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·21 de junio de 2026
Der deutsche Joker, der sogar Messi überholt: Deniz Undav als Datenwunder der WM 2026

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Mit 9,22 Punkten führt Deniz Undav das FIFA Power Ranking der WM-Angreifer an. Drei Tore, zwei Assists – Lionel Messi liegt mit 7,75 dahinter.
Manchmal stimmen Bauchgefühl und Datensatz überein, und genau das ist gerade bei dieser Weltmeisterschaft der Fall. Deniz Undav, 29 Jahre alt, eingewechselt, als andere schon an die Dusche dachten, ist der Mann, den die Algorithmen als Erstes nennen. Das neue FIFA Power Ranking führt ihn mit einem Wert von 9,22 als besten Angreifer des Turniers. Hinter ihm: Lionel Messi, 7,75. Die Reihenfolge allein ist eine Schlagzeile, die man sich vor zwei Wochen nicht zu schreiben getraut hätte.
Undav ist Joker, Matchwinner und Topscorer in einer Person, und das ist keine Übertreibung, sondern eine nüchterne Beschreibung dessen, was zwei Spiele hergegeben haben. Beim 7:1 gegen Curaçao trug er sich ein, gegen die Elfenbeinküste kam er in der 60. Minute, traf in der 68. und legte in der vierten Minute der Nachspielzeit nach. Drei Tore, zwei Assists, die Spitze der Scorerwertung. Wer von der Bank kommt und das Spiel entscheidet, hat sich seine Werte verdient, ganz unabhängig davon, welches Ranking sie ausweist.
Dass Messi auf Platz zwei rangiert, ist erklärbar, ohne dass man die Zahl kleinreden müsste. Argentinien hat erst ein Spiel absolviert, beim Auftakt gelangen dem Weltstar drei Tore. Die Stichprobe ist kürzer, der Wert dadurch volatil. Auch das gehört zur Wahrheit dieses neuen Instruments: Es belohnt Konstanz über mehrere Partien, nicht den einen großen Abend. Wer öfter spielt und liefert, bleibt oben.
Hinter den beiden ordnet sich ein Feld, das man im klassischen Stürmer-Ranking so nicht erwartet hätte. Neuseelands Elijah Just steht bei 7,46, der niederländische Shootingstar Crysencio Summerville bei 7,34, Brasiliens Vinicius Junior bei 7,32. Diese Liste liest sich wie ein Hinweis darauf, dass die Datenlogik anders sortiert als das Auge des Fans. Sie fragt nicht, wer berühmt ist, sondern wer in den drei Kategorien Offensive, Kreativität und Defensive auf einer Skala von 0 bis 10 punktet. In den anderen beiden Wertungen führen mit Irans Ramin Rezaeian und Kanadas Derek Cornelius zwei Namen, die in Boulevardspalten selten auftauchen.
Genau hier liegt der eigentliche Reiz dieses Tools. Es zwingt dazu, Leistungen zu trennen von Erwartungen. Ein Innenverteidiger, der unspektakulär aufräumt, taucht auf einmal in einer Liste auf, die der Weltverband nach jedem Spiel aktualisiert. Ein eingewechselter Stürmer aus Stuttgart führt eine Rangliste an, an deren oberem Ende man reflexhaft andere Namen erwartet. Das ist kein Bruch mit der Tradition des Spielberichts, aber eine Ergänzung, die der Diskussion guttut.
Für Undav selbst dürfte das Ranking sekundär sein. Wichtiger ist, was die Rolle ihm eröffnet: Er ist der Spieler, auf den die Bank zeigt, wenn ein Spiel gedreht werden muss, und er ist der Spieler, der diesen Auftrag annimmt. Ob er die Position des besten Turnier-Angreifers verteidigt, hängt davon ab, ob er weiter Minuten bekommt und ob aus den Minuten weiter Tore werden. Solange beides zusammenfällt, bleibt er oben. Und Messi hat noch Spiele, um zu antworten.


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