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·18 de marzo de 2026

„Es war leicht, den FC Bayern zu verlassen“: Kenan Yildiz spricht über seine Zeit in Deutschland

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Kenan Yildiz hat nochmal bekräftigt, was durch seinen Berater bereits bekannt war: Sein Abschied vom FC Bayern fiel ihm überhaupt nicht schwer.

Kenan Yildiz war einst eines der Talente am Campus des FC Bayern München, denen zugetraut wurde, eine große Karriere hinzulegen. Zumindest von jenen Beobachter*innen, die das Geschehen unvoreingenommen im Blick hatten.


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Für den heutigen Profi von Juventus Turin war das bei den damaligen Trainern im Nachwuchsleistungszentrum der Münchner nicht ausnahmslos der Fall. In einem Interview mit dem Corriere dello Sport sagte er nun: „Es gab viele Probleme mit Bayern. Ich war elf Jahre lang dort, habe aber nie ihr Vertrauen gespürt.“

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Yildiz hatte das Pech, dass auf seiner Position auch Arijon Ibrahimović und Paul Wanner spielten – beides Talente, die sportlich mindestens auf Augenhöhe waren, zum Zeitpunkt seines Wechsels eher deutlich vor ihm. „Es gab immer jemanden, der besser war als ich“, sagte der 20-Jährige nun, meinte damit aber wohl nicht das „objektive“ besser, sondern die Sichtweise der jeweiligen Trainer. An einer anderen Stelle des Interviews erwähnt er, dass er bei Jugendturnieren immer als bester Spieler ausgezeichnet worden sei. Viel Vertrauen spürte er dennoch nicht.

„Deshalb war es leicht, den FC Bayern zu verlassen“, schlussfolgerte er entsprechend und beobachtete dieses Verhalten auch beim DFB: „In Deutschland wurde ich als nicht gut genug angesehen, sie haben immer andere Spieler nominiert.“ Deshalb habe er sich letztlich für die Türkei entschieden.

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Beim FC Bayern verlor Yildiz seine Spielfreude

Ein im Rückblick immer noch seltsamer Verlauf. Yildiz wurde von vielen als hochtalentiert eingestuft, beeindruckte die Zuschauer*innen regelmäßig mit hoher Spielintelligenz, Technik und spektakulären Momenten. Sein Talent war derart herausragend und Spiel für Spiel sichtbar, dass er schon früh als etwas Besonderes gesehen wurde. So gut, dass er sich sogar von anderen Top-Talenten klar abheben konnte.

Ab der U15 stockte seine Entwicklung plötzlich und für Außenstehende kaum erklärbar. Im Gespräch mit Miasanrot erzählt ein regelmäßiger Beobachter dieser Mannschaft, dass der Trainer seine Spieler häufig aggressiv und lautstark anging – darunter auch Yildiz, der häufig ausgewechselt wurde. Er sei ein Schatten seiner selbst gewesen und die Spielfreude, die ihn zuvor so auszeichnete, sei komplett verschwunden.

Der Trainer, der damals in der Kritik stand, war einer derjenigen, die im Zuge der rassistischen Äußerungen in WhatsApp-Chatgruppen entlassen wurde. Ein Zusammenhang, den auch der Berater einst herausstellte – wenn auch durch die Blume formuliert.

„Wir wollen hier nicht ins Detail gehen, aber während Kenans Aufenthalt bei Bayern gab es unangenehme Momente. Es gab Leute, die ihn, aus welchen Gründen auch immer, nicht richtig fördern wollten“, erklärte Hector Peris 2024 im Gespräch mit Sky: „Deshalb sind die korrekten Berichte über Kenan nicht in der richtigen Art und Weise bei der Vereinsspitze angekommen. Kenan hat schwierige Zeiten durchgemacht, und all das hat dazu geführt, dass einige Leute den Verein danach verlassen haben. Aber das ist jetzt Vergangenheit.“

„Die große Frage ist nicht nur, warum die Bayern Kenan Yildiz ziehen gelassen haben, sondern auch, warum kein anderer deutscher Verein ein Angebot für ihn unterbreitet hat“, so der Agent: „Außerdem stellt sich die Frage, warum der DFB den Spieler nie angerufen hat. Obwohl Kenan in Deutschland geboren ist, einen türkischen Vater und eine deutsche Mutter hat, hat der DFB nie Interesse gezeigt.“

Und weiter: „Das ist die Frage, das ist die große Frage. Wir haben ihn allen wichtigen Vereinen in Deutschland angeboten, die mit Talenten arbeiten, und keiner von ihnen hatte das geringste Interesse.“

Kenan Yildiz: Einer der besten Spieler der Serie A

Der FC Bayern nimmt hier eine ambivalente Rolle ein. Einerseits wurden im Zuge der Veröffentlichungen mindestens drei Mitarbeiter entlassen. Es soll eine interne Aufarbeitung gegeben haben. Viel mehr ist allerdings nicht bekannt. Dass Yildiz unter diesen Entwicklungen litt, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr.

Andererseits ist aus der Zeit damals bekannt, dass das Talent dennoch einen besonderen Stellenwert genoss. So durfte er nach einer gewissen Zeit zurück in die U14 und übersprang die U15 anschließend in Richtung U16. Es gab parallel zu den bedenklichen Entwicklungen rund um seine Person auch Bemühungen, ihm das Leben leichter zu machen. Dass die Dichte an Talenten in seinem Jahrgang groß war, half auch nicht dabei, es allen recht machen zu können.

Dass der Fall insgesamt dennoch kein gutes Licht auf den Umgang mit Yildiz wirft, ist klar. Und im direkten Vergleich mit Wanner und Ibrahimović hat der Nationalspieler bisher gewiss die erfolgreichere Karriere hingelegt. Yildiz ist in Italien Stammspieler einer der historisch größten Klubs.

Mit insgesamt 218 Dribblings ist er in der Serie A laut Wyscout der Spieler mit den meisten – acht pro 90 Minuten sind immerhin noch Rang drei. Yildiz ist torgefährlich – kommt in allen Wettbewerben auf zehn Tore und zehn Vorlagen in 39 Einsätzen – und spielstark. Er bereitet Tore vor, erzielt sie selbst und sorgt stets für Gefahr. In Italien sind die Leute aktuell so begeistert von ihm wie einst die Beobachter*innen am Campus, die ihn in jungen Jahren gesehen haben.

Yildiz ist ein Spieler, der dem FC Bayern sportlich sicher gut getan hätte. Aber auch einer, dessen Geschichte weit über den Sport hinaus eine Warnung sein muss.

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