Abpfiff für die alte Garde: Generationenwechsel bei den Schiedsrichtern | OneFootball

Abpfiff für die alte Garde: Generationenwechsel bei den Schiedsrichtern | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 90PLUS

90PLUS

·13 de mayo de 2026

Abpfiff für die alte Garde: Generationenwechsel bei den Schiedsrichtern

Imagen del artículo:Abpfiff für die alte Garde: Generationenwechsel bei den Schiedsrichtern

Zum Schluss waren die „Alten Pfeifen“ noch einmal ziemlich gefragt. Bei einer Vielzahl von Interviews mussten Deniz Aytekin, Patrick Ittrich, Tobias Welz und Frank Willenborg immer wieder erklären, warum sie am Saisonende der Fußball-Bundesliga in „Rente“ gehen. Im Kampf um den besten Spruch der vier scheidenden Schiedsrichter-Granden war Ittrich dabei ziemlich weit vorne. „Ich hab keine großen Spiele gepfiffen“, sagte der Hamburger: „Wo getreten wurde, war ich der richtige Mann.“

Der berüchtigte Humor des 47 Jahre alten Hanseaten („Ich bin unfassbar dankbar für zehn Jahre Bundesliga“) wird der Eliteklasse zukünftig fehlen. Das weiß auch der Schiedsrichter-Boss. „Kaum jemand verkörpert den Spaß am Dasein als Schiedsrichter so sehr wie Patrick“, sagte Knut Kircher: „Zudem hat er mit seiner lockeren Art im Kader der Bundesligaschiedsrichter stets für gute Atmosphäre gesorgt.“ Doch auch die anderen drei Referees haben mächtig Eindruck hinterlassen.


OneFootball Videos


Aytekin (47) pfiff seit 2008 in der Bundesliga. Dreimal wurde der gebürtige Nürnberger zum Schiedsrichter des Jahres gewählt, zwischen 2011 und 2022 stand er auf der Liste des Weltverbands FIFA. Welz (48) kam zwei Jahre nach Aytekin in die erste Liga. Auch der Wiesbadener war international aktiv und durfte wie Aytekin einmal das Pokalfinale leiten. Der aus Osnabrück kommende Willenborg (47) war ein „Spätstarter“, erst mit 37 feierte er seine Premiere in der Bundesliga.

Aytekin und co. machen Schluss

Am Samstag pfeift Aytekin das Spiel Bayern München gegen den 1. FC Köln, Welz darf bei der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart ran. Willenborg ist bei der Begegnung zwischen Borussia Mönchengladbach und der TSG Hoffenheim im Einsatz, Ittrich leitet das Spiel von Union Berlin gegen den FC Augsburg.

Die größte Aufmerksamkeit der zukünftigen „Pensionäre“ zog Aytekin auf sich – nicht nur wegen seines öffentlichkeitswirksamen Streits mit Ex-Kollege Manuel Gräfe oder weil er 2011 von den Spielern zum unbeliebtesten Schiedsrichter gewählt worden war. „Ich bin Teil der Fußballfamilie, und der Fußball hat mir sehr viel gegeben“, sagte der Franke beim Blick zurück: „Es ist mir wichtig, als Persönlichkeit wahrgenommen zu werden, die präsent und geschätzt ist – nicht erst dann zu gehen, wenn die Zweifel beginnen.“

Imagen del artículo:Abpfiff für die alte Garde: Generationenwechsel bei den Schiedsrichtern

Foto: Getty Images

Von Zweifel wurde Aytekin aber selbst immer wieder heimgesucht. Er habe sich in seiner Laufbahn häufiger die Frage gestellt: „Macht das noch Sinn? Immer wieder dieser Hass, will ich das ertragen? Hält meine Familie das aus? Kein Sport der Welt ist es wert, dass man sich in Gefahr bringt“, berichtete Aytekin im Interview mit dem Magazin stern. Bei ihm hätte aber „die Liebe zum Fußball jedes Mal über solche Zweifel gesiegt“.

In der Öffentlichkeit fehlt aus Sicht Aytekins aber das Bewusstsein für den Druck, der auf den Referees der höchsten Ebene lastet. „Viele denken immer noch, wir fahren da am Samstag hin, pfeifen mal rechts, mal links, und dann gehen wir wieder nach Hause“, sagte Aytekin: „Aber den Aufwand, der dahinter steht, sehen sie nicht, die Opfer, die wir bringen, sehen sie nicht.“

Differenziert sieht auch Welz, der erst zuletzt wegen einer Fehlentscheidung im Pokal-Halbfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg (2:1 nach Verlängerung) viel Kritik einstecken musste, den Schiri-Job. Es sei „ein wunderbarer Sport – der mir auf der einen Seite extrem viel abverlangt hat, aber auf der anderen Seite auch unwahrscheinlich viel zurückgegeben hat.“ Für Welz fühlt es sich „passend“ an, „wenn ich zur neuen Saison für einen jungen aufstrebenden Schiedsrichter einen Platz in der Bundesliga frei mache“.

Um die Nachfolge der alten Garde muss sich Peter Sippel kümmern. Namen nannte der Sportliche Leiter der Bundesliga-Schiris zwar nicht, doch Sorgen macht er sich keine: „Die Schiedsrichter-Teams der Bundesliga und 2. Bundesliga sind mit leistungsstarken und -bereiten Schiedsrichtern aufgestellt. Wir sind gerüstet für den laufenden Generationenwechsel.“

Ver detalles de la publicación