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·6 de abril de 2026
Analyse: Woran Dabrowski und Tarnat in Aue gescheitert sind

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·6 de abril de 2026

Nach nur acht Wochen ist Trainer Christoph Dabrowski bei Erzgebirge Aue schon wieder Geschichte, auch die Amtszeit von Sportchef Michael Tarnat endete durch den Rücktritt nach gerade mal drei Monaten. liga3-online.de analysiert, woran beide gescheitert sind.
Es ist nicht die Offensive, die den Veilchen im Abstiegskampf in den letzten Wochen das Genick gebrochen hat. Zwar stellt Aue mit nur 37 Toren den zweitschwächsten Angriff der Liga, erzielte in den letzten acht Partien aber immer mindestens einen Treffer, gegen Hoffenheim II netzte der FCE in Unterzahl sogar dreimal ein. Vielmehr ist es die Defensive mit ihren individuellen Fehlern, die für die Horrorbilanz von nur zwei Punkten aus den zwölf Spielen in der Rückrunde gesorgt hat.
Jede Woche patzt jemand anders, selbst Kapitän Martin Männel erwischte es beim Spiel in München schon. Der negative Höhepunkt war nun die Partie gegen Hoffenheim II, als es nach 30 Minuten bereits 0:4 stand. Dabrowski sprach im Nachgang davon, dass die Leistung gerade in der Anfangsviertelstunde "nicht drittligatauglich" gewesen sei. "Das muss man in aller Deutlichkeit so sagen. Deswegen stehen wir auch da, wo wir stehen." Gleichwohl war es Dabrowski allerdings nicht gelungen, in die Abwehr in den letzten Wochen zu stabilisieren. Zudem wäre es die Aufgabe von Sportchef Michael Tarnat gewesen, die Abwehr im Winter zu verstärken.
Doch generell war es Tarnat nicht gelungen, den Kader auf ein höheres Niveau zu heben. Mit Stürmer Vincent Ocansey zog der frühere Bundesliga-Spieler lediglich einen Neuzugang an Land, der zuvor aber weder in der Regionalliga noch in der Oberliga mit starken Scorerwerten aufgefallen war. Und so überrascht es nicht, dass der 25-Jährige in acht Einsätzen noch ohne jede Torbeteiligung ist.
Die Mannschaft im Winter nicht verstärkt zu haben, war grob fahrlässig. Untätig war Tarnat nach eigenen Angaben zwar nicht, handelte es sich aber viele Absagen ein – und das nicht nur aus finanziellen Gründen. Doch scheinbar war es dem 56-Jährigen nicht gelungen, genügend Überzeugungsarbeit zu leisten. Auch die Verpflichtung von Christoph Dabrowski erwies sich als Fehlgriff, wenngleich der 47-Jährige mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen hatte, die nicht in seinem Verantwortungsbereich lagen – dazu zählte auch ein insgesamt zu schwacher Kader, der vor allem in der Breite zu dünn besetzt war.
Zu den Widrigkeiten gehörte aber auch eine Mannschaft, die sich mangelnde Einstellung vorwerfen lassen muss. Sich von der zweitschwächsten Rückrundenmannschaft am Samstag zu Beginn derart herspielen zu lassen und sich nicht dagegen zu wehren, wirft die Frage auf, ob jeder Spieler den Ernst der Lage verstanden hat. Zwar bewies das Team – wie auch schon in den Wochen zuvor – Moral. Doch erst dann den Schalter umzulegen, wenn die Partie bereits so gut wie verloren ist, zeugt nicht gerade von Professionalität.
Während Marcel Bär den Auftritt als "peinlich" bezeichnete, da sich die Mannschaft ihrem Schicksal zunächst gnadenlos fügte, fehlten Dabrowski die Worte: "Ich habe keine Erklärung dafür. Da müssen Sie vielleicht mal die Jungs fragen, was los war. Ich stehe immer hier und muss mich rechtfertigen." Vom unbedingten Willen, die Partie unbedingt gewinnen zu wollen, war jedenfalls nichts zu sehen. Schon in den Wochen zuvor lieferte die Mannschaft teilweise bedenkliche Auftritte ab.
Aber auch die Vereinsführung gab in den letzten Wochen kein gutes Bild ab, verschliss sie seit Dezember doch zwei Trainer, zwei Co-Trainer und zwei Sportchefs. Rückblickend war es ein Fehler, mit Michael Tarnat einen Sport-Geschäftsführer zu verpflichten, der diese Tätigkeit zuvor noch nie ausgeübt hatte und zudem über keine Erfahrung in der 3. Liga verfügte. Ließen sich die Verantwortlichen womöglich vom klangvollen Namen des früheren Bundesliga- und Nationalspielers verleiten?
Auch die öffentliche Ankündigung, einen Etat von zehn Millionen Euro für die Regionalliga aufzustellen, soll laut "Tag24" bei vielen Sponsoren und Gremien nicht gut angekommen sein. Zu guter Letzt mutete es zudem seltsam an, Tarnat mit der Kaderplanung für die kommende Saison zu betrauen, obwohl dieser noch keinen Vertrag für die neue Spielzeit besaß. Dass Tarnat nur wenige Tage später aufgrund "unterschiedlicher Auffassungen über die sportliche Ausrichtung" hinschmiss, wirft ebenfalls kein gutes Bild auf die Vorgänge hinter den Kulissen.
Das Aus von Christoph Dabrowski und Michael Tarnat ist das Ergebnis einer Entwicklung, die sich über Wochen abgezeichnet hat. Individuelle Fehler, eine missglückte Kaderplanung und eine insgesamt fehlende Stabilität – sowohl auf als auch neben dem Platz – haben den FCE in diese Lage gebracht. Dabei wird deutlich: Die Probleme liegen tiefer und lassen sich nicht allein an einzelnen Personen festmachen.
Da der Rückstand auf das rettende Ufer inzwischen auf zwölf Punkte angewachsen ist, dürfte der Abstieg in die Regionalliga so gut wie besiegelt sein – daran wird auch die Personalrochade am Sonntag nichts mehr ändern. Umso wichtiger ist es nun, die richtigen Lehren aus den vergangenen Monaten zu ziehen. Der Verein steht vor einem grundlegenden Neuanfang – mit klaren Strukturen, einer durchdachten Kaderplanung und vor allem mehr Kontinuität auf allen Ebenen. Nur so kann verhindert werden, dass sich die Fehler dieser Saison wiederholen.









































