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·11 de mayo de 2026

Applaus als Abschied: Wie Leihgeschäfte wie das von Vuskovic ein schales Gefühl auslöst

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Nach 57.000 Fans im Volksparkstadion und sechs Toren als Innenverteidiger sieht Luka Vuskovic seine Chance auf einen Verbleib beim HSV als minimal an.

Es gibt Abschiede, die schon vor dem letzten Spieltag gefeiert werden, weil alle Beteiligten wissen, wie die Rechnung am Ende aussieht. Luka Vuskovic, 19 Jahre alt, wurde in der Nachspielzeit der Partie gegen den SC Freiburg ausgewechselt, und 57.000 Zuschauer im Volksparkstadion standen auf und applaudierten. Der HSV hatte 3:2 gewonnen, aber der eigentliche Moment des Abends war nicht das Ergebnis, sondern diese Verneigung vor einem Spieler, der nach einer einzigen Saison wieder gehen wird. „Es war zu 99,9 Prozent wohl mein vorerst letztes Heimspiel für den HSV", sagte Vuskovic hinterher. Er nannte es selbst eine Goodbye-Party.


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Das Wort trifft es ziemlich genau, und es erzählt mehr über den modernen Fußball, als es auf den ersten Blick scheint. Vuskovic ist von Tottenham Hotspur ausgeliehen, sein Vertrag in London läuft bis 2030, und inzwischen sind laut seiner eigenen Einschätzung auch Topklubs auf ihn aufmerksam geworden. Die Chance auf einen Verbleib in Hamburg beziffert er mit „sehr, sehr, sehr, sehr gering". Vier Mal „sehr" – so deutlich kann ein Spieler eigentlich nur sprechen, wenn die Entscheidung längst nicht mehr in seiner Hand liegt.

Dabei ist das, was dieser Innenverteidiger in Hamburg geleistet hat, für einen Leihspieler ungewöhnlich. Sechs Tore hat Vuskovic erzielt, niemand im Kader des HSV traf häufiger. Ein Innenverteidiger als bester Torschütze des Klubs – das ist an sich schon eine Schlagzeile, und im Kontext einer Saison, in der es um den Klassenerhalt ging, ist es eine kleine sportliche Anomalie. „Ich bin froh darüber, dass ich dem Team mit Toren helfen konnte. Es war eine richtig gute Saison", sagte er. Solche Sätze klingen nüchtern, fast schon bilanzierend, als hätte ein 19-Jähriger bereits gelernt, wie man den eigenen Abschied in ordentliche Worte verpackt.

Die Leihe ist in diesem Geschäft eine Form der Arbeitsteilung: Der größere Klub parkt sein Talent dort, wo es Spielzeit bekommen und reifen kann, und der kleinere Klub bekommt auf Zeit einen Spieler, den er sich dauerhaft nicht leisten könnte. In der Theorie profitieren alle. In der Praxis bleibt beim leihenden Verein am Ende etwas zurück, das keine Bilanz erfasst – eine emotionale Investition, die sich nicht rentiert, sondern bloß amortisiert wird über Erinnerung. Die Hamburger haben Vuskovic zum Leistungsträger gemacht, zum Publikumsliebling, zum Torschützenkönig eines Traditionsklubs. Im Gegenzug wird der Klub ihn ziehen lassen müssen, weil die Verträge, die woanders geschrieben wurden, stärker sind als alles, was an der Elbe in einer Saison gewachsen ist. Zurück bleibt ein schales Gefühl der Ohnmacht.

Vuskovic hat das selbst klug formuliert: „Man weiß nie, was passiert und sollte eine Tür nicht komplett zuschlagen." Das ist die höfliche Version dessen, was er an anderer Stelle deutlicher gesagt hat. Er ist der jüngere Bruder von Mario Vuskovic, dem wegen Dopings noch gesperrten HSV-Verteidiger, und vielleicht liegt in dieser familiären Verbindung ein leiser Rest Bindung an Hamburg. Für die sportliche Zukunft wird sie nicht ausreichen. „Wir werden über die Zukunft nach deren Ende sprechen", sagt er über die Saison. In Hamburg haben sie an diesem Abend im Volksparkstadion schon vorher gesprochen, mit stehendem Applaus, und der Spieler hat verstanden, was gemeint war.

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