VfL Osnabrück
·4 de marzo de 2026
Erneut zu Null: Defensivqualität bleibt Erfolgsfaktor

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·4 de marzo de 2026

Mit dem 2:0-Heimsieg gegen Viktoria Köln blieb der VfL Osnabrück auch im achten Spiel des Jahres ungeschlagen. Dabei war wieder einmal die herausragende Defensivqualität der Erfolgsfaktor der Lila-Weißen.
Vielen VfL-Fans wird beim Anblick der Startaufstellung am gestrigen Abend vor allem ein Name ins Auge gefallen sein: David Kopacz. Denn der Offensivakteur lief zuletzt am 25. Januar im Heimspiel gegen den TSV 1860 München für den VfL auf. Danach stand der 26-Jährige fünf Spiele lang nicht im Kader und sprang am gestrigen Dienstagabend somit von der Tribüne in die Startelf – als Ersatz für den gelbgesperrten Lars Kehl. Dass Cheftrainer Timo Schultz in dieser Saison immer wieder mit seinen Personalentscheidungen überrascht, ist mittlerweile bekannt. Und wie so oft hatte er auch gestern wieder den richtigen Riecher. Schließlich wies David Kopacz nicht nur die beste Passquote unter allen Startelfspielern auf (85 Prozent), sondern erzielte in der 42. Minute sehenswert per Hacke das wichtige 2:0 und feierte somit sein viertes Saisontor. Die Vorlage kam dabei vom aufgerückten Robin Fabinski, der im zweiten Heimspiel in Folge eine Torbeteiligung lieferte. Der Assistgeber selbst beschrieb die Torentstehung im Interview bei Magenta Sport wie folgt: „Wir hatten es vor dem Spiel angesprochen und auch in den vergangenen Wochen. Wenn die Halbverteidiger mit nach vorne verteidigen und sich offensiv einschalten, dann werden die sehr selten aufgenommen, wie es beim Tor dann auch der Fall war. Dann habe ich Koppi [David Kopacz] gesehen und dachte, ich knall das Ding einfach mal rein und gucke, ob er drankommt. Er macht das dann überragend, muss man sagen.“ Aber nicht nur mit seinem Ausflug in die Offensive überzeugte der 22-Jährige, auch in seiner Paraderolle als Abwehrmann konnte er mit einer Passquote von 70,3 Prozent und den meisten Ballaktionen aller VfL-Spieler (51) dem Spiel seinen Stempel aufdrücken.
Neben Robin Fabinski feierte auch Ismail Badjie am gestrigen Flutlichtabend eine weitere Torbeteiligung. Bereits nach fünf Minuten setzte der Flügelflitzer über die rechte Seite zum Sprint an und legte an der Grundlinie den Ball in den Fünfmeterraum, wo Robin Meißner einlief und die Kugel im Tor unterbrachte. Das VfL-Eigengewächs hatte bei seinem Zuspiel keinerlei Zweifel, dass der Ball im Kasten der Kölner landen würde. „Ich glaube, wenn man Robins [Meißner] Form in den letzten Wochen sieht, dann hat man auf jeden Fall sehr viel Vertrauen in ihn. Mir war schon klar, dass Robin irgendwo in der Box sein wird und wenn ich den Ball dann reinbringe, dann wird er den schon irgendwie reinmachen. Aber es war schon wichtig, in den ersten Minuten zu treffen, weil wir wussten, dass Viktoria Köln eine gute Mannschaft ist und sie gut zocken können.“, erzählte der 20-Jährige im Interview nach dem Spiel bei VfL-TV. Für Badjie war es nach seinen bislang sechs Saisontoren die erste Vorlage in dieser Saison. Dabei macht er nicht nur den gestrigen Heimsieg, sondern den Erfolg der gesamten Saison an der Leistung der Defensivabteilung fest. „Wie schon in den letzten Monaten und Wochen kann man heute wieder die Innenverteidigung herausheben. Was die da hinten jede Woche abreißen, ist wirklich unglaublich. Die haben wirklich einen ganz, ganz großen Anteil daran, dass wir so weit oben stehen.“
Neben dem bereits angesprochenen Fabinski standen wie gewohnt auch Kapitän Jannik Müller und Niklas Wiemann in der Dreierkette auf dem Platz. Letzterer feierte mit seinem gestrigen Einsatz sein insgesamt 100. Pflichtspiel für den VfL. Dabei lieferte der 27-Jährige eine gewohnt souveräne Leistung, gewann 55 Prozent seiner Zweikämpfe und verlor kein einziges Duell in der Luft. Neben ihm lief bereits zum dritten Mal in Folge von Beginn an Frederik Christensen auf. Der Schienenspieler etablierte sich im Laufe der Rückrunde als Stammspieler und überzeugte gestern mit der besten Zweikampfquote aller Lila-Weißen (68,8 Prozent). Ebenfalls aus der Anfangsformation der Osnabrücker aktuell kaum wegzudenken ist Fridolin Wagner. Zum fünften Mal in Folge stand der Mittelfeldakteur in der Startelf und führte auch gestern wieder die meisten Zweikämpfe (25) bei den Osnabrückern. Zudem legte er mit 12,2 Kilometern die längste Laufdistanz zurück.
Generell zeigte sich die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz wieder defensiv stabil. Zwar ließ man die Kölner in der zweiten Halbzeit tief in die eigene Hälfte eindringen, verteidigte aber vor allem die vielen Ecken (Eckenverhältnis 0:9) souverän. Robin Fabinski sollte bei Magenta Sport den Ursprung dieser herausragenden Defensivqualität erklären. „Die ganze Mannschaft hält sich dran. Wir haben unsere Abläufe und sind eine eingeschweißte Truppe. Jeder zieht am gleichen Strang, wir haben alle Bock zu verteidigen, auch wenn es manchmal eklig ist, aber wir wissen, das ist die Basis. Und wenn die Null hinten steht, dann ist es schon mal sehr schwer, uns zu schlagen.“ Das musste gestern nun auch die Mannschaft von Viktoria-Trainer Marian Wilhelm feststellen. Der 37-Jährige stellte auf der Pressekonferenz nach der Partie ebenfalls die Osnabrücker Defensive als Knackpunkt für den Ausgang des Spiels dar. „Insgesamt über die gesamte Spielzeit hat Osnabrück einfach wahnsinnig gut verteidigt und wir zu wenig Gefahr ausgestrahlt. Auch wenn wir 60, 70 Prozent Ballbesitz hatten. Damit gewinnst du nicht zwangsläufig ein Spiel, sondern mit Toren, und das hat Osnabrück heute einfach wesentlich besser gemacht. Deswegen gehen wir heute als verdienter Verlierer vom Platz.“
In der Tat hatte der VfL gestern lediglich einen Ballbesitzanteil von 31,9 Prozent, blieb am Dienstagabend aber auch die einzige Drittligamannschaft ohne Gegentor. Allgemein kassierten die Lila-Weißen in dieser Saison an der heimischen Bremer Brücke, die gestern wieder einmal mit 14.382 Zuschauern im Heimbereich ausverkauft war, nur neun Gegentore. Die offensive Effizienz lässt sich zudem auch am Wert der eigenen Torschüsse ablesen. So gingen zwei der insgesamt sieben lila-weißen Schüsse gestern in das Tor von Arne Schulz. Somit war auch Cheftrainer Timo Schultz nach dem Spiel im Interview bei Magenta Sport zufrieden: „Es ist das vierzehnte Spiel diese Saison zu Null. Das ist schon stark, aber dafür tun die Jungs auch schon viel. Sie investieren viel, und zwar nicht nur die zwei Sechser und die Fünferkette, sondern auch vorne im Anlaufen, um Räume zu schließen. Das ist schon gut.“ Ein ähnliches Lob wollen die Osnabrücker am Samstag nach dem Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg hören. Gegen die „Jahnelf“ ist für Ismail Badjie dabei das Ziel glasklar: „Drei Punkte, auf jeden Fall!“
Text: Jendrik Greiwe Fotos: Jonas Jürgens









































