Rund um den Brustring
·19 de abril de 2026
Die richtigen Schlüsse

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Erwartungsgemäß verliert der VfB bei den Bayern und wird ungewollt Zaungast der Münchner Meisterfeier. Von dort nimmt die Mannschaft vor allem eine Lektion für das Saisonfinale mit.
Immerhin war das Ergebnis diesmal nicht so schmerzhaft wie im Hinspiel. Mit nur zwei mehr kassierten Toren hält sich damit der Schaden an der Tordifferenz kurz vor Saisonende noch in Grenzen. Und entscheidend, im Wortsinne, werden für uns ohnehin die direkten Duelle in Hoffenheim und gegen Leverkusen werden. Aber genau deshalb lohnt es sich auch bei diesem 2:4 in München genau hinzuschauen. Vor allem auf die erste Halbzeit, denn nach der Pause wollten die Bayern nicht mehr als das eine Tor von Kane und der VfB konnte nicht mehr als das Traumtor von Chema.
Vor dem Seitenwechsel jedoch offenbarte sich, was den VfB aktuell stark macht, und was ihn schwächt. Stark war, wie Bilal El Khannouss wahrnahm, dass Chris Führich in den Roadrunner-Modus schaltete und er ihm den Ball auf Halblinks nahezu perfekt in die Gasse spielte. In einer Startelf ohne zentralen Stürmer spielte der VfB so seine Stärken über die Flügel gut aus, auch wenn auf der rechten Seite relativ wenig passierte. Stark auch, wie der VfB relativ kompromisslos verteidigte und dadurch immer wieder in Umschaltensituationen kam.
Was uns schwächt: Die fehlende Präzision und Überzeugung im letzten Drittel und vor allem die defensive Leichtsinnigkeit, gerade im Spielaufbau. Erst war es ein abgefangener Fehlpass auf links, der darin mündete dass Finn Jeltsch Jamal Musiala den Ball in die Füße spitzelte. Es folgte ein Fehlpass, im Mittelfeld, wie wir ihn schon zu häufig gesehen haben, gerade erst letzte Woche gegen Hamburg. Direkt nach dem Ausgleich steht der VfB viel zu hoch und Finn Jeltsch trifft in einer Situation ohne richtige Abspielstation die schlechtestmögliche Entscheidung. Das dritte Gegentor fiel dann eher in die Kategorie Slapstick, hatte aber mit solider Defensivarbeit auch nicht viel zu tun. Binnen sechs Minuten war der VfB komplett auseinander gefallen. Mal wieder: Im Hinspiel im Dezember wurde innerhalb von zehn Minuten aus einem 0:2 ein 0:5 und das kurz vor Abpfiff.
Immerhin bekam die Mannschaft am Sonntag das Ganze wieder einigermaßen in den Griff, was aber auch daran gelegen haben mag, dass die Bayern irgendwann mit dem Kopf eher damit beschäftigt waren, wie sie die 13. Meisterschaft in den letzten 14 Jahren am Besten feiern. Trotzdem waren es vor allem fatale eigene Fehler, die das Spiel am Ende entschieden. Gegen Hamburg hatte man noch das Glück, dass der HSV nicht die Qualität besitzt, das auszunutzen. Darauf kann man sich in den kommenden vier Wochen nicht verlassen. Und natürlich ist ein schmaler Grat, auf dem man in München wandert: Parkt man nach eigener Führung den Bus, dann segeln so lange Bälle in den eigenen Strafraum, bis irgendwann einer reinfällt. Sucht man hingegen in der Offensive die Entlastung, wird man anfälliger für Fehler. Es sei denn, man hat eine außergewöhnlich gute Hintermannschaft.
Zwar nicht außergewöhnlich, aber gut genug für die ersten vier Plätze der Tabelle ist die VfB-Defensive allemal. Vier Spieltage und mindestens fünf Spiele vor Saisonende müssen die Spieler im Kopf aber auch so langsam mal in den Crunchtime-Modus reinkommen. Uns erwarten Gegner, die nichts mehr zu verschenken haben, im Gegenteil, Siege gegen uns würden sogar quasi doppelt zählen. Die Mannschaft muss jetzt in jedem Spiel komplett bei der Sache sein und den eigenen Erwartungen auch Taten folgen lassen. Das eigene Potenzial abrufen heißt auch: Keine Harakiri-Larifari-Pässe mehr ohne Absicherung, kein wildes Herumgeirre im eigenen Strafraum und vor allem keine halbgaren Abschlüsse in die Arme des gegnerischen Torwarts.
Wir haben alles in der eigenen Hand. Dass wir uns jetzt auf rechnerisch für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert haben, ist der erste Schritt und der erste Erfolg. Die Mannschaft muss die Chance jetzt ergreifen, die Saison zu vergolden.
Titelbild: © Leonhard Simon/Getty Images
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