TORfabrik.de
·7 de marzo de 2026
Ein Abend in München ohne Überraschungen

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Für Borussia Mönchengladbach war am Freitagabend beim Rekordmeister Bayern München erwartungsgemäß nichts zu holen. Selbst eine bessere B-Elf der Bayern war eine Nummer zu groß für die Fohlen, denen einmal mehr klar die Grenzen aufgezeigt wurden. Der fragwürdige Platzverweis für Reitz sowie die Verletzungen von Castrop und Bolin rundeten ein wenig erbauliches Auswärtsspiel im negativen Sinne ab.
Eine halbe Stunde konnten die Gladbacher in der Münchener Arena relativ zufrieden sein. Nach einem munteren Beginn hatte man eine erste Drangperiode der Bayern überstanden und sich ganz ordentlich formiert. Es wurde nachgesetzt, die Gegner direkt angelaufen, und die Spieler wirkten wach und fokussiert. Doch dann durfte Goretzka – nur bestaunt von Sander und Stöger – zentral vor dem Strafraum einen Lupferpass in den Lauf von Luis Diaz spielen, den Sander komplett ignoriert hatte. Elvedi und Diks kamen jeweils einen Schritt zu spät, und die Bayern führten mit 1:0.
Das war der erste Rückschlag, von dem sich die Borussen vielleicht noch hätten erholen können. Doch dann ließ man sich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit von den Bayern auskontern, und mit dem 2:0 durch Laimer war die Partie mehr als vorentschieden. Der Konter der Bayern wurde durch eine Balleroberung des späteren Torschützen Laimer eingeleitet, der dabei grenzwertig gegen Bolin zu Werke ging. »Das war für mich ein Foul, da ist ein Kontakt unten am Fuß«, sagte Borussias Sportchef Rouven Schröder später.
Keine Überprüfung auf ein Foul an Bolin
Weder der Schiedsrichter reagierte darauf, noch kam aus dem Kölner Keller ein Signal, die Szene wegen des Verdachts auf Foulspiel im Vorfeld der Torerzielung genauer prüfen zu müssen. »Das wird lapidar durchgewunken«, ärgerte sich Schröder. Dessen Namensvetter Robert Schröder schaute dafür in der 55. Minute genau hin, als Reitz im Strafraum mit Jackson rangelte, und entschied auf Elfmeter sowie gleichzeitig auf Platzverweis für Reitz.
Eine sehr harte Entscheidung, weil die Szene nicht so eindeutig war, wie Schröder sie im Nachhinein darstellte. »Der Bayern-Spieler hatte eine bessere Position zum Ball, Reitz war hinten dran«, erklärte dieser bei Sky. »Zunächst hat er einmal die Arme um den Gegner gelegt und beim Fallen ein zweites Mal geklammert. Dadurch kam der Bayern-Spieler für mich nicht sauber zum Abschluss.« Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass Jackson zu Beginn der Aktion gleichsam mit dem Arm arbeitet, Reitz auf den Kopf drückt und diesen so zu Fall bringt. Isoliert betrachtet hätte dies auch als Stürmerfoul gewertet werden können.
»Mir fehlt da nicht nur das Fingerspitzengefühl«
Durch die Fortsetzung der Szene, als Reitz ungeschickt im Fallen nochmals klammerte, war es dann ein Halten – und damit greift die Regel der Doppelbestrafung. »Mit dem Haltevergehen wird eine klare Torchance verhindert«, erläuterte der Referee. »Letztlich lässt mir das Regelwerk, wenn ich den Strafstoß pfeife, keine andere Möglichkeit.« Doch gerade aufgrund der schwerwiegenden Konsequenzen dieses Pfiffs hätte ein guter Schiedsrichter – auch und gerade in Zusammenarbeit mit dem VAR – bei einer so halbgaren Situation seinen Ermessensspielraum nutzen können. »Das wird locker wegentschieden ohne Gedanken an irgendwas. Mir fehlt da nicht nur das Fingerspitzengefühl«, sagte Rouven Schröder.
Mit dem 3:0 durch den verwandelten Elfmeter von Musiala und einer halben Stunde in Unterzahl war das Spiel natürlich vollständig entschieden. Die Borussen zogen sich mit einem Mann weniger zumindest noch ordentlich aus der Affäre und gingen nicht komplett unter. Mehr konnte man angesichts der Umstände nicht erwarten. Klar ist jedoch, dass die Gladbacher auch ohne Elfmetergegentor und Unterzahl chancenlos waren. Es ist nun mal die bittere Realität, dass selbst Bayerns bessere B-Elf für eine Mannschaft, die ob ihrer Zusammenstellung und individuellen Qualität zu Recht im unteren Tabellendrittel festhängt, eine klare Nummer zu groß ist.
Wenig Wettkampfbelastung, viele angeschlagene Spieler
Die einkalkulierte Niederlage ist zwar ärgerlich, darf aber weder Mannschaft noch Umfeld herunterziehen. Die Crunchtime beginnt ab nächsten Freitag mit dem Heimspiel gegen St. Pauli – und da ist es besonders bitter, dass Rocco Reitz gesperrt fehlen wird. Immerhin dürfte es nach gängiger Rechtsprechung bei einer Sperre von einem Spiel bleiben. Dazu stellt sich die bange Frage, wie schwer es Jens Castrop und Hugo Bolin erwischt hat, die beide mit muskulären Problemen ausgewechselt werden mussten. Die Frage, warum eine Profimannschaft mit vergleichsweise geringer Wettkampfbelastung so viele angeschlagene Spieler hat, bedarf unbedingt einer Aufarbeitung. Doch aktuell zählt nur eins: alles auf den Existenzkampf und das Spiel gegen St. Pauli fokussieren und das Bayernspiel zügig abhaken.
von Marc Basten – TORfabrik.de | Foto: Sebastian Widmann – Getty Images









































