Frühes-Tor.de
·26 de junio de 2026
Deutschland hat auf den Außenbahnpositionen den Anschluss an die Weltspitze verloren

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Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images
Die deutsche Mannschaft zeigt Schwächen auf den Außenbahnpositionen. Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer.
Eine These, die in den vergangenen Wochen von Spielern, Trainern und Funktionären des DFB verbreitet wurde, lautete: Deutschland zähle bei der WM 2026 vielleicht nicht zu den Top-Favoriten, aber als Team lasse sich vieles kompensieren. Wie die Spiele gegen die Elfenbeinküste (Last-Minute-Sieg mit 2:1) und Ecuador (1:2-Niederlage) zeigen, lassen sich dann doch nicht alle Schwächen ausgleichen. Eine besondere Auffälligkeit bei der WM 2026: Deutschland hat auf den vier Außenbahnpositionen den Anschluss an die Weltspitze verloren.
Maßstab als linker Flügelstürmer ist der Brasilianer Vinicius Junior. Bei aller Theatralik sind seine besonderen Fähigkeiten unbestritten. Fans des FC Bayern würden wahrscheinlich den Kolumbianer Luis Diaz mit Vini Junior auf Augenhöhe sehen. Dazu macht sich der Ivorer Yan Diomande auf, zu dem Top-Duo qualitativ aufzuschließen.
Auf dem rechten Flügel sind der Spanier Lamine Yamal und der Franzose Michael Olise wohl die Benchmark. Der Flügelstürmer neuen Typs zeichnet sich dadurch aus, dass er es im Dribbling mit zwei bis drei Gegenspielern aufnehmen kann, fast so treffsicher wie ein gelernter Mittelstürmer ist und über enormen Speed verfügt. Zudem ist er in der Regel bereit, defensiv ebenfalls eine ordentliche Rolle zu übernehmen.
Und wie sieht es bei Deutschland aus? Auf der rechten Seite lautet der Stammspieler Leroy Sané, Ersatzspieler bei Galatasaray Istanbul. Ihm wird großes Talent nachgesagt, aber in seinen über zehn Jahren als Profi hat er dies selten unter Beweis gestellt. Er vergibt regelmäßig klare Torchancen und bleibt im Dribbling oft stecken. Sein Tor gegen Ecuador war in seinem 15. Spiel bei einer EM oder WM sein erster Treffer bei einem großen Turnier. Nur sein Speed (rund 36 km/h) steht gerade noch in Konkurrenz zu den neuen Bestmarken von 37 bis 38 km/h.
Auf der linken Seite spielt bei Deutschland Florian Wirtz. Er zieht aber oft ins Zentrum – und Bayer 04 Leverkusen wurde mit ihm vor zwei Jahren Double-Sieger, weil er eher auf der Zehner-Position das Spiel vorangetrieben hat. Wirtz ist zudem seit seinem Wechsel vor einem Jahr zum FC Liverpool in seiner Entwicklung etwas stecken geblieben.
Nach Sané und Wirtz gehen Deutschland die Optionen auf den Flügelstürmer-Positionen ohnehin aus, wenn es um Top-Niveau geht. Während Brasilien zum Beispiel mit Raphinha und Frankreich mit Weltfußballer Ousmane Dembélé nachlegen kann.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer: In Said El Mala vom 1. FC Köln könnte auf Sicht ein deutsches Talent die Qualitätslücke auf der linken Seite schließen. Auf der rechten Seite steht der derzeit verletzte Youngster Lennart Karl vom FC Bayern bereit. Allerdings fehlen beide bei der WM 2026 und müssen noch Erfahrungswerte sammeln.
Defensiv sieht es bei Deutschland auf den Außenbahnen nicht viel besser aus. Joshua Kimmich wurde aus seiner geliebten Position im Zentrum auf die Rechtsverteidiger-Position versetzt, weil selbst Bundestrainer Julian Nagelsmann wohl eingesehen hat, dass ihm Alternativen auf Top-Niveau fehlen. Nur hat Kimmich als Außenbahnspieler Probleme mit dem Top-Speed. Dies kann nur mannschaftstaktisch ausgeglichen werden. Dafür fehlen dann wieder Kräfte an anderer Stelle. Weltspitze auf dieser Position ist dagegen der Marokkaner Achraf Hakimi von Paris Saint-Germain.
Auf der linken Abwehrseite der Deutschen gibt es seit wenigen Wochen einen Hoffnungsschimmer mit Nathaniel Brown. Sein Zweikampfverhalten, sein Speed und seine Akzente in der Offensive können ihn zu einem Verteidiger auf Top-Niveau werden lassen. Dafür spricht auch, dass der FC Bayern ihn gerade von Eintracht Frankfurt für über 50 Millionen Euro losgeeist hat. Allerdings fehlte Brown angeschlagen gegen Ecuador. Kein anderer Spieler im DFB-Team kann derzeit die linke defensive Außenbahn so gut besetzen wie Brown. Kostet diese Qualitätslücke auf den Außenbahnen im Vergleich zur Weltspitze Deutschland den WM-Titel? Hier kann man sich nur mit Floskeln behelfen: Im Fußball ist immer alles möglich, aber es erhöht nicht gerade die Wahrscheinlichkeit großer Erfolge für das DFB-Team.







































