Borussia Dortmund
·11 de marzo de 2026
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Die Geschichte der Roten Erde hat zunächst wenig mit Borussia Dortmund zu tun. Ihre Errichtung fällt in eine Ära, in der der Bau von Sportstätten einen Boom erlebte. Während in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) die meisten Fußballvereine – auch die, die ganz oben mitspielten – nur über „bessere Sportplätze“ verfügten, erlebte die Zeit der „Weimarer Republik“ (1919 bis 1933) einen Boom beim Bau von großen Sportstätten. Bis 1925 wurden 850 öffentliche und 400 vereinseigene Stadien gebaut, die größeren unter ihnen hatten ein Fassungsvermögen von 25.000 bis 50.000 Zuschauern.
Im heutigen Nordrhein-Westfalen war das Stadion in (Köln-)Müngersdorf Treiber für zahlreiche ähnliche Projekte. Nur drei Jahre später hatte auch die Stadt Dortmund ihre große Spielstätte: die „Kampfbahn Rote Erde“. Zu verdanken hat sie es einem Visionär, dem Stadtbaurat Dipl. Ing. Hans Strobel (*1881, †1953), der sich als progressiver Architekt in Bremen und Leipzig einen Namen gemacht hatte, bevor er 1914 als Stadtplaner nach Dortmund kam. Sein größtes Projekt war der Dortmunder Volkspark im Südwesten, „mit der Kampfbahn als Herz, der Westfalenhalle als Krone“.
Für heutige Verhältnisse unglaublich klingt die Zeitschiene. Am 24. März 1924 wurden Strobels Pläne von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet, bereits sieben Tage später erfolgte der erste Spatenstich, die Fertigstellung am 1. Juni 1926 – in nur 26 Monaten Bauzeit. 110.000 Kubikmeter Boden waren überwiegend von Arbeitslosen im Rahmen von Notstandsarbeiten bewegt worden. Zur Einordnung: 1925 war ein Jahr einer kurzen wirtschaftlichen Erholungsphase, bereits 1926 stiegen die Arbeitslosenzahlen wieder steil auf über zwei Millionen (bei rund 62 Mio. Einwohnern des Deutschen Reichs).
Bei allen Bauten, auch bei den Stufen des Walls, wurde der heimische Ruhrkohlesandstein verwendet. Sitzplätze gab es auf der Haupttribüne für 2200 Zuschauer, verteilt auf zwölf Reihen. Die weit überwiegende Anzahl der insgesamt 30.000 Plätze waren nicht überdachte Stehränge. In die Südkurve eingelassen war das „Marathontor“, an das sich die 400 Meter lange Laufbahn um das rund 100 Meter lange Rasen-Spielfeld anschloss. Der Name „Rote Erde“ (oder „rothe Erde“) ist eine seit dem Mittelalter belegte Bezeichnung für die historische Landschaft Westfalens zwischen Niederrhein und Weser.
Es gab zwei Einweihungsfeiern. Am 6. Juni 1926 traf eine Stadtauswahl auf Wacker München (südbayerischer Meister 1919, 1921 und 1922). Der Ausgang – 1:11 – unterstrich, dass der Dortmunder Fußball, einschließlich des 1909 gegründeten Ballspielvereins Borussia, der im Norden der Stadt auf der „Weißen Wiese“ beheimatet war, vor 100 Jahren noch weit von der nationalen Spitze entfernt war. Eine Woche später fand eine Veranstaltung der Arbeiter-Turner statt.
Für Spitzenfußball sorgte in den ersten Jahren der „Roten Erde“ ein Klub in Königsblau. Für Endrundenspiele um die Deutsche Meisterschaft verlangte die DFB-Spielordnung eine Austragung auf „neutralem Boden“ – und da Dortmund eine der schönsten Arenen Deutschlands besaß, aber zu diesem Zeitpunkt noch keinen Klub, der sich mit der nationalen Fußballelite ernsthaft messen konnte, fungierte die Kampfbahn in zehn der 13 Spielzeiten zwischen 1926/27 und 1938/39 als Austragungsort eines Endrundenspiels. Neunmal war der FC Schalke 04 mit von der Partie und sorgte für Zuschauerrekorde.
Die „Rote Erde“ war zudem Schauplatz von zwei Länderspielen. Im März 1935 kamen 37.000 Besucher zur Partie gegen Irland (3:1), bei der der mittlerweile zweitklassige BVB durch August Lenz (*1910, †1988), seinen ersten Nationalspieler, repräsentiert wurde und die Dortmunder Zeitung zur Frage animierte: „Welche andere Stadt außer Dortmund stellt eine solche Riesenkulisse schon auf die Beine?“ Fast 32 Jahre später, im April 1967, traf die DFB-Elf in der EM-Qualifikation mit Hans Tilkowski auf Albanien (6:0).
Sechs Boxkämpfe fanden in der Kampfbahn statt (darunter auch der von Lokalmatador Heinz Neuhaus im Juli 1952, bei dem mit 50.000 die höchste Zuschauerzahl überhaupt gezählt wurde), ein Deutscher Katholikentag (1927), das Finale der Feldhandball-WM 1955 sowie das Deutsche Turnfest 1990.Boris Rupert









































