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·13 de mayo de 2026

FC Bayern, DFB-Team und Manuel Neuer: Die Zukunft aus drei Perspektiven

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Manuel Neuer steht beim FC Bayern wohl kurz vor einer Verlängerung – und ein Medienbericht bringt sogar die WM wieder ins Spiel. Ist das wirklich sinnvoll?

Das nicht enden wollende Thema geht in die nächste Runde: Wann verlängert Manuel Neuer beim FC Bayern? Zu welchen Konditionen? Und in welcher Rolle? Aber auch die WM 2026 ist aus heiterem Himmel wieder im Gespräch.


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Schon in der vergangenen Woche schrieb der kicker, dass die Vertragsverlängerung des einstigen Welttorhüters nur noch eine Formsache sei. Eine Verkündung sei vor dem letzten Spieltag möglich. Sky bestätigt dieses Gerücht nun in dieser Woche. Es scheint also, als wäre die offizielle Meldung seines Verbleibs nur noch eine Frage von Stunden und nicht von Wochen.

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Überraschend kommt das nach den letzten Monaten eher nicht. Auch wenn sich Neuer viel Zeit gelassen hat, deutete einiges darauf hin, dass er sich noch nicht am Ende seiner Karriere sieht – und auch die Bayern betonten immer wieder, dass die Entscheidung zu großen Teilen beim 40-Jährigen liege.

Brisanter hingegen ist ein anderer Bericht des kicker, in dem von einer nicht öffentlich zugänglichen Liste mit 55 Spielern die Rede ist, die im erweiterten Kreis für den DFB-Kader bei der WM 2026 stehen würden. Eine Liste, die man angeblich bei der FIFA abgeben muss, um bei etwaigen Verletzungen oder anderweitigen Ausfällen nachnominieren zu können. Wohl mit dabei: Manuel Neuer.

In diesem Fall eine deutlich größere Überraschung, da sich alle Parteien zuletzt öffentlich mehr oder weniger festgelegt haben, dass ein Comeback unwahrscheinlich sei. Wenngleich von Anfang an klar war, dass sich solche Geschichten nie ganz ausschließen lassen. Neuers Zukunft ist damit aktuell wieder das ganz große Thema in Fußball-Deutschland. Aber wie sinnvoll wären die beiden Schritte wirklich? Eine Beleuchtung aus drei Perspektiven.

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Manuel Neuer: Wie lange kann er seine Endphase noch strecken?

Die simpelste Perspektive dürfte die von Neuer selbst sein. Solange er sich fit fühlt und das Vertrauen der jeweils Verantwortlichen spürt, gibt es keinen ersichtlichen Grund, sich von dem zu lösen, was er seit vielen Jahren macht: Auf sehr hohem Niveau zwischen den Pfosten stehen – und ab und an mal an der Mittellinie.

Kritiker*innen mögen einen Punkt haben, wenn sie bemängeln, dass es in der Nachbetrachtung einer Karriere auch immer einen Unterschied macht, ob jemand wie Toni Kroos oder Philipp Lahm seine Laufbahn auf dem Höhepunkt beendet, oder ob jemand seine Karriere so lange ausreizt, bis selbst die eigenen Fans schon genervt sind.

Letzteres ist bei nicht wenigen Bayern-Fans schon der Fall. In sozialen Netzwerken und auch in der Miasanrot-Kurve gibt es viele, die ein Karriereende herbeisehnen. „Manuel Neuer hat wie beim Spiel in Madrid noch Freak-Spiele drin, in denen er den alten Weltklasse-Manuel-Neuer wieder auferleben lässt“, schreibt der User „Mr.JaviMartinez“ in der Kurve: „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass diese Spiele eher Ausnahme als Regel sind.“ Es würde sich so anfühlen, als würde man Chancen verpassen.

Für Neuer wäre es konkret die Chance, nach einer guten Saison den Hut zu nehmen und das Feld nun Jonas Urbig zu überlassen. Er ginge mit Größe und auf einem Niveau, das seine Karriere rückblickend nicht „beschädigt“. Aber wird gerade aus diesem Thema nicht oft zu viel gemacht? Wie beschädigt sind die Karrieren von Arjen Robben und Franck Ribéry, die beide eher zwei Saisons zu viel im Dress des FCB verbrachten, wenn man nach sportlichen Qualitäten geht? Wie beschädigt ist Gianluigi Buffon, der mit 45 aufhörte und zuvor längst nicht mehr sein gewohntes Niveau hatte?

Neuer ist die öffentliche Meinung zu Recht egal

Je länger das Karriereende von Neuer in der Retrospektive entfernt sein wird, desto weniger werden Leute darüber reden, ob der Zeitpunkt klug gewählt wurde. Seine immensen Erfolge, seine Qualitäten und Fähigkeiten werden dann im Mittelpunkt stehen. Für Neuer selbst zählt jetzt gerade nicht, ob Leute seinen Schritt positiv oder negativ bewerten könnten. Für ihn zählt nur, ob er noch Spaß an seinem Job hat und ob er sich selbst auf einem Niveau sieht, das für eine gewisse Rolle beim FC Bayern ausreicht.

Bei aller berechtigten Kritik an seinen schwächeren Auftritten: Gerade in der Champions League hatte Neuer auch einige sehr große Momente. Im Rückspiel gegen PSG oder im Hinspiel gegen Real Madrid war er ein wesentlicher Faktor dafür, dass man überhaupt vom Finale träumen durfte. Ja, er ist nicht mehr auf Weltklasse-Niveau. Dafür fehlt die Konstanz. Aber es gibt aus seiner Sicht einige Argumente, noch nicht loszulassen. Streng genommen betrifft das auch die WM im Sommer.

Wenn Julian Nagelsmann ihn wirklich mitnehmen will und er selbst Lust darauf hat, gäbe es für ihn persönlich keinen Grund, anderen den Vortritt zu lassen. Immerhin ist das Leistungssport und keine Charity-Veranstaltung. Der Ehrgeiz von Neuer ist enorm und hat ihn überhaupt erst in die Lage gebracht, im Alter von 40 Jahren immer noch auf diesem Level zu spielen. Sollte er sich dafür entscheiden, dann sollte weniger kritisiert werden, dass er vermeintlich nicht loslassen könne. Eher sollten dann Nagelsmann und Co. in der Kritik stehen.

DFB-Team: Julian Nagelsmann könnte sich unglaubwürdig machen

Denn auf Seiten der Nationalmannschaft würde man riskieren, sich unglaubwürdig zu machen. „Ich habe mich klar geäußert zu der Thematik, Manu hat ebenfalls klar gesagt, wie seine Meinung dazu ist“, sagte der Bundestrainer noch vor einigen Wochen im Interview mit dem kicker: „Er war es auch, der zurückgetreten ist. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass er es sehr gut macht, dass er ein sehr guter Torwart ist, aber wir mit Oli Baumann auch einen herausragenden Torwart haben.“

Wer diese Zeilen genau gelesen hat, ahnte: Eigentlich hätte Nagelsmann wenig einzuwenden gegen ein Comeback. Gleichwohl war die Gesamtheit aller Aussagen in den letzten Monaten so nah an „eindeutig“, wie es in diesem Geschäft eben möglich ist. Immer mit einer Mini-Hintertür, aber doch recht klar. Ein so kurzfristiges Comeback wäre ein sehr fragwürdiger Zeitpunkt.

Denn welche Signalwirkung hätte das auf Baumann, der es in den vergangenen Partien mindestens gut, teilweise sehr gut gemacht hat? Der Hoffenheimer wittert seine Chance, die WM als Stammtorhüter zu bestreiten. Anders als bei Kroos und der EM 2024 gibt es hier auch keine klare Baustelle. Baumann mag kein Weltklasse-Keeper sein, aber er ist gut genug, um nicht davon ausgehen zu müssen, dass seine Position die Entscheidung über Titel oder Gruppenphasen-Aus herbeiführen wird.

Risiken sind größer als Chancen

Nagelsmann hat zudem zahlreiche Talente in der Hinterhand, die in den kommenden Monaten und Jahren den endgültigen Sprung ins DFB-Team schaffen wollen und können. Auch für die wäre es ein Schlag ins Gesicht, einen 40-jährigen Torhüter zurückzuholen, der eine wechselhafte Saison hinter sich hatte. Neuer ist kein Heilsbringer, kein unumstrittener Superstar mehr, der das Niveau mit großer Wahrscheinlichkeit nach oben hievt.

Im Gegenteil: Ein Gegentor, bei dem er nicht gut aussieht und die Entscheidung würde Nagelsmann sofort um die Ohren fliegen. Bei aller Erfahrung und Qualität, die Neuer hat, wäre das eine unnötige Baustelle, deren Nebengeräusche den gesamten Turniererfolg gefährden können.

Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Die Chance einer Neuer-Nominierung liegt in einer bestenfalls leichten Verbesserung zu Baumann. Das Risiko aber liegt in öffentlicher Unruhe, sportlicher Verschlimmbesserung und der Beschädigung der eigenen Glaubwürdigkeit gegenüber Spielern und Öffentlichkeit.

FC Bayern hat sich längst eine Brücke gebaut

Anders ist das beim FC Bayern. Der hat sich kommunikativ schon über Monate hinweg eine Brücke gebaut, sodass die wohl anstehende Verlängerung keine Überraschung mehr darstellt. Was allerdings noch offen ist, ist die Frage nach der konkreten Rolle Neuers und zu welchen Bezügen er verlängert.

Finanziell muss irgendwann der Schritt erfolgen, dass Gehalt eingespart wird. Die Bayern brauchen Ressourcen, um den Kader zu verbreitern und dafür muss auch die Gehaltsstruktur weiter in Angriff genommen werden. Sportlich haben die Münchner ein anderes Dilemma: Denn eigentlich ist Jonas Urbig schon jetzt mindestens auf Augenhöhe mit Neuer.

Wenn der 22-Jährige im Tor stand, gab es keinen Qualitätsverlust im Vergleich zu Neuer. Beide hatten in dieser Saison Momente, in denen sie nicht optimal ausgesehen haben, beide hatten Spiele, in denen sie in irgendeiner Form mitentscheidend für den Erfolg waren. Urbig hat sich im Vergleich zu seinen ersten Monaten beim FCB nochmal weiterentwickelt, wird immer stabiler und selbstbewusster.

Anders als bei Neuer ist altersbedingt eher eine weitere Verbesserung zu erwarten. Rein sportlich betrachtet wäre eine Übergabe an Urbig in diesem Sommer also durchaus folgerichtig. Aber wird Neuer dem zustimmen? Gerüchte gab es zuletzt einige. Eine Mentorenrolle wie bei Thomas Müller und Jamal Musiala sei denkbar. Wenn Neuer dem wirklich zustimmt, wäre das wohl der Best Case. Dann müsste er aber auch die Größe haben, in schwierigeren Phasen Urbigs hinter ihm zu stehen und sich öffentlich dazu zu bekennen, dass er ihm vertraut, statt mit mehrdeutigen Aussagen Druck auszuüben. Genau dann wäre er auch für Urbigs Entwicklung weiterhin ein echter Gewinn.

Kann er das? Das wird sich zeigen, falls dieses Szenario wirklich eintrifft und er weitere Verantwortung an den jungen Kollegen abgibt. Ein Verbleib kann aber auch unabhängig von der konkreten sportlichen Rolle sinnvoll sein. Geht Neuer, bräuchte es einen Ersatz im Torhüterteam. Dieser Ersatz könnte sicherlich auch intern erfolgen, aber die beiden besten Optionen dafür – Nübel und Peretz – werden eigene Pläne verfolgen und wollen Stammspieler sein. Hinter Urbig und/oder Neuer werden sie sich kaum auf die Bank setzen.

Verlängerung von Manuel Neuer kann sinnvoll sein, aber …

Entweder geht man also dann mit Urbig in die Saison und hat dahinter zwei deutlich schwächere Keeper. Oder man verpflichtet einen neuen Ersatztorhüter, der wieder finanzielle Mittel binden könnte und die Konstellation im Torhüterteam durcheinanderbringt. Neuer betonte in seiner Karriere immer wieder, wie wichtig Harmonie und Support innerhalb des Torwartteams für ihn waren. Die Wahrscheinlichkeit, dass das weiterhin gegeben ist, ist am größten, wenn sich möglichst wenig verändert.

Für die Entwicklung von Urbig wird es dennoch entscheidend sein, dass er schon bald mehr ist als ein Backup bei Verletzungen oder Rotationsspieler in englischen Wochen. Bisher verlief seine Zeit beim FC Bayern optimal. Doch es wird Zeit, dass er auch in den ganz großen Spielen häufiger zwischen den Pfosten steht. Wenn die Münchner dafür eine Lösung mit Neuer im Kader haben, dann spricht auch nicht allzu viel gegen eine weitere Verlängerung seines Vertrags.

Wenn Urbig aber abseits von Verletzungen nur für 5-10 Saisonspiele eingeplant ist, wäre das zu wenig. Dass er bereit für den nächsten Schritt ist, hat er mehrfach bewiesen. Je schneller er diesen gehen kann, desto besser für alle Beteiligten – außer vielleicht Neuer selbst.

Fakt ist: Das Thema wird auch in der kommenden Saison aller Voraussicht nach nicht enden. Neuer selbst hat großen Einfluss darauf, es zu lenken und zu steuern. Müller hat es einst vorgemacht – im Positiven in der Endphase seiner Karriere in München und zuvor im Negativen, als er mit Interviews zumindest nicht dazu beitrug, den Druck auf den einen oder anderen Trainer zu reduzieren. Eine Verlängerung von Neuer kann für ihn und den FC Bayern durchaus positive Effekte erzeugen. Aber es kommt vor allem darauf an, welche Auswirkungen sie auf Urbigs weitere Laufbahn haben wird.

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