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·31 de marzo de 2026
Çakır, Güler & Yıldız stark, Siegtorschütze Aktürkoğlu schwach – die Türkei in der Einzelkritik

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·31 de marzo de 2026

Es ist geschafft! Durch einen 1:0 Sieg der türkischen Mannschaft gegen den Kosovo in Priština im Finale der WM-Playoffs ist man für das große Turnier im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert. Dafür musste man aber 90 Minuten lang zittern. Wie gut dabei die einzelnen türkischen Spieler, die sich die erste WM-Teilnahme ihres Landes seit 24 Jahren erkämpfen konnten, jeweils performten, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik.
Uğurcan Çakır: Der Galatasaray-Torhüter hielt seine Mannschaft zunächst in der ersten Hälfte durch eine überragende Parade, in der er einen Fernschuss von Fisnik Asllani an den Querbalken lenkte, überhaupt erst im Spiel und verhinderte dann in der zweiten Halbzeit ebenfalls gegen Asllani stark den Ausgleich. Bei der Strafraumbeherrschung hatte Çakır dafür ein paar kleinere Wackler drin. (Note: 2)
Abdülkerim Bardakcı: Weniger auffällig im Spielaufbau als noch gegen Rumänien, machte der 31-Jährige seine Sache defensiv aber gut und köpfte viele Hereingaben hinten heraus. Bei seinen Klärungsaktionen war Bardakcı allerdings nicht immer ganz sauber, weshalb die Kosovaren so mehrfach die zweiten Bälle ergattern konnten. (Note: 2,5)
Ozan Kabak: Als zentraler Abräumer in der Abwehrreihe ließ der Hoffenheimer niemanden an sich vorbei und gewann viele Zweikämpfe und hatte mehrere wichtige Klärungsaktionen, die die türkische Mannschaft entlasteten. Im Passspiel war der 26-Jährige zudem auffallend sicher und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. (Note: 2)
İsmail Yüksek: Zwischen defensivem Mittelfeld und zentraler Abwehrreihe mäandernd, machte der Mann von Fenerbahçe seine Sache defensiv sehr ordentlich und haute sich in alles rein, was auf ihn zukam. Mit Ball am Fuß war der 27-Jährige aber zunehmend fahrig und spielte unnötige Fehlpässe. (Note: 2,5)
Ferdi Kadıoğlu: Deutlich weniger auffallend als noch gegen Rumänien, hielt der Brighton-Profi an diesem Abend deutlich mehr die Breite und war dadurch weniger ins türkische Spiel eingebunden. Kam es aber mal zu schönen Kombinationen zwischen Ferdi Kadıoğlu, Arda Güler und Kenan Yıldız konnte der 26-Jährige glänzen. Ansonsten war es ein ziemlich unauffälliges Spiel des vielseitigen Außenverteidigers. (Note: 3)
Orkun Kökçü: Durch seine eher unfreiwillige Vorlage zum 1:0-Siegtreffer könnte man ja eigentlich meinen, dass der Beşiktaş-Kapitän einen richtig guten Auftritt gehabt hätte, die Realität sah aber etwas anders aus, denn sein Ansatz, sämtliche Situationen spielerisch lösen zu wollen, ging oftmals nicht wirklich auf, und durch schlampige Fehlpässe brachte Kökçü mehrfach die Kosovaren wieder in Ballbesitz und ließ dabei eigene Gelegenheiten für Konter liegen. Dennoch war dem 25-Jährigen sein Einsatzwille über die volle Distanz nicht abzusprechen und er zeigte sich im Spiel gegen den Ball sehr bemüht. (Note: 3)
Hakan Çalhanoğlu: Der türkische Kapitän hatte nicht seinen besten Abend erwischt und wahr die meiste Zeit recht unauffällig. Wenn er mal die Chance hatte, abzuziehen oder ein gefährliches Kombinationsspiel aufzuziehen, blieb er oftmals an den giftigen Kosovaren hängen. Auch in der Arbeit gegen den Ball kam der 32-Jährige wiederholt zu spät, was ihn in einer Situation auf völlig zurecht den Gelben Karton einbrachte. Trotz allem merkte man, dass Çalhanoğlu versuchte, Verantwortung zu übernehmen und voranzugehen, indem er viel kommunizierte und viele unangenehme Wege machte. In der 83. Spielminute wurde der Mann von Inter Mailand dann ausgewechselt und für ihn kam Eren Elmalı in die Partie. (Note: 3,5)
Zeki Çelik: In der Vorwärtsbewegung, vor allem im Kombinationsspiel mit Arda Güler, machte der Römer seine Sache richtig gut und leitete in der ersten Halbzeit mehrere gefährliche Situationen ein. Nach hinten jedoch ging wenig und es kam zu mehreren Absprachefehlern mit der Abwehr, was den Kosovaren Konterchancen einbrachte. Nach 88 Minuten ging der zwischenzeitlich verwarnte Çelik dann runter und wurde durch Mert Müldür ersetzt. (Note: 3)
Kenan Yıldız: Der gebürtige Regensburger war im türkischen Offensivspiel der insgesamt auffälligste Akteur, indem er immer wieder ins Dribbling ging, Passstafetten einleitete, oder auch mal selbst den Abschluss suchte. Dadurch war Yıldız auf seiner linken Seite ein steter Unruheherd, der letztlich auch den Siegtreffer einleitete. In der 89. Spielminute ging der Angreifer von Juventus Turin dann für Deniz Gül vom Platz. (Note: 2)
Arda Güler: Weniger offensiv als sein kongenialer Partner Kenan Yıldız, ließ sich der Madrilene oft fallen, holte sich tief in der eigenen Hälfte die Kugel, um eröffnende Pässe zu spielen. Dabei war er ebenso rechts zu finden, wie auch links, oder auch in der Mitte. Zwischenzeitlich agierte der 21-Jährige sogar als Mittelstürmer und lief den Gegner früh an. Güler sorgte für die meisten kreativen Momente der Türken, hatte den einen genialen Pass wie noch gegen Rumänien aber nicht mehr im Fuß. Nach 82 Minuten durfte der Spielmacher dann auf der Bank Platz nehmen und wurde für den defensiveren Salih Özcan ausgewechselt. (Note: 2)
Kerem Aktürkoğlu: Trotz seines Siegtreffers machte der Fenerbahçe-Angreifer unterm Strich kein wirklich gutes Spiel. Zwar hatte Aktürkoğlu ein, zwei Momente, in denen er seine Schlitzohrigkeit unter Beweis stellen konnte, war im Abschluss dann aber zu hektisch und unkonzentriert. Auch bekam der nominelle Flügelstürmer seine Emotionalität nicht richtig in den Griff, weshalb er kurz vor der Pause völlig unnötig die Gelbe Karte sah. Bei seinem Tor in der 53. Spielminute hätte er seiner Mannschaft diesen Treffer fast noch gekostet, indem er diesen berührte, obgleich der Abschluss von Orkun Kökçü wohl auch so reingegangen wäre, dabei aber nur um ein Haar nicht im Abseits stand. In der 69. Spielminute war dann Schluss und für ihn kam Barış Alper Yılmaz in die Partie. (Note: 3,5)
Barış Alper Yılmaz (ab Spielminute 69): Als Ersatz für den verwarnten Kerem Aktürkoğlu gekommen, sollte der Galatasaray-Angreifer über seine rechte Seite einerseits die Breite handeln, andererseits aber auch für gefährliche Tiefenläufe sorgen. Letzteres brachte der 25-Jährige aber nicht auf die Kette und war allgemein praktisch gar nicht im Spiel eingebunden, sondern diskutierte lieber mit seinen Gegenspielern und dem Schiedsrichter. Gegen den Ball versuchte Yılmaz zwar mehrfach seinen wuchtigen Körper einzusetzen, doch das klappte mal mehr, mal weniger. (Note: 4)
Eren Elmalı (ab Spielminute 83): Ebenfalls für zusätzliche Breite gekommen, um sich gegebenenfalls in die Abwehr zurückfallen zu lassen, kann man über den nominellen Linksverteidiger praktisch das gleiche sagen, wie über Barış Alper Yılmaz. (Note: 4)
Salih Özcan (ab Spielminute 83): Der Dortmunder war nach seiner Einwechslung praktisch gar nicht zu sehen, da er meist den Gegner zwar anlief, aber nur selten in die Zweikämpfe ging. Mit dem Ball wusste der 28-Jährige nur wenig anzufangen und spielte am liebsten den sicheren Pass, was angesichts der hektischen Schlussphase wohl auch die beste Entscheidung war. (Note: 3,5)
Deniz Gül (ab Spielminute 89): Der Porto-Stürmer sollte zum Schluss noch als offensiver Wandspieler dienen, verstolperte dabei aber mehrere Bälle. Wegen seiner kurzen Einsatzzeit ist eine adäquate Bewertung aber nicht möglich.
Mert Müldür (ab Spielminute 89): Zur zusätzlichen defensiven Absicherung gekommen, hatte Müldür, der noch gegen Rumänien einen sehr ordentlichen Auftritt hatte, keine großen Aktionen mehr. Auch bei ihm entfällt wegen der wenigen Minuten, die er auf dem Platz stand, die Bewertung.
Foto: Ferdi Limani / Getty Images









































