Alonso 2.0? Darum setzt Bayer auf Martinez: Sein System, seine Ideen, seine Stärken | OneFootball

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·5 de junio de 2026

Alonso 2.0? Darum setzt Bayer auf Martinez: Sein System, seine Ideen, seine Stärken

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Mit Carles Martinez Novell hat Bayer 04 Leverkusen einen Trainer verpflichtet, der hervorragend zur strategischen Ausrichtung des Vereins passt. Der 42-jährige Spanier übernimmt die Werkself nach seiner Zeit beim FC Toulouse und soll Bayer zurück in die Champions League führen.

Dabei setzt Leverkusen offenbar bewusst auf Kontinuität statt auf einen radikalen Umbruch. Geschäftsführer Simon Rolfes erklärte bei der Vorstellung, dass neben der mannschaftlichen Entwicklung besonders die Förderung junger Spieler ein entscheidender Punkt bei der Trainersuche gewesen sei: "Er hat diese Leidenschaft, diese Passion, diesen Ehrgeiz, Spieler zu entwickeln. Er hat den Mut, auch junge Spieler einzusetzen."


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Ballbesitz als Werkzeug, nicht als Selbstzweck

Martinez steht für einen Fußball mit viel Kontrolle und Ballbesitz – allerdings nicht nur, um den Ball lange in den eigenen Reihen zu halten. Stattdessen soll der Ball genutzt werden, um Gegner in Bewegung zu bringen und so frei Räume für Angriffe zu schaffen.

Seine Teams locken Gegner im Spielaufbau häufig bewusst nach vorne, um danach schnell die freien Räume anzugreifen. Steht der Gegner tief, setzt Martinez auf Kombinationen im Zentrum und Angriffe über die Halbräume.

Genau diese Mischung aus Ballkontrolle, klarer Struktur und schnellem Umschalten soll künftig auch Leverkusens Spiel prägen. Auf seiner Vorstellungs-PK sagte Martinez passend dazu: "Ich möchte eine aktive, aggressive Mannschaft sehen. Wir wollen viel Ballbesitz haben. Ich glaube, es ist besser, den Ball zu haben."

Viele Parallelen zur Alonso-Zeit

Auch taktisch erinnert vieles an die erfolgreiche Alonso-Ära. Martinez bevorzugt ebenfalls ein flexibles 3-4-3/3-4-2-1-System, das sich je nach Spielsituation verändert. Im Ballbesitz schieben viele Spieler weit nach vorne, während die Mannschaft gegen den Ball auch in einer kompakten Fünferkette verteidigen kann.

Genau diese Flexibilität machte Toulouse trotz begrenzter Mittel schwer ausrechenbar. Martinez selbst sieht durchaus Parallelen zu Xabi Alonso, betonte bei seiner Vorstellung aber auch, dass er seinen eigenen Weg gehen will: "Natürlich gibt es Dinge, die ähnlich sein werden, weil wir ähnliche Fußballideen haben. Aber ich bin hier, um mit Leverkusen etwas Eigenes aufzubauen."

Diese Spieler könnten von Martinez' Spielidee profitieren

Der vorhandene Kader dürfte dem neuen Trainer insgesamt gut entgegenkommen. Alejandro Grimaldo könnte weiterhin eine Schlüsselrolle als offensiver linker Schienenspieler einnehmen, da seine Stärken im Kombinationsspiel perfekt zu Martinez’ Fokus auf Angriffe über die Halbräume sowie Pässe und Flanken in den Rückraum passen.

Auch kreative Offensivspieler hinter der Spitze werden in seinem System besonders wichtig sein. Vor allem die Youngsters Ibrahim Maza und Eliesse Ben Seghir könnten davon profitieren. Beide bringen die Technik, Dynamik und Spielintelligenz mit, um zwischen den Linien Räume zu finden und auf den Zehnerpositionen Akzente zu setzen.

Im zentralen Mittelfeld setzt Martinez eher auf spielstarke und pressingresistente Akteure als auf klassische Abräumer. Genau das könnte Aleix Garcia besonders entgegenkommen, denn der Spanier überzeugt vor allem mit seiner starken Technik, seiner Passsicherheit und seinem Gefühl für das Spiel zwischen den Linien.

Große Stärke: Talententwicklung

Ein wichtiger Faktor bei der Verpflichtung dürfte Martinez’ Ruf als Entwickler junger Spieler gewesen sein. Der Spanier arbeitete mehrere Jahre in der berühmten La-Masia-Akademie des FC Barcelona und war dort unter anderem an der Entwicklung von Gavi, Ansu Fati und Xavi Simons beteiligt.

Später führte er den FC Toulouse trotz kleiner Budgets und regelmäßiger Abgänge wichtiger Spieler zu stabilen Leistungen und machte mehrere Talente zu wichtigen Leistungsträgern. Sein bislang größter Erfolg war der Einzug in die Europa-League-K.o.-Phase inklusive eines spektakulären 3:2-Heimsiegs gegen den FC Liverpool im Jahr 2023.

Auch Rolfes hob hervor, dass Martinez’ Erfahrung mit jungen und internationalen Mannschaften gut zur Werkself passe: "Er hatte in Frankreich eine sehr internationale Mannschaft, was bei uns ebenfalls der Fall ist."

Gerade diese Trainerphilosophie könnte für viele junge Spieler wie Alex Tape, Montez Culbreath, Christian Kofane oder Kerim Alajbegovic ein sehr positives Signal sein. Vor allem bei Alajbegovic galt die Zukunft zuletzt offenbar auch als eng mit der Trainerfrage verknüpft, wie 90min berichtete. Martinez’ Fokus auf Talententwicklung dürfte den jungen Spielern nun neue Perspektiven in Leverkusen eröffnen.

Risiko und Chance zugleich

Trotz vieler spannender Ansätze bleibt die Verpflichtung von Martinez auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Seine beste Platzierung in der Ligue 1 war Rang neun – bei Bayer Leverkusen geht es nun jedoch um deutlich höhere Ziele wie die Rückkehr in die Champions League und dominante Auftritte gegen tiefstehende Gegner.

Die ersten Aussagen des Spaniers zeigen aber klar, welche Richtung er einschlagen möchte. "Wir wollen Fußball zeigen, auf den die Fans stolz sein können", erklärte der Spanier bei seiner Vorstellung und betonte dabei besonders die wichtige Verbindung zwischen Mannschaft und Anhängern.

Die Voraussetzungen dafür scheinen durchaus passend: Anders als bei vielen Trainerwechseln muss Bayer seinen Kader nicht grundlegend umbauen, da viele Strukturen und Spielertypen bereits zu Martinez’ Fußballidee passen. Die Verpflichtung wirkt deshalb weniger wie ein kompletter Neuanfang, sondern eher wie die bewusste Weiterentwicklung der bisherigen Leverkusener Philosophie.

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