90min
·16 de abril de 2026
Champions-League-Epik! Alles zum 4:3 der Bayern gegen Real Madrid

In partnership with
Yahoo sports90min
·16 de abril de 2026

Beim Viertelfinal-Duell zwischen dem FC Bayern und Real Madrid stand Kracher drauf. Und wir haben einen Kracher bekommen! Schon das Hinspiel im Bernabeu war ein fußballerischer Leckerbissen. Gut eine Woche später setzten beide Teams in der Allianz Arena noch eins drauf. Vor allem die ersten 45 Minuten waren wild, spektakulär und mit fünf Toren garniert!
In beiden Duellen hatten die Bayern das bessere Ende für sich. Nach dem 2:1-Sieg in Madrid drehte der FCB in München die Partie spät zu einem 4:3 und zieht damit ins Halbfinale der Champions League ein, wo Ende April und Anfang Mai Titelverteidiger PSG wartet.
Wir blicken zurück auf eine magische Königsklassen-Nacht und haben alle News und Einschätzungen für euch auf einen Blick:

Traumduo: Michael Olise & Luis Diaz | Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages
1. 'Oliaz' tritt endgültig aus dem 'Robbery'-SchattenDie Flügelzange der Bayern war entscheidend für das Weiterkommen. Michael Olise untermauerte nach einer unauffälligen ersten Halbzeit einmal mehr, warum er aktuell der vielleicht beste Spieler Europas ist. Luis Diaz agierte häufig unglücklich, brachte seine Energie dennoch wie gewohnt auf den Platz und war am Ende der entscheidende Spieler. Erst mit seinem Tor zum 3:3, dann mit seiner starken Einleitung vor dem 4:3.Die Bayern haben wieder zwei Unterschiedsspieler auf dem Flügel. In der jüngeren Vergangenheit waren die Bayern-Teams mit dieser Flügel-Qualität immer die besten (und vor allem erfolgreichsten).2. Real-Spiel zeigt Achillesferse der Bayern aufDie Bayern wollen unter Vincent Kompany auf Teufel komm raus aggressiv und mit hohem Pressing verteidigen. Dafür wählt der Belgier einen Mann-gegen-Mann-Ansatz, bei dem situativ auch mal ein Innenverteidiger seinen Gegenspieler bis tief in die gegnerische Hälfte verfolgen muss. Ein Mittel, das für die Münchner zum Erfolg führt und ein Grund für die Dominanz ist. Aber auch Gefahren birgt, die Real mit der pfeilschnellen Doppelspitze Mbappé/Vini Jr. ausnutzen konnte. Durch geschickte Laufwege ist das zentrale Mittelfeld der Bayern gerne mal völlig entblößt und komplett offen.Das war übrigens letzte Saison ein Hauptgrund für das Viertelfinal-Aus gegen Inter. Mittlerweile ist das Kompany-System zwar ausgereifter und in der Ligaphase konnten die Bayern in Paris beeindruckend (lange in Unterzahl) gewinnen. Mittlerweile ist PSG aber in deutlich besserer Form. Und hat die Spieler dafür, um die Schwachstelle im Bayern-System gnadenlos aufzudecken.3. Bayern-Mentalität ist Triple-reif!Kompany erklärte nach dem Spiel, er hätte der Mannschaft vor Anpfiff gesagt, dass sie mutig sein soll. Egal wie das Spiel verläuft. Genau diese Herangehensweise beschreibt die Kompany-Bayern in dieser Saison perfekt. Vom eigenen (Erfolgs-)Plan wird nicht abgerückt. Selbst drei Real-Führungen konnten die Münchner im Rückspiel nicht stoppen. Und das, obwohl man sicher nicht den allerbesten Tag erwischt hatte, wie auch Joshua Kimmich nach dem Spiel anmerkte.Diese Mentalität definiert die Bayern 25/26. Und kann am Saisonende zum dritten Triple der Vereinsgeschichte führen.

Manuel Neuer sah auch beim zweiten Real-Tor nicht sonderlich gut aus | EyesWideOpen/GettyImages
Im Hinspiel war der Bayern-Kapitän mit neun teils spektakulären Paraden der Garant für den 2:1-Sieg. Im Rückspiel drohte Manuel Neuer zur tragischen Figur zu werden.Schon nach wenigen Sekunden spielte Neuer einen Fehlpass in die Füße von Arda Güler, der aus der Distanz direkt ins leere Tor zirkelte."Ich wollte eigentlich zu Stani [Josip Stanisic] spielen nach außen, treffe den Ball aber überhaupt nicht gut. Das war das Problem. Es war einfach ein Schweineball von mir, den ich gespielt habe. Er nimmt ihn direkt mit seinem tollen linken Fuß. Das hat man beim Freistoß auch gesehen, da hat er Wucht hinter. Das kann er einfach und zeichnet ihn aus", so Neuer am DAZN-Mikro.In der 29. Minute hatte Güler mit seinem Doppelpack Real erneut in Front geschossen. Sein Freistoß ging zwar über die Mauer, dennoch sah Neuer auch hier nicht gut aus. Beim Absprung-Timing passte es beim 40-Jährigen überhaupt nicht und so konnte er den Einschlag nicht verhindern, obwohl er mit der Hand noch am Ball war.Immerhin: In der zweiten Hälfte durfte sich Neuer für eine Weltklasse-Reaktion gegen Kylian Mbappé feiern lassen und verhinderte so das 2:4.Das sah auch Sportvorstand Max Eberl so: "Natürlich war es nicht der Beginn, den wir uns vorgestellt haben und auch nicht, was sich Manu vorgestellt hat. Aber das ist im Fußball so. In einem Spiel bist du der Hero und im nächsten Spiel bist du am Anfang in Anführungsstrichen der Depp, weil du den Fehler machst. Trotzdem hat er in der zweiten Halbzeit eine Parade, wo er uns auch wieder im Spiel hält."Aleksandar Pavlovic lobte die Reaktion auf das frühe 0:1: "Das ist natürlich kein schöner Moment gewesen. Aber in diesen Momenten wächst man als Team zusammen und wir haben eine gute Reaktion gezeigt. Wir haben weiter gemacht und uns nicht blenden lassen. Genauso macht es ein Top-Team."

Vincent Kompany wird den Bayern gegen Paris gesperrt fehlen | EyesWideOpen/GettyImages
Das 3:2 für Real durch Mbappé kurz vor der Halbzeit hatte viele Geschichten. Los ging es mit einem vermeintlichen Foul von Antonio Rüdiger an Josip Stanisic. Der deutsche Nationalspieler ließ den FCB-Verteidiger böse auflaufen. Schiedsrichter Slavko Vincic ließ weiterlaufen. Nach einem Kane-Ballverlust in der Folge traf Mbappé. DAZN-Experte Sami Khedira sah bei der Rüdiger-Aktion kein Foulspiel. Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe dagegen schon.
Stanisic erhob sogar Vorwürfe gegen den Real-Verteidgier. "Meines Erachtens geht so was gar nicht. Es ist genau nur ein Wort gefallen - und das zweimal. Aber Sie können ihn ja selbst fragen, was er gesagt hat. Vielleicht ist er Mann genug, es zuzugeben", meinte der kroatische Nationalspieler nach Spielende.Stanisic weiter: "Ich bin keiner, der böses Blut will. Und ich nehme es auch nicht persönlich. Es passiert in der Hitze des Gefechts. Für mich ist die Sache auch gegessen. Ich finde, so etwas gehört sich nicht, egal ob man gegeneinander spielt oder man sich kennt oder nicht."
Bayern-Trainer Vincent Kompany regte sich derweil beim Schiedsrichtergespann auf und sah Gelb. Seine dritte in der laufenden CL-Saison, weshalb er im Halbfinal-Hinspiel in Paris nicht an der Seitenlinie stehen darf.

Eduardo Camavinga blickt fassungslos auf seine Gelb-Rote Karte | Stefan Matzke - sampics/GettyImages
Nach knapp einer Stunde kam Eduardo Camavinga ins Spiel. Eine folgenreiche Einwechslung des ohnehin schon umstrittenen Mittelfeld-Stars, der im Sommer auf der Abschiedsliste der Königlichen stehen soll.Der Franzose holte sich erst in der 78. Minute eine Verwarnung nach einem taktischen Foul gegen Jamal Musiala ab. Nur acht Minuten später sah Camavinga dann die Ampelkarte. Und zwar, weil er nach einem Foulpfiff für die Bayern den Ball wegtrug. Schiedsrichter Vincic zückte dafür Gelb, hatte dabei aber ganz offensichtlich nicht auf dem Schirm, dass er Camavinga zuvor schon verwarnt hatte.Gut möglich, dass der Slowene in diesem Wissen auf Gelb-Rot verzichtet und "Fingerspitzengefühl" gezeigt hätte.Mit dem Platzverweis sorgte er aber für einen heftigen Eingriff ins Geschehen, der die Gemüter bei den Königlichen zum Kochen brachte. Nach dem Spiel konnte sich Doppelpacker Güler nicht beruhigen und sah Rot. Auch Vinicius Junior und Jude Bellingham gingen heftig auf den Schiedsrichter los.Arbeloa: "Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden"Real-Coach Alvaro Arbeloa schoss bei DAZN scharf: "Unglaublich. Es ist unglaublich, du kannst dafür keinen Spieler vom Platz stellen. Es ist unfair, wir sind sehr wütend und aufgebracht."Max Eberl hatte wenig überraschend eine entspannteren Blick auf die Szene: "Wenn er das nicht auf dem Schirm hatte, dann war es eine pure Gelbe Karte, weil dann wollte er sie geben. Er hat den Ball schon zweimal davor in die Hand genommen, er soll ihn einfach liegen lassen und weggehen."

Joshua Kimmich durfte jubeln | Christina Pahnke - sampics/GettyImages
Joshua Kimmich war nach dem Triumph gelöst. "Ich glaube, es hat sich gelohnt, bis zum Ende zu gucken. Ich hoffe, alle Kinder in Deutschland durften ein bisschen länger wach bleiben. Ich hoffe, meine Frau hat meinen Sohn ein bisschen länger schauen lassen", erklärte er nach Spielschluss.Sein Wunsch wurde übrigens erfüllt. Frau Kimmich kommentierte einen entsprechenden Social-Media-Beitrag mit: "Er durfte."Dann machte Kimmich noch eine Ansage vor dem Halbfinale gegen PSG:"Ich glaube, jetzt treffen die beiden momentan besten Teams Europas im Halbfinale aufeinander."

Vinicius Junior war enttäuscht | Anadolu/GettyImages
Die spanischen Presse schimpfte über den Schiedsrichter. Vor allem die Real-nahe Marca: "Was für eine Ungerechtigkeit! Das Spiel war spektakulär, und es ist schade, dass es vor allem wegen der Roten Karte für Camavinga in Erinnerung bleiben wird."Der Guardian bewertete es in England ganz anders: "Es ist erbärmlich und so unpassend, wenn Madrid – ein legendärer Verein – sich wie ein kleines Kind aufführt und die Opferrolle spielt."

Henkelpott calling? | Michael Regan - UEFA/GettyImages
"Wir sind einer der Aspiranten. Es geht jetzt gegen PSG. Die haben souverän zweimal gewonnen und sind die Vorjahressieger. Wenn einer der Favorit ist, dann ist das Paris Saint-Germain", meinte Bayerns CEO Jan-Christian Dreesen nach Spielschluss.Das sieht auch der Opta-Supercomputer so!

FCB-Boss Jan-Christian Dreesen freut sich über satte Einnahmen | S. Mellar/GettyImages
15 Millionen Euro gibt es für die Münchner von der UEFA allein für den Halbfinal-Einzug. Bislang kommen so insgesamt 83,445 Millionen Euro an Startgeldern und Erfolgsprämien zusammen.Für den Einzug ins Endspiel gäbe es weitere 18,5 Millionen Euro, für den Titel sogar 25 Millionen Euro.Die Gesamteinnahmen dieser CL-Saison, zu denen auch die sog. Wertprämie (ca. 40 Mio. Euro) und Ticketeinnahmen gehören, könnten am Ende bei über 150 Millionen Euro liegen.FCB-Boss Jan-Christian Dreesen freut sich: "Es ist in jeder Hinsicht ein Erfolg. Und es macht mir in jeder Hinsicht Freude."

Neue Rekordmarke für Jamal Musiala | S. Mellar/GettyImages
Der Bayern-Star kam nach gut einer Stunde ins Spiel und bereitete den Ausgleich durch Luis Diaz stark vor. Jamal Musiala stellte nebenbei mit seiner Einwechslung noch eine deutsche Bestmarke in der Champions League auf.Mit 23 Jahren und 48 Tagen ist er der jüngste deutsche Spieler, der in der Königsklasse 50 Partien absolviert hat. Damit löst er Thomas Müller ab, der bei seinem 50. CL-Einsatz 24 Jahre und 53 Tage alt war.
Die zeitgenauen Ansetzungen der Halbfinals wurden von der UEFA noch nicht terminiert.









































