MillernTon
·1 de febrero de 2026
FC Augsburg vs. FC St. Pauli 2:1 – Irgendwas ist immer

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·1 de febrero de 2026

Der FC Augsburg spielt schlecht, der FC St. Pauli gut. Trotzdem gewinnt der FCA. Weil der FCSP, mal wieder, in entscheidenden Momenten nicht gut genug ist.(Titelfoto: Sebastian Widmann/Getty Images/via OneFootball)
Es ist soooo frustrierend. Der FC St. Pauli macht vorne wie hinten zumeist viel richtig, aber in ganz wenigen Momenten eben nicht. So geschehen auch in Augsburg: Der FCSP erspielt sich eine solche Vielzahl an guten Gelegenheiten wie lange nicht, verwertet diese aber einfach nicht, trifft nur einmal, nach einem unberechtigten Elfmeter. Gegen den Ball steht der FC St. Pauli stabil, abgesehen von beiden Momenten, aus denen das Gegentor resultiert – und da macht es der FCSP leider so dermaßen schlecht, dass sogar ein alles andere als guter FC Augsburg zu Toren kommt. Die wachen Sonntagmorgen auf und können sich immer noch nicht erklären, wie sie mit so einer Leistung ein Bundesligaspiel gewinnen konnten.
Verletzungsbedingt gab es eine personelle Veränderung beim FC St. Pauli: Hauke Wahl fehlte angeschlagen. Alexander Blessin erklärte nach Abpfiff, dass Wahl Probleme mit dem Innenband habe und äußerte zumindest die Hoffnung, dass er im Pokalspiel wieder mit dabei sein kann. Auch Adam Dźwigała (krank) war nicht im Kader. Aufgrund dieser Ausfälle rückte Eric Smith zurück in die Innenverteidigung. Den freien Platz im zentralen Mittelfeld übernahm Mathias Rasmussen, der sein Startelfdebüt feierte. Neuzugang Taichi Hara war nicht im Kader, absolvierte stattdessen eine individuelle Einheit in Hamburg.
Beim FC Augsburg gab es drei personelle Veränderungen im Vergleich zum 2:1-Erfolg gegen Bayern München: Innenverteidiger Noahkai Banks verdrängte Cédric Zesiger aus der Startelf und Michael Gregoritsch startete anstelle von Anton Kade ganz vorne. Zudem musste FCA-Trainer Manuel Baum auf Linksverteidiger Dimitrios Giannoulis verzichten, der aufgrund eines Muskelfaserrisses länger ausfallen wird. Marius Wolf rückte für ihn in die Anfangsformation.

Erwartete Aufstellung FC Augsburg – FC St. Pauli
FCA: Dahmen – Chavez, Schlotterbeck, Banks – Fellhauer, Massengo, Rexhbecaj, Giannoulis – Rieder, Gregoritsch, Claude-Maurice
FCSP: Vasilj – Andō, Smith, Mets – Saliakas, Sands, Rasmussen, Pyrka – Sinani, Jones, Fujita
Mit dem FC Augsburg und dem FC St. Pauli trafen zwei Teams aufeinander, die einen ähnlichen Spielansatz verfolgen: Beide wollen möglichst kompakt gegen den Ball agieren, stellen sich dazu in einem auf das Zentrum fokussierten 5-2-3 auf. Aus dieser kompakten Formation möchten beide dann offensiv vor allem durch Umschaltmomente Gefahr vor dem gegnerischen Tor erzeugen. So stand zu befürchten, dass es zwar ein sehr intensives, aber auch äußerst unappetitliches Spiel werden würde. War es aber nicht. Weil der FC St. Pauli mit dem Ball auch auf anderen Wegen nach vorne gelangte, als nur durch Umschaltmomente.
Im Spielaufbau des FC St. Pauli war eine Veränderung deutlich erkennbar: Die Außenverteidiger, Saliakas und Pyrka, schoben beide zeitgleich mit auf eine Höhe von Jones. Zuletzt gegen Leipzig war es meist nur Saliakas, der weit mit aufrückte. Dadurch, dass beide konsequent hochschoben, ließen sich die beiden FCA-Außenverteidiger hinten binden, weil Augsburg es vermeiden wollte, in letzter Linie Mann-gegen-Mann zu stehen, aber auch, weil mit Fujita, Sinani und Rasmussen drei weitere Spieler oft in den offensiven Halbräumen rumturnten.
Dadurch, dass sich die FCA-Fünferkette hinten binden ließ, hatte der FC St. Pauli mehr Raum im Spielaufbau – und diesen bespielte das Team mit zwei Varianten. Oft schob Rasmussen im Ballbesitz auf der rechten Seite hoch, „verdrängte“ dort Sinani, der sich dann auf die Zehner-Position bewegte. Wenn Sands die Position auf der Sechs hielt und Fujita den linken Halbraum besetzte, dann gab es eine schöne Mittelfeldraute auf dem Platz zu sehen (ein 3-4-3). Manchmal fiel Sands auch in die Innenverteidiung, wodurch Andō und Mets dann im Aufbau wie Außenverteidiger agierten (ein 4-2-3-1). Wenn Rasmussen seine Position auf der Sechs hielt, dann war es eher ein 3-2-4-1. In all diesen Formationen kam der FC St. Pauli verlässlich ins letzte Drittel.
Auffällig war, wie die Anwesenheit von Jones das Verhalten des FC Augsburg bestimmte. Spätestens, nachdem er in einem Laufduell Gegenspieler Chavez auf einer Strecke von 30 Metern fünf Meter abgenommen hatte, schien der Respekt riesig zu sein. So riesig, dass die Innenverteidiger oft auf vorwärtsverteidigende Aktionen verzichteten, um Tiefenläufe von Jones besser kontrollieren zu können. Das wiederum nutzte dem FC St. Pauli im Aufbauspiel. Weil er dadurch oft Platz in den Halbräumen vorfand.
Auch vor diesem Laufduell zwischen Jones und Chavez in der 14. Minute war der FC St. Pauli das bessere Team auf dem Platz, schien viel griffiger (was auch die Zweikampfzahlen zeigten, nach 30 Minuten hatte der FCSP 70 Prozent davon für sich entschieden) und mutiger in seinem Spiel. Das Laufduell in der 14. Minute führte auch zur ersten Großchance der Partie. Jones erlief den Ball und passte quer durch den Strafraum zu Sinani, der völlig blank vor FCA-Torhüter Dahmen auftauchte. Der FCSP-Angreifer scheiterte aus kürzester Distanz an Dahmen und vergab damit eine Riesen-Gelegenheit. Es sollte nicht die einzige ungenutzte gute Möglichkeit des FC St. Pauli in dieser Partie gewesen sein.
Auffällig war zudem, dass beide Teams nach Ballgewinnen ziemlich strikt den Weg nach vorne suchten. Auch das gelang dem FC St. Pauli in der Anfangsphase besser. Bereits vor der Großchance durch Sinani hatte der FCSP einige gute Szenen nach Ballgewinnen. Komischerweise gab es nach dieser Situation eine Phase, in welcher der FC Augsburg stärker aufkam. Nach einem langen Schlag war urplötzlich Claude-Maurice frei durch, sein Versuch klatschte an den Pfosten. Kurz danach wehrte Vasilj einen Freistoß von Gregoritsch stark ab. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt offen und für neutrale Zuschauer*innen überraschend attraktiv.
Wenige Minuten später war es wieder der FC St. Pauli, der eine große Gelegenheit ausließ. Fujita kam über die linke Seite und legte rein zu Jones, der den Ball mit der Schulter gen Tor bugsierte. FCA-Torhüter Dahmen konnte damit zwar überwunden werden, Chavez aber nicht, der auf der Linie klärte. Warum Jones es überhaupt mit der Schulter und nicht dem Kopf versuchte? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil der Ball etwas in seinen Rücken angeflogen kam. Aber trotzdem schien es so, als wäre der Kopf auf jeden Fall die bessere Variante gewesen.
Es dauerte wieder nur wenige Minuten, bis der FC St. Pauli die nächste dicke Gelegenheit bekommen sollte. Verglichen mit vielen anderen Spielen in dieser Saison, war das total ungewohnt, dass sich das Team so viele gute Chancen erspielte. Aber gute Chancen haben ist die eine Sache, sie auch für sich zu nutzen, offenbar die andere. In der 32. Minute war es dann aber soweit, denn es gab Elfmeter für den FC St. Pauli.
Über die Entstehung dieses Strafstoßes kann ganz vortrefflich diskutiert werden. Wolf ging im Strafraum gegen Saliakas per Grätsche ins Duell. Er war auch vorher am Ball, spielte diesen klar vor Saliakas weg. Blöd für ihn aber, dass er danach den Fuß durchgestreckt ließ und der FCSP-Außenverteidiger sein Bein genau dorthin setzte, wohin der Fuß von Wolf unterwegs war. Saliakas wurde klar getroffen, auch weil Wolf den Fuß nicht wegzog, sondern sogar noch etwas anhob. Schiedsrichter Stegemann entschied auf Elfmeter und das ist eine Fehlentscheidung, so ehrlich sollte man auch mit aufgesetzter FCSP-Brille sein. Dass diese Fehlentscheidung nicht so klar ist, dass sich der VAR einschalte,t ist zwar auch ein bisschen verständlich und es wäre schön, wenn der VAR immer so zurückhaltend wäre – aber wenn so ein Elfmeter gegen den FC St. Pauli gepfiffen werden würde, der Schweiß würde meinen Körper tagelang als kochendes Wasser verlassen.
Danel Sinani war es sicher herzlich egal, wie wenig das nun ein Elfmeter war oder nicht. Er verwandelte diesen sicher unten rechts, wenngleich Dahmen die Ecke geahnt hatte. Diese Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient für den FC St. Pauli. Das Team hatte die klar bessere Spielanlage als der FC Augsburg, war mutiger, dominierte nicht nur in Ballbesitzphasen, sondern auch in den direkten Duellen und im Kampf um die zweiten Bälle. Ärgerlich war nach einer halben Stunde nur, dass der FCSP nicht bereits einen zweiten Treffer erzielt hatte.

Der Großteil der Zweikämpfe ging am Samstag an den FC St. Pauli. Die Punkte behielt der FC Augsburg trotzdem. // (Sebastian Widmann/Getty Images/via OneFootball)
So kam, was kommen musste, weil es so oft in dieser Saison schon passiert ist: Der FC St. Pauli pennt einmal fast kollektiv und einmal individuell – zack, steht es 1:1. In der 41. Minute ging der Ball nach einem Duell zwischen Pyrka und Fellhauer ins Seitenaus. Pyrka beanspruchte den Einwurf für den FCSP, nahm sich bereits einen Ball. Doch das Schiedsrichter-Gespann hatte es anders gesehen, der FCA hatte Einwurf. Noch während Pyrka und Mets sich an dieser Entscheidung störten, warf Augsburg ein. Sekunden später, die Szene wäre durch sofortiges Sortieren statt Lamentieren zu verhindern gewesen, wurde ein Abschluss von Gregoritsch zur Ecke geblockt. Diese trat Claude-Maurice und der Ball segelte an die Fünfmeterlinie. Hoch genug, um nicht von den Spielern am ersten Pfosten erreicht zu werden, aber gut genug getimt, um direkt dahinter „runterzufallen“. Dort gingen Smith und Gregoritsch zum Ball. Nee, wartet. Es ging nur Gregoritsch zum Ball, Smith versuchte ihn nur halbherzig daran zu stören, gute Zweikampfführung war das nicht. Und so eine Situation lässt sich jemand wie Gregoritsch nicht nehmen, er erzielte per Kopf das 1:1.
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte hatte sich nicht viel geändert an den Kräfteverhältnissen. Der FC St. Pauli war weiter das Team mit der deutlich reiferen Spielanlage. Augsburg hingegen fand offensiv lange Zeit gar nicht statt. Bereits wenige Sekunden nach Wiederanpfiff spielte der FCSP einen tollen Angriff (ich weiß: Das Interesse daran könnte angesichts des Ergebnisses gering sein, aber falls sich wer diesen Angriff nochmal anschauen möchte: Der FCSP gewinnt den Ball auf der linken Seite bei Minute 45:32). An dessen Ende kam Sands in guter Position an den Ball, verpasste es aber, nach links auf Pyrka weiterzuleiten und so die nächste FCSP-Großchance zu ermöglichen. Fünf Minuten später eroberte Rasmussen den Ball in der FCA-Hälfte, Sekunden später bediente Fujita rechts im Strafraum den erneut völlig blanken Sinani, dem aus sehr guter Position der Abschluss völlig misslang – wieder so eine Szene, in der viel mehr drin war.
Statt diese guten Chancen für sich zu nutzen, lud der FC St. Pauli dann in der 59. Minute die bis zu diesem Zeitpunkt der zweiten Hälfte offensiv völlig uninspirierten Augsburger zum Toreschießen ein. Im Mittelfeld bekam der FCSP keinen Druck auf Claude-Maurice, auch weil Sands gleich zweimal am Schiedsrichter hängenblieb. Dieser fehlende Druck war an sich aber nicht soo dramatisch. Viel schlimmer war, dass Smith Gegenspieler Gregoritsch einfach aus den Augen verlor. Ein Fehler, den man so tatsächlich sehr, sehr selten in der Bundesliga sieht, weil sowas zum kleinen Einmaleins der Abwehrarbeit gehört. Möglich, dass Smith davon ausging, Andō würde die Bewachung von Gregoritsch in dieser Szene übernehmen. Dieser war aber auf Gegenspieler Rieder orientiert und sowieso: Da Smith weit und breit keinen anderen Gegenspieler hatte, MUSS er in dieser Szene mit Gregoritsch mitgehen. Tat er aber nicht, sodass dieser mit einen Schnittstellenpass in die Tiefe geschickt werden konnte. Im Gegensatz zu allen Offensivspielern des FC St. Pauli zeigte Gregoritsch, wie man mit solchen Gelegenheiten umzugehen hat und erzielte das zweite Tor für Augsburg. Was für ein schmerzhaft billiger Gegentreffer!
Dieser Abschluss von Gregoritsch sollte bis tief in die Nachspielzeit der einzige Augsburger Abschluss in der zweiten Hälfte gewesen sein. Auch der FC St. Pauli hatte nach diesem Treffer nur noch wenige zwingende Offensivaktionen, da sich der FCA nun auch noch tiefer zusammenzog. Doch in der 72. Minute spielte der FCSP abermals einen richtig guten Angriff aus, an dessen Ende Rasmussen frei am Elfmeterpunkt zum Abschluss kam, allerdings am Fuß von Schlotterbeck scheiterte. Erst tief in der Nachspielzeit kam der FC St. Pauli noch einmal zu einer guten Gelegenheit, doch Irvine und Ceesay scheiterten kurz hintereinander an FCA-Beinen.
Diese Doppelchance war der Schlusspunkt einer Partie, die der FC St. Pauli niemals verlieren darf. Sogar ein Unentschieden wäre angesichts der Chancen und Spielanteile zu wenig gewesen. Doch die so wichtige Partie gegen Augsburg ging verloren. Weil der FC St. Pauli vorne seine Chancen nicht nutzte und hinten einfach immer wieder Fehler macht, die zu Gegentreffern führen. Das Team schafft es einfach zu selten, anders als in der Vorsaison, Spiele ohne entscheidene Fehler zu beenden. Irgendwas passiert aktuell immer. So ist man inzwischen tief im Keller angekommen. Da die Konkurrenz punkten konnte, hat man sogar den Anschluss an den Relegationsrang verloren. Das tut weh, ist wahnsinnig ärgerlich und die Floskel „Wer solche Spiele verliert, steigt ab“ dröhnt sicher nicht nur in meinem Kopf.
Egal, wie sehr sich nun im Anschluss darüber geärgert wird, dass die Partie trotz der Überlegenheit verloren wurde, es wird nicht nachträglich doch noch Punkte dafür geben. Ja, natürlich ist das eine Frage der Qualität, wenn es immer und immer wieder vorne wie hinten in den wichtigen Momenten nicht reicht. Wenn das so dauerhaft passiert, wie in dieser Saison, dann hat das nichts mit Glück und Pech zu tun (und entsprechend waren die Wörter „Glück“ und „Pech“ in diesem Text bisher nicht zu finden). Das fühlt sich richtig, richtig scheiße an. Aber bringt diese Feststellung den FC St. Pauli weiter? Nein, sicher nicht. Es bleibt nur die Möglichkeit weiter nach vorne zu schauen, wütend und trotzig weiterzumachen.Immer weiter vor!// Tim
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