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·13 de febrero de 2026

Dayot Upamecano, das Kämpferherz der Bayern-Defensive

Imagen del artículo:Dayot Upamecano, das Kämpferherz der Bayern-Defensive

Es riecht nach Gummi und Schweiß, irgendwo klirrt Metall, Schritte hallen über den Boden. Keine Fangesänge, keine Flutlichter – nur Konzentration, Rhythmus, Wiederholung. Ein Bewegungsablauf, noch einer. Ein kurzer Check im Spiegel, ein Griff zur Trinkflasche, dann weiter. Hier, im Kraftraum, fernab der großen Bühne, entsteht bei Dayot Upamecano das, was man am Wochenende oft nur als Selbstverständlichkeit wahrnimmt: Stabilität im Körper, Ruhe im Kopf, Präsenz im Moment. Es ist die Art von Arbeit, die selten Schlagzeilen macht – aber Spiele entscheidet. 

Es sind nicht die Scheinwerfer und nicht der Applaus, die Upamecano zu dem Spieler gemacht haben, der er heute ist. Die Basis liegt in der Arbeit, die kaum jemand sieht: in Wiederholungen, in Detailarbeit, in Einheiten, in denen es nicht um Glanzmomente geht, sondern um Grundlagen. Denn wenn es im Stadion schnell wird, wenn der Raum eng ist und jede Aktion eine Konsequenz hat, greift er auf etwas zurück, das er sich über Jahre erarbeitet hat: Disziplin, Biss und die Bereitschaft, in schwierigen Phasen dranzubleiben. Nicht spektakulär, nicht laut – sondern konsequent. Und genau so wird aus Training Leistung.


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Wie sichtbar diese Leistung werden kann, zeigte sich an einem Champions League-Abend im Februar vergangenen Jahres. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und der silber-glänzenden „Man of the Match“-Trophäe in der Hand verschwand Upamecano nach Abpfiff des Playoff-Hinspiels (2:1) in den Katakomben des Celtic-Parks. Der 27-jährige Innenverteidiger des FC Bayern hatte in den abgelaufenen 90 Minuten eine makellose, ja, im Grunde mustergültige Vorstellung geboten und war völlig verdient zum Spieler des Spiels gewählt worden. Dass einem Abwehrspieler diese Ehre zu Teil wird, passiert selten. Dafür reicht ein fehlerfreies Spiel nicht, es braucht eine absolute Glanzleistung. Und die entsteht genau dort, wo niemand hinschaut: in der täglichen Arbeit.

Upamecanos Sternstunde im „Paradise“

Von der ersten bis zur letzten Minute räumte „Upa“ alles ab, was es abzuräumen gab, schmiss sich in jeden Schuss, kämpfte um jeden Ball. Er wehrte insgesamt sechs Abschlüsse der Schotten ab, die ohne sein Dagegenhalten im Bayern-Tor gelandet wären. Eine Passquote von 94 Prozent und sein gefühlvoller Chip-Pass vor Michael Olises Führungstreffer machten das Meisterstück komplett. „Wenn ein Abwehrspieler ‚Man of the Match‘ wird, dann hat das eine besondere Bedeutung, weil es in der Regel nicht passiert“, sagte Sportvorstand Max Eberl. „Upa ist für mich ein herausragender Innenverteidiger – das hat er heute gezeigt.“

Der Auftritt im „Paradise“ war vielleicht die Sternstunde Upamecanos in einer Spielzeit, in der sich der Franzose zum Stabilisator der bayerischen Defensive aufschwang. „Ich habe ihn die ganze Saison schon sehr, sehr stark gesehen“, erklärte Eberl nach der Partie. Auch Sportdirektor Christoph Freund fand lobende Worte: „Er ist eine Führungspersönlichkeit geworden. Er spielt konstant auf einem richtig hohen Level.“ Dies trifft nicht nur auf die Partie im Celtic-Park zu, sondern gilt für seine Leistungen der vergangenen anderthalb Jahre insgesamt. Umso schöner, dass Upa auch über die Saison hinaus ein fester Bestandteil der Mannschaft bleiben wird. Der FC Bayern hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert. Ein Bekenntnis zu einem Spieler, der seine Konstanz nicht nur über Talent definiert, sondern über Fleiß – egal ob im Kraftraum oder auf dem Platz.

Das „Mia san Mia“ – Der unerschütterliche Siegeswille

Das Gewinner-Gen, das ihn an diesem Champions League-Abend so überragen ließ, trägt der Abwehrspieler schon seit kleinauf in sich. Aufgewachsen ist Dayotchanculle Oswald Upamecano in Évreux, knapp 100 Kilometer westlich von Paris. Auf den Bolzplätzen der Kleinstadt lernte er das Fußballspielen, kickte dort stundenlang mit seinen Freunden, nicht auf Rasen, sondern auf Beton. Es ging intensiv zur Sache. „Meine Mutter rief aus dem Fenster: ‚Komm jetzt mal wieder nach Hause.‘ Und ich antwortete immer: ‚Bitte, noch fünf Minuten!‘ Ich hätte ewig spielen können“, erzählte er im Mitgliedermagazin 51. Oft schaute ein kleines Publikum zu, „Leute aus dem Viertel, vielleicht zehn Personen, die uns angefeuert haben“, erinnert sich Upa. „Wenn einer ein Tor geschossen hat, haben wir mit unseren Zuschauern gejubelt. Unter diesen Bedingungen will man unbedingt gewinnen.“

Nun läuft er vor 75.000 Fans in der Allianz Arena auf – eine andere Welt als die Bolzplätze von Évreux. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten. „Du merkst: Da ist ein Publikum, und du willst etwas bieten“, erzählte Upamecano über die Spiele seiner Kindheit. Damals wie heute zählte am Ende nur eines: zu gewinnen. Diese Mentalität, fest verankert im Bayern-Gen, im „Mia san Mia“, prägt ihn bis heute. Nach Rückschlägen wieder aufzustehen und sich mit voller Überzeugung in den nächsten Zweikampf zu werfen – das lernte er schon im Käfig, wo blutige Knie keine Ausrede waren. „Du musst Schmerzen ertragen, wenn du gewinnen willst. Seit dieser Zeit bin ich mental sehr stark“, sagt der französische Nationalspieler. Diese Stärke wirkt im Stadion – und sie zeigt sich im Alltag, auch im Kraftraum -, wenn Einheiten zäh werden, wenn der Körper schwer ist und die Konzentration trotzdem oben bleiben muss.

Dominanz & Kontrolle – Das Spiel bestimmen

Sein unbedingter Siegeswille hat Upamecano weit gebracht. Heute zählt er zu den modernsten Innenverteidigern Europas. Mit seiner körperlichen Athletik und seiner technischen Finesse kann er nicht nur verlässlich verteidigen, sondern das Spiel auch von hinten lenken. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem Schlüsselakteur im System von Trainer Vincent Kompany, unter dem der FC Bayern nicht reagieren, sondern das Spiel diktieren will. Ballbesitz, Pressing, Tempofußball – der Gegner soll von Anfang an spüren, dass es hier nichts zu holen gibt. Dafür ist Upamecano als Impulsgeber im Spielaufbau ein zentraler Baustein. Kontrolle in diesen Momenten hat viel mit Grundlagen zu tun: mit Stabilität im Körper, mit sauberen Bewegungen, mit Ruhe im Kopf – erarbeitet über unzählige Wiederholungen.

„Er gibt uns Stabilität. Und das ist ganz wichtig für unsere Mannschaft“, sagte Kapitän Manuel Neuer über seinen Vordermann. Die Statistiken unterstreichen das eindrucksvoll: In der laufenden Königsklassen-Spielzeit brachte Upa fast 93 Prozent seiner Pässe an den Mann – bei sieben absolvierten Partien ein überragender Wert. „Ein Mittelfeldspieler kann den Ball verlieren und die Innenverteidiger sind da. Aber bei uns gibt’s keinen hinter uns“, sagte Upamecano darüber, welche Bedeutung der Ballsicherheit auf seiner Position zukommt.

Flexibilität & Vielseitigkeit – Der Schlüssel zum Erfolg

Sie ist nur eine Facette des vielseitigen Anforderungsprofils, das ein moderner Innenverteidiger mitbringen sollte. Von robusten Zweikämpfen über Kopfballdominanz bis hin zu sauberem Aufbauspiel: Upamecano erfüllt all diese Anforderungen und eröffnet dem Trainer mehrere taktische Optionen. Er ist kein klassischer Abwehrspieler, sondern kann in verschiedenen Systemen bestehen, ob als Teil einer Viererkette, in einer Dreierkette oder mit hohem Pressing, das in der Spielphilosophie der Münchner verankert ist. Gelegentlich taucht Upa sogar als Goalgetter auf – so wie beim 6:2-Heimsieg gegen den SC Freiburg im November, als er nach einer Ecke das Tor zum zwischenzeitlichen 3:2 erzielte.

Upamecanos Vielseitigkeit rührt aus seiner Zeit im Juniorenfußball. Früher spielte er nicht nur in der Abwehr, sondern probierte sich im Mittelfeld und sogar im Angriff – Erfahrungen, die ihm heute helfen, das Spiel aus verschiedenen Blickwinkeln zu lesen. „Das war gut für mich, weil ich jetzt weiß, wie man als Mittelfeldspieler und Stürmer spielen kann“, sagte der Franzose. Noch während seiner Zeit bei RB Salzburg, wo er zwischen 2015 und 2017 unter Vertrag stand, lief er neunmal als „Sechser“ auf. Sein Vorbild in dieser Zeit: Claude Makélélé, der die Rolle des defensiven Mittelfeldspielers in den 90er- und 2000er-Jahren prägte.

Tempo & Dynamik – Schneller als die Konkurrenz

Tatsächlich bringt Upamecano fußballerische Fähigkeiten mit, die einst schon seinen französischen Landsmann auszeichneten, und verbindet sie mit den Anforderungen an einen modernen Defensivspezialisten: Wucht, Tempo, Physis und technische Klasse. Er ist „ein Verteidiger, der schnell ist, gut in den Zweikämpfen und eine gute Qualität beim Nachsetzen hat“, sagte Didier Deschamps, Coach der französischen Nationalelf, über seinen Schützling. In der Bundesliga gehört Upamecano zu den schnellsten Innenverteidigern überhaupt. Seine Spitzen­geschwindigkeit von 34,06 km/h erreichen auf dieser Position nur wenige. Hinter solchen Werten steckt mehr als Veranlagung: Arbeit am ersten Schritt, an der Explosivität, am schnellen Umschalten – immer wieder.

Ein Grund, warum Upamecano im System des FC Bayern so wertvoll ist: Unter Vincent Kompany setzt der Rekordmeister auf Pressing, schnelles Umschalten und explosive Angriffe. Die letzte Linie verteidigt oft Mann gegen Mann – meist an der Mittellinie, gut 50 Meter vor dem eigenen Tor. Sobald sich der Gegner aus dem Druck befreit und einen Steilpass spielt, muss die Abwehr in höchstem Tempo zurücksprinten. Genau hier kommt Upamecanos Geschwindigkeit ins Spiel – unsere Nummer zwei bringt die nötigen PS auf den Platz.

Härte & Robustheit – Kein Durchkommen für den Gegner

Auch in der französischen Nationalmannschaft ist Upamecano längst gesetzt. Trainer Didier Deschamps schätzt sein Tempo und seine Zweikampfhärte. Bei der WM 2022 war der Münchner ein Garant für Stabilität: Bis zum Endspiel gegen Argentinien (2:4 i. E.) kassierte Frankreich nur fünf Gegentore. Upamecano spielte fünf der sieben Partien durch. „Er war wahrscheinlich der stabilste Verteidiger“, lobte der damalige Bayern-Coach Julian Nagelsmann den Auftritt seines Profis während des Turniers.

Eine stabile Abwehr ist die Basis für Titel – in der Nationalmannschaft genauso wie beim FC Bayern. In seinen ersten vier Jahren in München feierte Upamecano bereits drei Meisterschaften. Mit den Jahren wurde der 1,85 Meter große Verteidiger immer robuster und abgeklärter. „Gegen Dayot Upamecano war es richtig schwer. Das war ein echter Brocken, ein Tier“, erinnerte sich Ex-Bundesliga-Stürmer Sasa Kalajdzic. So oder so ähnlich äußern sich viele seiner Gegenspieler – wie zuletzt Bremens Stürmer Keke Topp, gegen den es am kommenden Samstag geht. Auch die Statistik unterstreicht das: In der abgelaufenen Champions League-Saison haben nur fünf Spieler mehr Bälle erobert als der Bayern-Abwehrspieler (82). Ein Fels in der Brandung – in seiner Zweikampfhärte erinnert er an frühere Münchner wie Lucio oder Daniel Van Buyten. Upamecanos Härte ist kontrolliert. Sie entsteht aus Timing, Körperbeherrschung und Konzentration – und genau das ist wieder Arbeit.

Identifikation mit dem Club & den Fans

Der FC Bayern ist mehr als ein Verein: Er ist Selbstverständnis, Tradition und eine große Gemeinschaft. Dayot Upamecano hat sich vom ersten Tag an mit diesem Club identifiziert. Privat ist er ein Familienmensch, der ein enges Verhältnis zu seiner Mutter pflegt. „Meine Mutter war sehr wichtig für mich. Ich habe ihr immer gesagt: ‚Ich bin für dich da!‘ Sie unterstützte mich, und ich versuchte, ihr das zurückzugeben“, erzählte er im Mitgliedermagazin 51. Dieser Zusammenhalt, sagte Upa weiter, mache eine Familie aus. Auch in der Bayern-Familie fühlt er sich längst zuhause. Die Sprachbarriere ist kein Hindernis mehr – Deutsch lernte der 27-Jährige schon früh. Auf dem YouTube-Kanal des FC Bayern stellte er seine Kenntnisse sogar augenzwinkernd unter Beweis:

Familienmensch, Abwehrhüne, Kämpfer: Dayot Upamecano ist ein Profi, der seinen Anspruch im Alltag lebt – und ihn am Spieltag sichtbar macht. Denn hinter jeder Grätsche, jedem Sprint und jeder abgefangenen Flanke steckt die gleiche Haltung: erst die Arbeit, dann die Bühne. Wir freuen uns auf viele weitere besondere Geschichten, starke Spiele und unvergessliche Champions League-Abende mit dir, Upa – pack ma’s!

Alle Infos zur Vertragsverlängerung:

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