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1. FC Köln: Die Comeback-Könige vom Rhein

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Hendrik Broschart
9 April, 2026
Der 1. FC Köln untermauerte in Frankfurt einmal mehr seine Comeback-Qualitäten und mentale Widerstandskraft. Doch weshalb entfaltet der FC seine größte Gefahr so oft erst nach Rückständen? Und wird es gegen Werder Bremen diesmal gelingen, ohne Zittern bis zum Schluss zu spielen?
Jakub Kaminski erzielte gegen Frankfurt den wichtigen Anschlusstreffer (Foto: Neil Baynes/Getty Images)
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Für einen kurzen Moment schien es, als sei die Niederlage für die Kölner am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt ausgemachte Sache. In der 66. Minute brach Frankfurts Stürmer Jonny Burkhardt den Torbann und nur drei Minuten später erhöhte Arnauld Kalimuendo mit einem wuchtigen Schuss auf 2:0. Doch der Mannschaft von René Wagner gelang es, nach dem Doppelschlag zurückzukommen. Mit Treffern von Jakub Kaminski und Alessio Castro-Montes entführten die Kölner schließlich einen Punkt aus dem Deutsche-Bank-Park. Dieses Comeback könnte aber auch abseits der Tabelle für seine Spieler von enormer Bedeutung werden, ist sich Wagner sicher: „Wir haben in der ersten Halbzeit auch umstellen müssen, weil wir gemerkt haben, dass wir Probleme gegen den Ball hatten. Das haben wir dann getan, da haben die Jungs super mitgezogen. Und ja, dann kommen wir nach dem 2:0 so zurück. Wir haben uns bewiesen, dass wir in solchen Spielen auch noch zurückkommen können. Das sollte uns viel Kraft für die nächsten Spiele geben. Und daran werden wir festhalten.“
Die Comeback-Qualitäten der Geißböcke haben sie in dieser Saison bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Tatsächlich ist die Wagner-Elf in dieser Kategorie sogar im Bundesliga-Vergleich fast absolute Spitze. In dieser Bundesliga-Saison holte der FC bereits zum neunten Mal nach einem Rückstand noch Punkte. Das gelang nur den Bayern häufiger (zehnmal). In Frankfurt waren die Kölner erstmals in dieser Saison einem Rückstand von zwei Toren gewachsen.
Mit 0,183 Toren pro Schuss ab der 76. Minute liegt die Abschlussausbeute in diesem Zeitfenster deutlich über der der übrigen Spielphasen. Zum Vergleich: In den ersten 15 Minuten beträgt die Quote noch solide 0,167, fällt dann aber insbesondere zwischen der 61. und 75. Minute drastisch auf lediglich 0,051 Tore pro Abschluss ab. Gerade diese Phase wirkt wie ein klarer Bruch im Offensivspiel. Zwar kommt Köln hier auf immerhin 59 Abschlüsse, doch nur drei davon finden den Weg ins Tor. Das ist die schwächste Verwertung aller Spielabschnitte und deutet auf mangelnde Präzision oder Entscheidungsqualität im letzten Drittel hin.
Ein Blick auf die Chancenqualität mittels xG-Werten zeichnet ein differenzierteres Bild. In der Schlussphase generiert Köln mit 12,27 Expected Goals den höchsten Wert. Das spricht für eine starke Effizienz vor dem Tor oder eine zunehmende Spielkontrolle in den letzten Minuten, die mutmaßlich durch das Ausnutzen der Wechselfenster entsteht und die gegnerischen Abwehrketten zunehmend ermüdet und mürbe macht. Dadurch können schnelle Kölner Umschaltmomente mehr Durchschlagskraft entfalten. Dazu verfügen die Geißböcke über die passenden, offensive Spielerprofile auf der Bank, welche es dem ehemaligen Coach Lukas Kwasniok und nun auch Wagner überhaupt erst ermöglichen, dieses taktische Mittel zu nutzen. So brachte Wagner gegen Frankfurt beispielsweise erst Linton Maina in der 75. Minute und kurz darauf noch Castro-Montes, Marius Bülter sowie Luca Waldschmidt. Mit frischen Kräften wurde dann Frankfurts Verteidigung um Arthur Theate, Aurélien Amenda und Robin Koch – die es bis dahin bereits mit dem unermüdlichen Jakub Kaminski, Said El Mala und Ragnar Ache zu tun hatte – geknackt.
Diese besondere kölsche Qualität könnte für das anstehende Heimspiel gegen den SV Werder Bremen wieder gefragt sein. Denn die Rheinländer gewannen keines der letzten vier Heimspiele, holten daraus nur zwei der zwölf möglichen Punkte. In jeder dieser vier Partien kassierte der FC mindestens zwei Gegentore. In dieser Bundesliga-Saison spielten die Kölner nur einmal zu null, am 20. Spieltag beim 1:0 gegen Wolfsburg. Dazu kommt, dass nach zehn erfolglosen Gastspielen in der Bundesliga zuletzt der Bremer Knoten platzte. Es gab zwei Auswärtssiege in Folge – dem 4:1 bei Union folgte ein 1:0 in Wolfsburg. Werder-Coach Daniel Thioune hatte seine ersten drei Bundesliga-Spiele mit Werder verloren, in den folgenden fünf Spielen gelangen drei Siege, jeweils gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte.
Vieles spricht also dafür, dass die Geißböcke am Sonntag erneut ihre herausragenden Comeback-Qualitäten unter Beweis stellen müssen. Es spräche aber natürlich auch nichts gegen einen unaufgeregten 2:0-Heimsieg. Den könnten die Domstädter nach mittlerweile neun sieglosen Spielen sicher gut gebrauchen.









































