal einen freien Nachmittag haben. Ich habe letzten Sommer damit angefangen und es macht mir extrem viel Spaß. Es ist ein toller Ausgleich – da gibt es kein Netz, das Handy bleibt aus und man kann einfach mal den Kopf lüften.

Das Heimspiel gegen Hoffenheim ist nicht nur aus sportlicher Sicht wichtig, sondern steht auch unter dem Motto „Grüne Woche“. Gibt es Dinge, auf die du im Alltag achtest, um bewusster und nachhaltiger zu leben? Vor allem bei der Ernährung achte ich darauf, mich so gesund wie möglich zu ernähren. Ich versuche auch, keine Lebensmittel wegzuwerfen und insgesamt wenig Abfall zu produzieren.

Hoffenheim hat zuletzt zwar zwei Niederlagen in Folge kassiert, ist als Tabellenfünfter aber weiterhin mitten im Rennen um die Champions-League-Plätze. Was erwartest du für ein Spiel? Wenn man Hoffenheim ins Spiel kommen lässt, haben sie viel Qualität und Wucht. Sie sind sehr laufstark und auch mit dem Ball stark. Wenn wir aber als Einheit auftreten und kompakt verteidigen, dann können wir diese Wucht stoppen. Gleichzeitig haben wir oft genug gezeigt, dass wir selbst guten Fußball spielen können. Wir brauchen die richtige Balance zwischen stabiler Defensive und einem gezielten Offensivspiel.

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